Supercount AI zieht Halbjahresbilanz: 25 Kanzleien und 400.000 Euro ARR
Das Linzer Startup Supercount AI legt sechs Monate nach dem Marktstart konkrete Zahlen vor. 25 Steuerberatungskanzleien in Österreich und Deutschland nutzen die AI-native Buchhaltungssuite. Über 400.000 Euro an jährlich wiederkehrendem Software-Umsatz stehen unter Vertrag. Die Botschaft bleibt dabei konsequent: Generative KI ersetzt Buchhalter:innen nicht, sondern verstärkt ihre Fachexpertise.
Supercount AI mit echten Kanzleien getestet
Die Produktphilosophie setzt auf ein Zusammenspiel, das zunächst paradox klingt: Je leistungsfähiger die KI, desto wichtiger wird der erfahrene Mensch. Die AI sammelt Daten, führt Prüfungen durch und schlägt vor. Der Mensch steuert, entscheidet und betreut den Mandant:innen. Im September 2025 haben Markus Waghubinger und Sebastian Kaiser-Mühlecker das Startup in der Linzer Tabakfabrik gegründet. Der Markteintritt erfolgte im Dezember 2025.
„Wir haben Supercount AI in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Kanzleien im echten Arbeitsalltag geschliffen und dabei sehr genau gelernt, worauf es ankommt, damit KI verlässliche Ergebnisse liefert“, erklärt Mitgründer Markus Waghubinger. Wer Buchhaltung ohne Fachkontext mit allgemeinen KI-Tools erledige, riskiere steuerliche Fehler und falsche Einreichungen beim Finanzamt.
Effiziente Kontrolle von Finanzdaten
Supercount AI versteht sich als Ergänzung zu etablierten Systemen wie BMD, DATEV und RZL. Bestehende Abläufe bleiben erhalten, die KI beschleunigt obenauf. Mitgründer Sebastian Kaiser-Mühlecker erklärt: „Unsere User-Experience wird darauf optimiert, dass es nicht mehr um das Erstellen von Buchungssätzen, sondern das effiziente Kontrollieren von Finanzdaten und den steuerlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen geht.“
Die Anzahl der Buchhaltungen pro Buchhalter:in steigt laut dem Startup wesentlich. Fachwissen werde zentraler als Tippgeschwindigkeit. Im Zentrum der Entwicklung steht die Kompatibilität mit BMD. Dabei handelt es sich um das am häufigsten eingesetzte System am österreichischen Markt.
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„Keine langen Trainingsphasen“
Roman Jagersberger, Geschäftsführer der Jagersberger Steuerberatung in Wiener Neustadt, zeigt sich begeistert von Supercount AI. „Was mich an Supercount von Tag eins an beeindruckt hat, war das Verständnis der KI, auch komplexe Belege buchhalterisch korrekt zu verarbeiten – ohne lange Trainingsphasen und Schulungsaufwand“, so Jagersberger. Der Fachkräftemangel zwingt Kanzleien zur Automatisierung von Basisprozessen. Die Qualität der Ergebnisse entscheidet über den tatsächlichen Nutzen.
Die Plattform arbeitet vollständig EU- und DSGVO-konform und berücksichtigt die gesetzlichen Vertraulichkeitsanforderungen von Berufsgeheimnisträgern. Die Software nutzt in Europa gehostete KI-Modelle und richtet sich gezielt an buchhalterische Fachkräfte in Steuerberatungskanzleien.

