TSMC verdient Rekordsumme und stellt Musk Bedingungen für Terafab
Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.
Der KI-Boom kennt bei TSMC keine Pause: Der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips hat soeben zum sechsten Mal in Folge einen Rekordgewinn gemeldet. Im dritten Quartal stieg der Nettogewinn um 68,7 Prozent auf 763 Milliarden Taiwan-Dollar, umgerechnet rund 24 Milliarden Dollar (rund 21,5 Milliarden Euro), berichtet CNBC. Die Erwartungen der Analyst:innen wurden übertroffen. Gleichzeitig machte TSMC-Chef C.C. Wei klar, unter welchen Bedingungen der Konzern bei Elon Musks geplanter Chipfabrik Terafab mitmachen würde.
Die Zahlen
Der Umsatz lag bei 46,7 Milliarden Dollar (rund 41,7 Milliarden Euro), ein Plus von 16,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal und damit über dem oberen Ende der eigenen Prognose. Die Bruttomarge erreichte 66,4 Prozent. Den Löwenanteil liefert das Geschäft mit Hochleistungsrechnern, zu dem auch KI-Beschleuniger zählen: Es macht inzwischen 68 Prozent des Umsatzes aus, Smartphones nur noch 21 Prozent. Moderne Fertigungsverfahren mit 7 Nanometern und weniger stehen für 79 Prozent der Wafer-Umsätze.
Für das vierte Quartal erwartet TSMC einen Umsatz zwischen 52,3 und 54,3 Milliarden Dollar (rund 46,7 bis 48,4 Milliarden Euro), was einem Plus von rund 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem Wachstum von rund 44 Prozent. Investiert werden heuer 60 bis 64 Milliarden Dollar (rund 53,5 bis 57,1 Milliarden Euro), in den kommenden drei Jahren soll es deutlich mehr werden.
„Keine Anzeichen einer Abschwächung“
Wei zeigte sich bei der Vorstellung der Zahlen betont optimistisch. „Die Nachfrage ist extrem robust. Wir haben keine Anzeichen einer Abschwächung gesehen“, sagte er. Die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot sei „immer noch ziemlich groß“. Alle KI-Firmen würden mit TSMC zusammenarbeiten, und der Konzern habe nicht vor, anderen etwas übrig zu lassen. Die bisherige Prognose für das jährliche Wachstum bei KI-Beschleunigern, die im mittleren bis hohen 50-Prozent-Bereich liegt, werde „wahrscheinlich höher“ ausfallen.
Entsprechend baut TSMC aus. Die 2-Nanometer-Fertigung läuft in Hsinchu und Kaohsiung hoch, die Kapazität soll sich 2027 mehr als verdoppeln. Die nächste Generation A14 soll 2028 in Serie gehen. In Tainan entstehen zusätzliche 3-Nanometer-Fabriken, die zweite Fabrik in Arizona soll im dritten Quartal 2027 die Serienproduktion starten. Engpässe bremsen die ganze Kette: Auch der Lithografie-Spezialist ASML kann nach eigenen Angaben gar nicht so viele Maschinen bauen, wie die Branche haben will.
Wer betreibt die Terafab?
Spannend wird es in Texas. TSMC prüft dort einen weiteren Standort und führt laut Wei auch Gespräche mit einem Kunden über das Projekt Terafab. Dahinter steckt Musks Plan, für Tesla und SpaceX eine eigene Chipfabrik zu bauen, die Rechenleistung für KI, Robotaxis, Roboter und Raumfahrt liefern soll. Wei stellte dafür eine klare Bedingung: „Die Fabrik muss von TSMC betrieben werden.“
Musk hatte das erst kürzlich ganz anders formuliert. „Nein, wir werden die Fabrik bauen und betreiben. Daran soll es KEINEN Zweifel geben“, schrieb er auf X. TSMC könne höchstens einen Teil der Terafab mieten, „aber nicht mehr als das“. Wie die beiden Positionen zusammenpassen sollen, ist offen. Wei rechnet für den Bau einer neuen Fabrik mit zwei bis drei Jahren. Die Terafab gilt auch als eines der Argumente für eine mögliche Fusion von Tesla und SpaceX, weil sie in einem gemeinsamen Konzern leichter umzusetzen wäre.
Die Konkurrenz und die Risiken
Im Geschäft mit den modernsten Chips hat TSMC derzeit kaum ernsthafte Konkurrenz. Samsung und Intel versuchen mit ihren eigenen Foundry-Sparten aufzuholen, liegen bei Volumen und Kundenzahl aber deutlich zurück. Musks Terafab wäre ein weiterer Versuch, sich von TSMC unabhängiger zu machen.
Ganz ohne Risiken ist das Geschäft trotzdem nicht. Steigende Preise für Komponenten und die unsichere Konjunktur setzen Smartphones und anderen Konsumgeräten zu, TSMC plant 2027 deshalb vorsichtig. Die Fabriken im Ausland drücken zudem auf die Marge, laut TSMC künftig um drei bis vier Prozentpunkte statt bisher rund zwei. Und erst kürzlich hat der Internationale Währungsfonds vor einer Schuldenspirale beim KI-Ausbau gewarnt: Sollten die Investitionen in Rechenzentren einbrechen, würde das auch TSMC treffen.

