Spiko: Französisches Fintech erhält 90 Mio. Dollar – Speedinvest mit dabei
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Spiko, eine französische Cash-Management-Plattform, hat in einer Series B-Finanzierung 90 Millionen Dollar eingesammelt. Zu den Geldgebern zählt unter anderem Speedinvest. Die 2023 gegründete Jungfirma hat es sich zum Ziel gemacht, Rendite auf Cash für alle zugänglich zu machen. Spiko entwickelt und vertreibt regulierte Cash-Fonds und macht sie über die eigene App und APIs für Privatpersonen, Unternehmen und Finanzplattformen zugänglich. Insgesamt hat das Scale-up bislang 120 Millionen Dollar eingesammelt.
Spiko bekämpft Zweiklassengesellschaft bei Rendite
Der Lead-Investor der Runde war New Enterprise Associates (NEA). Neben Speedinvest sind außerdem Axel Weber, der frühere Präsident der Deutschen Bundesbank, die Gründer von Qonto, Index Ventures, Bpifrance, Flourish Ventures, Shapers, White Star Capital, Blockwall, Frst, EQNX, Mirana Ventures und Wintermute Ventures beteiligt.
Die Spiko-Gründer Paul-Adrien Hyppolite und Antoine Michon sehen in Europa und den USA ein Problem rund um Bargeld und Bankeinlagen. Zwar seien riesige Mengen davon vorhanden, jedoch erwirtschafte das meiste davon wenig oder gar nichts. Der Großteil der Rendite durch die Leitzinsen komme nie bei den Unternehmen und Personen an, denen das Geld gehört.
Während Banken über den Interbankenmarkt direkten Zugang zu dieser Rendite haben, bekommen Gründer:innen, KMU, gemeinnützige Organisationen und regionale Finanzinstitute standardmäßig keine Erträge. Beim Zugang zu Rendite herrscht laut Spiko dadurch eine Zweiklassengesellschaft. Genau das will die Jungfirma ändern.
„Rendite sollte für alle selbstverständlich sein“
„Jeder Mensch und jede Organisation hat Geld auf dem Konto. Ob es etwas erwirtschaftet, hängt bis heute davon ab, wer man ist und wie viel man hat“, sagt Paul-Adrien Hyppolite, CEO von Spiko. „Rendite sollte für alle selbstverständlich sein. Unser Anspruch ist, dass Cash standardmäßig Erträge erzielt, rund um die Uhr.“
Spiko entwickelt eine eigene Reihe regulierter Cash-Fonds mit transparenten Gebühren. Die Palette reicht von Fonds mit Liquidität, die mehrmals am Tag verfügbar ist, bis zu Fonds mit fester Laufzeit. Zugänglich sind die Fonds über die Spiko-App, am Computer wie auf dem Smartphone. Unternehmen und Finanzplattformen können Spikos Cash-Fonds zudem per API direkt in ihr eigenes Produkt einbinden.
Zu den Kunden des Fintechs gehören andere Startups und Scale-ups sowie Forschungsinstitute, öffentliche Einrichtungen, VC-Fonds und Arztpraxen. Angeboten werden die Fonds in Euro, US-Dollar, Pfund Sterling und Schweizer Franken.
Größter Emittent tokenisierter Cash-Fonds
Die technische Grundlage bildet die Tokenisierung: Spiko gibt seine Fonds als digitale Token aus und ist damit nach eigenen Angaben weltweit der größte Emittent tokenisierter Cash-Fonds, vor BlackRock und Franklin Templeton. Ein- und Auszahlungen lassen sich so automatisieren und direkt in bestehende Systeme einbinden.
Unternehmen soll es mit der Lösung möglich sein, ihre Treasury zu automatisieren. Liegt auf dem Geschäftskonto genug Geld für Gehälter und Lieferantenzahlungen, fließt der Überschuss automatisch in einen Fonds, auf den das Unternehmen jederzeit zugreifen kann. Geld, das ein ganzes Quartal nicht gebraucht wird, wandert in einen Laufzeitfonds mit höherer Rendite. Spiko führt diese Regeln Tag und Nacht aus. Anpassen lassen sie sich jederzeit über die API, durch das Treasury-Management-System des Unternehmens oder sogar durch einen KI-Agenten.
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Verwaltetes Vermögen in einem Jahr verfünffacht
Nach eigenen Angaben verwaltet Spiko heute mehr als 2,4 Milliarden Euro in regulierten Cash-Fonds in vier Währungen. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich das verwaltete Vermögen verfünffacht. Über 10.000 Unternehmen und Privatpersonen aus mehr als 25 Ländern sind Kunden des Scale-ups.
Neben den bestehenden Standorten in London und Paris will Spiko lokale Teams in ganz Europa aufbauen, unter anderem in Deutschland, Italien, Spanien, den Niederlanden und den nordischen Ländern. Das frische Kapital fließt in neue Fonds, neue Märkte und den Ausbau des Teams.
