Wiener DeepTech Invisible-Light Labs erhält 1,5 Mio. Euro
Das TU Wien-Spin-off Invisible-Light Labs (ILL) hat eine Pre-Seed-Finanzierung über 1,5 Millionen Euro abgeschlossen. Die Jungfirma entwickelt Infrarot-Analysetechnologie für Nanomaterialien. Mit dem frischen Kapital will das Startup die internationale Kommerzialisierung seines Flagship-Produkts EMILIE™ beschleunigen. Neue Produkte für Umweltmonitoring, pharmazeutische Analysen und Nanotechnologie-Anwendungen stehen ebenfalls auf der Roadmap.
Invisible-Light Labs ermöglicht Analyse von Nanomaterialien
XISTA Science Ventures und aws Gründungsfonds leiten die aktuelle Runde. Fund F beteiligt sich ebenfalls. Gegründet von Silvan Schmid, Josiane P. Lafleur, Niklas Luhmann und Hajrudin Bešić, kombiniert Invisible-Light Labs nanoelektromechanische Sensorik (NEMS) mit Fourier-Transform-Infrarot-Spektroskopie (FTIR). Das ermöglicht chemische Analysen von Nanomaterialien und Substanzen, die nur in extrem kleinen Mengen verfügbar sind.
Nanomaterialien wie Aerosole, Nanoplastik und Nanopharmazeutika gewinnen in Umweltgesundheit, Verbrauchersicherheit, Therapeutika und Halbleitern an Bedeutung. Konventionelle Analysemethoden stoßen jedoch an Grenzen, wenn es darum geht, solche Materialien in kurzer Messzeit auf relevanter Skala chemisch zu charakterisieren. Invisible-Light Labs adressiert diese Lücke.
EMILIE™-System 2024 auf den Markt gekommen
Der European Innovation Council vergab 2022 einen EIC-Transition-Grant über 2,22 Millionen Euro für das NEMILIES-Projekt, um die NEMS-Technologie vom Labor in den Markt zu überführen. EMILIE™ kam 2024 kommerziell auf den Markt. Das Fachjournal The Analytical Scientist kürte es zur Innovation #1 des Jahres 2024. 2025 folgte eine strategische Partnerschaft mit Bruker Optics, um die globale Verfügbarkeit des co-gebrandeten EMILIE™-Systems auszubauen.
Im April 2026 demonstrierten zwei Peer-Review-Publikationen die Leistungsfähigkeit der Technologie. In ACS Nano berichtete das Team über die chemische Identifikation von Nanoplastik auf Pikogramm-Niveau, einschließlich der Analyse von Nanoplastik aus einem einzelnen Nylon-Teebeutel. In Science Advances zeigten sie, dass die Plattform die chemische Zusammensetzung von submicrometer-großen atmosphärischen Aerosolen quantifizieren kann.
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Technologie soll zugänglicher werden
„EMILIE™ kombiniert die hohe Empfindlichkeit der nanomechanischen Sensorik mit der weiten Verfügbarkeit von Infrarot-Spektrometern. Diese Finanzierung wird es uns ermöglichen, diese neue Fähigkeit in mehr Hände zu bringen, von Forscher:innen, die neue nanopartikelbasierte Medikamente und Nanomaterialien entwickeln, bis hin zu Atmosphärenwissenschaftler:innen, die an den Polen der Erde arbeiten“, erklärt Josiane P. Lafleur, CEO und Co-Founderin von Invisible-Light Labs.
„Wir sind zutiefst beeindruckt davon, wie das Gründungsteam von ILL starke wissenschaftliche Erkenntnisse in eine außergewöhnliche Technologie und ein außergewöhnliches Produkt übersetzt hat, das nun gemeinsam mit Bruker, dem Marktführer auf diesem Gebiet, vermarktet wird. Dies mit begrenzten Ressourcen zu erreichen, spricht für die Fähigkeiten, den Fokus und den Antrieb des Teams. Wir freuen uns darauf, ILL in der nächsten Phase seiner Entwicklung zu unterstützen“, sagt Alexander Schwartz, Partner bei XISTA Science Ventures.

