Neobroker

Trade Republic gründet eigenen Lebensversicherer in Liechtenstein

The founders of Trade Republic. © Trade Republic
The founders of Trade Republic. © Trade Republic

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Erst Broker, dann Bank, jetzt Versicherer: Trade Republic hat sich in Liechtenstein einen eigenen Lebensversicherer zugelegt. Die Justinian Versicherungs AG mit Sitz in Vaduz hat kürzlich von der Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht FMA die Lizenz für das Lebensversicherungsgeschäft erhalten. Zuerst hatte das Branchenportal Versicherungsmonitor darüber berichtet. Bis vor Kurzem hieß die Gesellschaft noch Trade Republic Assurance AG.

Garantie fürs Altersvorsorgedepot

Die Lizenz umfasst klassische Lebensversicherungen sowie fondsgebundene Lebensversicherungen. Klassische Policen wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung will Trade Republic laut WirtschaftsWoche aber nicht verkaufen. Der Versicherer sei vielmehr „ein Mittel zum Zweck“ für das Altersvorsorgedepot, das ab 2027 die Riester-Rente ablösen soll.

Konkret dürfte es um eine dritte Variante gehen: ein Altersvorsorgedepot mit Beitragsgarantie. Wer sich dafür entscheidet, bekommt zum Rentenbeginn mindestens 80 oder 100 Prozent der eingezahlten Beiträge zurück, verzichtet dafür aber auf Rendite. Anders als die beiden bisher angekündigten Varianten soll die Garantie-Version bei Trade Republic Berichten zufolge nicht kostenlos sein, was sie kosten wird, ist unbekannt. Trade Republic selbst hat sich zu den Plänen bisher nicht geäußert.

Zielgruppe sind vor allem sicherheitsbewusste Sparer:innen und Menschen, die kurz vor der Rente stehen und keine großen Kursschwankungen mehr riskieren wollen. Und davon gibt es viele: In Deutschland zahlen mehr als 15 Millionen Menschen in einen Riester-Vertrag ein, die Garantie war dort bisher Pflicht.

Preiskampf um die Riester-Nachfolge

Erst vergangene Woche hat Trade Republic angekündigt, sein Altersvorsorgedepot komplett kostenlos anzubieten, ohne Depotgebühren, ohne Kosten für Sparpläne und mit Dutzenden ETFs, deren Fondskosten der Neobroker den Kund:innen gutschreibt. Damit reagierte Trade Republic auf den Münchner Rivalen Scalable Capital, der den Preiskampf eröffnet hatte.

Mit dem eigenen Versicherer greift Trade Republic nun ein Feld an, das bisher Allianz, Ergo und Co. gehörte. Scalable setzt dagegen bewusst auf Depots ohne Garantie. „Wer fürs Alter spart, darf nicht durch Gebühren oder Garantien ausgebremst werden“, sagte Gründer und Co-CEO Erik Podzuweit kürzlich.

Leisten kann sich Trade Republic den Ausbau: Der Neobroker hat im Geschäftsjahr 2024/25 754 Millionen Euro Umsatz erzielt und den Gewinn fast versiebenfacht. Mehr als zehn Millionen Kund:innen nutzen die App, bei der jüngsten Secondary-Transaktion wurde Trade Republic mit 12,5 Milliarden Euro bewertet.

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