Bitcoin kann sich trotz laufendem Irankrieg zurück auf 72.000 Dollar schwingen
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Bitcoin hat am Freitag, dem 13. März 2026, die Marke von 72.000 Dollar durchbrochen und damit ein Wochenhoch erreicht. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktienmärkte unter dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten leiden und die Ölpreise auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen sind. Die Entwicklung wirft die Frage auf, warum sich Bitcoin anders verhält als traditionelle Risikoanlagen.
Marktentwicklung im Überblick
Bitcoin verzeichnete seit Mitternacht UTC einen Anstieg von 2 Prozent und übertraf damit die Performance der US-Aktienmärkte. Während die Futures auf den Nasdaq 100 und S&P 500 zunächst fielen und nur leicht ins Plus drehten, zeigte sich der Kryptomarkt relativ robust. Der CoinDesk 20 Index (CD20) legte um 1,1 Prozent zu, während der US-Dollar-Index (DXY) über die Marke von 100 kletterte.
Besonders bemerkenswert ist dieser Anstieg vor dem Hintergrund, dass ein stärkerer Dollar normalerweise Druck auf Risikoanlagen wie Kryptowährungen und Aktien ausübt. Am Donnerstag war Brent-Rohöl um 9,2 Prozent gestiegen, der größte Tagesgewinn seit 2020. Dennoch blieb Bitcoin stabil und gewann sogar an Wert. Auch andere Krypto-Assets wie Ethereum, BNB, XRP, Solana (SOL), Dogecoin (DOGE) und Cardano (ADA) legten zu:
| # | Coin | Symbol | Price (USD) | 24h % | 7 Days % |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Bitcoin | BTC | $72,300.45 | +2.48% | +2.56% |
| 2 | Ethereum | ETH | $2,125.36 | +2.60% | +3.05% |
| 3 | BNB | BNB | $667.05 | +2.24% | +4.31% |
| 4 | XRP | XRP | $1.42 | +2.57% | +1.79% |
| 5 | Solana | SOL | $90.14 | +3.82% | +2.68% |
| 6 | TRON | TRX | $0.2887 | −0.20% | +0.67% |
| 7 | Dogecoin | DOGE | $0.09983 | +5.55% | +6.76% |
| 8 | Cardano | ADA | $0.2740 | +4.52% | +2.47% |
| 9 | Hyperliquid | HYPE | $37.34 | −0.55% | +22.14% |
Mögliche Erklärungen für Bitcoins Widerstandsfähigkeit
Krypto-spezifische Nachfrage
Analysten verweisen auf starke, krypto-spezifische Nachfrage als einen Faktor. Die Derivate-Positionierung zeigt deutliche Signale: Das branchenweite Futures Open Interest stieg innerhalb von 24 Stunden um 5 Prozent auf 107,6 Milliarden Dollar. Dies deutet auf anhaltende Kapitalzuflüsse hin, während globale Aktienmärkte unter Druck stehen.
Bitcoins Open Interest erreichte 687.200 BTC, den höchsten Stand seit dem 25. Februar. Die annualisierten Perpetual Funding Rates und kumulativen Volumen-Deltas bleiben positiv, was auf eine Präferenz für bullische Positionen hindeutet. Auch bei anderen Kryptowährungen wie XRP, SOL, ADA und SUI stiegen die Open Interest-Werte deutlich.
Sinkende Volatilität im Kryptomarkt
Bitcoins annualisierter 30-Tage-Volatilitätsindex (BVIV) fiel auf ein Zweiwochentief von 55 Prozent. Diese Stabilität steht im Kontrast zur erhöhten Volatilität am US-Staatsanleihenmarkt und unterstützt die Fortsetzung von Kursanstiegen im Spotmarkt. Auch bei Ethereum sinkt die Volatilität, was auf eine Beruhigung der Marktstimmung hindeutet.
Erwartungen zur globalen Liquidität
„Der entscheidende Faktor für Bitcoin ist letztendlich die globale Liquidität. Derzeit scheinen Investoren wenig langfristige Störungen der Liquiditätsbedingungen einzupreisen, getrieben von der Hoffnung, dass die Ölkrise kurzlebig sein wird.“
Nic Puckrin, Co-Gründer von Coin Bureau, weist darauf hin, dass prolongierte Ölschocks in der Vergangenheit zu Bitcoin-Schwäche geführt haben. Solange Investoren jedoch davon ausgehen, dass der Konflikt begrenzt bleibt und die globale Liquidität nicht nachhaltig beeinträchtigt wird, könnte Bitcoin seine Stärke beibehalten.
Technische Perspektive und Ausblick
Aus technischer Sicht steht Bitcoin vor einer entscheidenden Marke. Ein Durchbruch über 74.000 Dollar mit überzeugendem Volumen könnte eine Bewegung in Richtung 80.000 Dollar auslösen. Scheitert dieser Ausbruch, dürfte Bitcoin in der Handelsspanne verbleiben, die seit dem 5. Februar besteht.
Der Altcoin-Markt zeigte ebenfalls Stärke. Der CoinMarketCap Altcoin Season Index erreichte mit 40 von 100 Punkten den höchsten Stand seit dem 9. Januar. Besonders stark performten KI-Token wie Bittensor (TAO) und Artificial Super Intelligence Alliance (FET) mit jeweils 14 Prozent Zuwachs.
Risikofaktoren und Gegenszenarien
Die aktuelle Stärke Bitcoins könnte sich umkehren, sollte sich der Konflikt ausweiten und das Vertrauen in eine schnelle Lösung schwinden. Puckrin warnt, dass ein Szenario wie 2022 eintreten könnte, als die aggressive Zinserhöhungspolitik der Federal Reserve zur Inflationsbekämpfung die Bitcoin-Preise belastete.
Sollte die globale Liquidität sich tatsächlich verschärfen, könnte Bitcoins derzeitige Stärke untergraben werden. Die Aktienmärkte zeigen bereits Schwäche: Der S&P 500 fiel um 1,52 Prozent, der Dow um 1,56 Prozent und der technologielastige Nasdaq um 1,73 Prozent. Letzterer leidet besonders unter Sorgen über die Energieversorgung für energieintensive KI-Unternehmen.
Fazit
Bitcoins Anstieg über 72.000 Dollar trotz geopolitischer Spannungen und steigender Energiepreise lässt sich durch mehrere Faktoren erklären: starke krypto-spezifische Nachfrage, sinkende Volatilität im Kryptomarkt und die Erwartung, dass die Liquiditätsbedingungen nicht nachhaltig gestört werden. Die Entwicklung zeigt, dass Bitcoin sich zunehmend von traditionellen Risikoanlagen abkoppeln kann, solange die Marktstruktur intakt bleibt.
Ob diese Widerstandsfähigkeit anhält, hängt maßgeblich davon ab, wie sich der Konflikt entwickelt und ob die globale Liquidität tatsächlich unbeeinflusst bleibt. Ein prolongierter Energiepreisschock mit daraus resultierenden Inflationssorgen und geldpolitischen Straffungen könnte auch Bitcoin unter Druck setzen.

