Bodendrohnen für die Ukraine: ARX Robotics vertieft Allianz mit Roboneers
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Nicht nur in der Luft, auch am Boden übernehmen Roboter in der Ukraine immer mehr Aufgaben von Soldat:innen: Das Münchner DefenseTech ARX Robotics hat mit dem ukrainischen Hersteller Roboneers eine strategische Partnerschaft für unbemannte Landkriegsführung geschlossen. Unterzeichnet wurde die Vereinbarung soeben in Kyjiw, im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Zwei Hersteller, eine Flotte
Die Partnerschaft sieht vor, dass die Systeme beider Hersteller technisch miteinander integriert werden. ARX Robotics und Roboneers beliefern die ukrainischen Streitkräfte bereits gemeinsam mit Bodendrohnen. Im Juni hatten die beiden Unternehmen das Produktions-Joint-Venture ARX Industries gegründet, das die Roboneers-Bodendrohne Rys Pro in Serie in der Ukraine und in Deutschland fertigen soll. Das Ziel: im ersten Jahr mehrere tausend Fahrzeuge, später zehntausende pro Jahr. Eingesetzt werden die Fahrzeuge etwa zur Evakuierung Verwundeter, für Nachschub an die Front oder zur Minenräumung.
„Softwaredefinierte unbemannte Verteidigungslösungen sind für Landstreitkräfte auf einem modernen Schlachtfeld, auf dem jede Aktion vom Feind beobachtet werden kann, von entscheidender Bedeutung“, sagt ARX-CEO Marc Wietfeld. Gemeinsam mit Roboneers wolle man den ukrainischen Streitkräften eine UGV-Flotte im großen Maßstab liefern und die Erfahrungen von der Front auch in die Landsysteme anderer westlicher Armeen einfließen lassen.
Der Bedarf ist riesig. Die ukrainische Regierung schätzt, dass sie heuer rund 50.000 unbemannte Bodensysteme braucht. Mit seiner eigenen Bodendrohne Gereon betreibt ARX nach eigenen Angaben schon jetzt die größte Flotte eines westlichen Herstellers in der Ukraine. Dass es seine Produktion rasch hochfahren kann, hat das Unternehmen nach eigenen Angaben zuletzt gemeinsam mit Industriepartnern wie dem Motorenhersteller Deutz gezeigt.
Rasantes Wachstum seit 2022
ARX Robotics wurde erst 2022 gegründet und baut neben den Bodenfahrzeugen der Gereon-RCS-Serie das KI-Betriebssystem Mithra OS, mit dem sich auch bestehende Militärfahrzeuge digitalisieren lassen. Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeiter:innen in München, Berlin, London und Kyjiw. Erst kürzlich ist ARX nach Polen und Österreich expandiert. Finanziert ist das DefenseTech unter anderem von HV Capital, dem NATO Innovation Fund und Speedinvest, das im Vorjahr eine Erweiterung der Series A über 11 Millionen Euro anführte.
Konkurrenz aus dem eigenen Umfeld
Der Kanzlerbesuch war für die deutsche DefenseTech-Szene ein wichtiger Termin. Am selben Tag kündigte Merz an, dass Deutschland Zehntausende Abfangdrohnen von Quantum Systems für die Ukraine finanziert. Quantum Systems ist zugleich ein neuer Rivale von ARX am Boden: Nachdem Quantum-Gründer Florian Seibel seine Beteiligung an ARX verkauft hatte, stellte das Unternehmen Anfang des Jahres mit MANDRILL sein erstes eigenes Bodenfahrzeug vor. Zu den etablierten Anbietern unbemannter Landsysteme in Europa zählen außerdem der estnische Hersteller Milrem Robotics mit seinem THeMIS sowie Rheinmetall mit dem Mission Master.

