Atomkraft

SMR-Branche verliert 30 Milliarden Dollar an Börsenwert

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Die Small-Modular-Reactor-Industrie erlebt derzeit einen schwerwiegenden Absturz, berichtet die Financial Times. Seit dem Höchststand im Oktober 2025 hat der Sektor einen Gesamtwert von 30,3 Milliarden US-Dollar verloren. Leerverkäufer haben dabei schätzungsweise 2,1 Milliarden Dollar Gewinn eingestrichen. Sie verkaufen geliehene Aktien zu Höchstkursen, kaufen sie bei fallenden Preisen günstiger zurück und geben sie an den Verleiher zurück.

SMR-Hype klingt ab

In den vergangenen Jahren ist ein starker Hype rund um Small Modular Reactors (SMR) entstanden. Dabei handelt es sich um Mini-Kernkraftwerke mit einer geringeren elektrischen Leistung als herkömmliche Großkraftwerke. Sie sollen durch eine Montierung vor Ort Einrichtungen mit hohem Energiebedarf versorgen. Beispielsweise gelten sie bei AI-Rechenzentren als vielversprechend.

Noch 2025 waren die Kurse von SMR-Unternehmen wie Nuscale Power, Nano Nuclear und dem von OpenAI-Chef Sam Altman unterstützten Oklo stark gestiegen. KI-Hyperscaler zeigten großes Interesse, die US-Regierung förderte die Entwicklung kleiner Kernreaktoren. Doch Investoren betrachten die Branche laut Golem zunehmend kritisch: hohe Verluste bei nahezu keinem Umsatz, dazu stehen weitere massive Investitionen an.

Rote Zahlen ohne Umsatz

Die Bilanz der Branchengrößen fällt ernüchternd aus. Nuscale hat im ersten Halbjahr 2026 einen Verlust von 96,7 Millionen Dollar verzeichnet und sieht sich mit einer Sammelklage von Investoren konfrontiert, die dem Unternehmen Täuschung vorwerfen. Nano Nuclear hat bislang noch keine Umsätze generiert und meldet für das erste Quartal 2026 einen operativen Verlust von 14 Millionen Dollar.

Oklo hat noch keine vollständige Lizenz der US-Aufsichtsbehörde für Bau und Betrieb seines Reaktors erhalten. Das Unternehmen gibt das Jahr 2028 als Ziel für den kommerziellen Betriebsstart an.

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Reaktoren kommen erst in den 2030ern

Die Financial Times geht davon aus, dass die Mehrheit der in Entwicklung befindlichen Reaktoren erst in den 2030er Jahren ans Stromnetz angeschlossen werden kann. Zusätzlich drohen Engpässe bei der Lieferung von HALEU (High-Assay Low-Enriched Uranium), dem hochgradig schwach angereicherten Uran, das speziell für Brennelemente in SMRs entwickelt wird.

Die Branche steht vor einem Glaubwürdigkeitsproblem: Zwischen vollmundigen Versprechen und der Realität klafft eine Lücke, die Investoren zunehmend abschreckt. Ob die kleinen modularen Reaktoren jemals die Erwartungen erfüllen können, bleibt offen.

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