Rivia: Zürcher MedTech-Startup erhält 15 Mio. Dollar – Speedinvest beteiligt
Das Schweizer Startup Rivia, das eine Datenplattform für klinische Studien entwickelt, hat eine Series A-Finanzierungsrunde in Höhe von 15 Millionen US-Dollar aufgestellt. An der Runde beteiligt war unter anderem der Bestandsinvestor Speedinvest aus Österreich. Allerdings war Earlybird der Lead-Investor der Runde. Weitere Beteiligungen kamen von Defiant, Amino Collective und Nina Capital.
Rivia unterstützt klinische Studien
Die Kapitalbeschaffung erfolgt laut Rivia zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die Arzneimittelentwicklung. Die behördliche Kontrolle verschärft sich. Neue FDA-Leitlinien verpflichten die Durchführenden klinischer Studien dazu, Risiken und Compliance proaktiv zu managen. Der aktualisierte Rahmen begrüßt ausdrücklich Innovationen bei Studiendesign, -durchführung und -technologie.
Gleichzeitig steht die Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelentwicklung unter Druck. Die Renditen der Branche seien in den letzten Jahren gesunken und die Zahl der Therapien, die erfolgreich auf den Markt kommen, bleibt hartnäckig niedrig. Die operative Realität habe sich nicht weiterentwickelt.
Klinische Studien seien außerdem heute deutlich komplexer als zuvor. Das Datenvolumen ist in den letzten zehn Jahren um mehr als 400 Prozent gestiegen.
Dank der neuesten Fortschritte im Bereich der KI können große Sprachmodelle (LLMs) in allen Arbeitsabläufen einen Mehrwert schaffen und die Entscheidungsunterstützung ausweiten. Dafür müssen jedoch die zugrunde liegenden Daten einheitlich, strukturiert und korrekt kodiert sein. Rivia will hierfür die Lösung bieten. Die Jungfirma ist 2022 an den Start gegangen. Die Gründer sind Erik Scalfaro und Tiago Kieliger.
Startup generiert wertvolle Daten in Echtzeit
In den letzten drei Jahren hat Rivia die nach eigenen Angaben erste wiederverwendbare Intelligenzschicht für klinische Studien entwickelt. Die Daten-Engine integriert Tausende heterogener Datendateien in Echtzeit, wendet studienspezifische wissenschaftliche Logik unter Verwendung einer proprietären Bibliothek wiederverwendbarer Konfigurationen an und speist harmonisierte Daten direkt in operative Überprüfungs-Workflows ein. Dies soll die Entscheidungsfindung proaktiv unterstützen.
„Mit jeder neuen Studie wächst unsere Ontologie-Bibliothek, wodurch unser System im Laufe der Zeit immer leistungsfähiger wird. Unser Ziel ist es nun, klinische Studien durch Workflows und KI zu skalieren, anstatt durch zusätzlichen personellen Aufwand. Unsere Series A-Finanzierung ermöglicht es uns, diese nächste Wachstumsphase zu beschleunigen“, sagt Erik Scalfaro, CEO und Mitgründer von Rivia.
Auf Grundlage seiner Bibliothek bringt Rivia eine neue Suite eingebetteter KI-Agenten auf den Markt. Der erste Agent, Spark, wandelt natürliche Sprache sofort in klinische Visualisierungen in Publikationsqualität um. Agenten der nächsten Generation werden in proaktive Workflows zur Datenqualitätsüberwachung und -kontrolle eingesetzt und ermöglichen eine frühzeitige Erkennung von Abweichungen, eine intelligente Priorisierung sowie strukturierte, überprüfbare Maßnahmen.
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„Plattform, ohne die keine klinische Studie auskommen kann“
Das Ziel von Rivia ist es, die Kosten für klinische Studien um bis zu 50 Prozent zu senken, indem man manuelle Arbeiten der Studienbetreiber:innen durch skalierbare Agenten-Systeme ersetzt.
„Wir freuen uns darauf, das Rivia-Team weiterhin zu unterstützen, während es auf dieser Grundlage agentische Intelligenz integriert und die Plattform aufbaut, ohne die keine klinische Studie mehr auskommen kann“, kommentiert Andrea Zitna, Lead Partner für Health & Bio bei Speedinvest.
