Blackwall holt 100 Mio. Dollar und ist jetzt 2,2 Mrd. Dollar wert
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Je mehr KI-Bots durchs Netz streifen, desto mehr ist ein Türsteher wert: Das estnische Cybersecurity-Startup Blackwall hat in einer Series C 100 Millionen Dollar (rund 89 Millionen Euro) eingesammelt, wie TechCrunch berichtet. Die Bewertung liegt nun bei 2,2 Milliarden Dollar (rund 1,96 Milliarden Euro) und hat sich damit seit der letzten Runde vervierfacht.
AVP führt die Runde an
Angeführt wird die Finanzierung vom Investor AVP, die bestehenden Geldgeber Dawn Capital, MMC Ventures und Tera Ventures sind wieder dabei. Erst im März 2025 hatte das Unternehmen, das damals noch BotGuard hieß, eine Series B über 45 Millionen Euro abgeschlossen und sich dabei in Blackwall umbenannt. Gegründet wurde Blackwall von CEO Nikita Rozenberg und Denis Prochko, Executive Chairman ist Roi Carthy.
Mit dem frischen Geld will Blackwall in Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik und im Nahen Osten wachsen und weitere Sicherheitswerkzeuge entwickeln. Zahlen zu Umsatz, Kund:innen oder Mitarbeiter:innen nennt das Unternehmen nicht. Schon Ende September hatte das estnische Ranking TopTech Blackwall auf Basis einer Umsatzschätzung mit rund 1 Milliarde Euro bewertet und zum jüngsten Unicorn des Landes erklärt.
Türsteher für Webhoster
Blackwall filtert den Datenverkehr, der auf Websites trifft. Das Unternehmen trennt echte Besucher:innen und erwünschte KI-Agenten von bösartigen Bots, Scrapern und Angreifern. Dafür erkennt es per digitalem Fingerabdruck, welche Software hinter einer Anfrage steckt, und bewertet mit eigenen KI-Modellen, was diese vorhat. Dazu kommen Schutz vor DDoS-Attacken, Zertifikatsverwaltung und das Routing von Datenverkehr.
Das Besondere ist das Geschäftsmodell: Blackwall verkauft nicht direkt an Website-Betreiber:innen, sondern an Hosting-, Cloud- und Managed-Service-Anbieter. Diese bündeln die Werkzeuge unter eigener Marke mit ihren Angeboten, legen die Preise selbst fest und teilen die Erlöse mit Blackwall. Kund:innen bekommen eine Gratis-Version, die Datenverkehr und Bedrohungen anzeigt, und zahlen für den eigentlichen Schutz.
Cloudflare und Co. als Konkurrenz
Groß geworden ist das Problem durch KI. Agenten, die im Auftrag von Nutzer:innen Websites besuchen, Daten sammeln oder bald auch einkaufen, verhalten sich oft unberechenbar und belasten Server. Rozenberg rechnet damit, dass Websites künftig genau steuern müssen, welche Agenten zu welchen Bedingungen Zugriff bekommen und wie sie bezahlen dürfen.
Auf diesen Markt zielen auch die Großen der Branche. Cloudflare bietet mit AI Crawl Control ein Werkzeug, mit dem Website-Betreiber:innen einzelne KI-Crawler zulassen, blockieren oder zur Kasse bitten können, dazu kommen Akamai und Imperva. Blackwall will laut Rozenberg nicht direkt mit ihnen konkurrieren und wirbt damit, dass Hoster bei seinem Modell die Kundenbeziehung behalten.

