bloomnow: Oberösterreichisches Startup für neurodivergente Kinder startet in der DACH-Region
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Vom Herzensprojekt zur App in drei Ländern: Das oberösterreichische Startup bloomnow ist am heutigen Donnerstag in Österreich, Deutschland und der Schweiz gestartet. Die Plattform richtet sich an Familien neurodivergenter Kinder sowie an Pädagog:innen und Fachpersonen. Nach Angaben des Unternehmens haben wenige Stunden nach dem Launch bereits knapp 200 Menschen die App heruntergeladen. Auf der Warteliste standen zuvor mehr als 810 Interessierte, und zwar ohne bezahltes Marketing.
Hilfe ab dem ersten Bauchgefühl
bloomnow will die Lücke zwischen dem ersten Verdacht, dass ein Kind anders tickt, und einer Diagnose oder einem Therapieplatz schließen. Laut dem Startup ist jedes fünfte Kind neurodivergent. Wer sich private Unterstützung leisten kann, zahle dafür mehr als 500 Euro im Monat, alle anderen würden bis zu zwei Jahre warten. Bis zu einer Diagnostik vergehen je nach Land ein bis sechs Jahre, erklärte CEO Anna-Christine Enzinger kürzlich im Interview mit Trending Topics.
Die App bietet Soforthilfe mit praktischen Werkzeugen wie Atemübungen, Checklisten und Leitfäden für Gespräche mit Pädagog:innen, dazu eine Community für den Austausch mit anderen Betroffenen und Expert:innen. 185 Fachleute sind auf der Plattform gelistet, ein unbezahlter Fachbeirat aus Ärzt:innen, Therapeut:innen und Pädagog:innen begleitet das Projekt. Ein Jahr Zugang soll so viel kosten wie sonst eine einzelne Therapiestunde. In der Beta-Phase gaben laut bloomnow 98 Prozent der Nutzer:innen positives Feedback.
Gründerinnen-Trio und tech2b
Hinter bloomnow stehen CEO Anna-Christine Enzinger, die Brasilianerin Josiele Garcia Próbio, zuständig für Qualitätsmanagement und Regulatory Affairs, sowie die Französin Roxane Hunot als COO. Unterstützt wird das Startup vom oberösterreichischen Inkubator tech2b. Im September gewann bloomnow beim EDISON 2026 den Award in der Kategorie „Pionier:innen“.
Der Weg zum Medizinprodukt
Noch ist bloomnow kein zertifiziertes Medizinprodukt. Das schränkt das Angebot derzeit ein: Erst mit einer Zertifizierung nach der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) darf die App einordnen, welche Übung oder welche Expertin einem bestimmten Kind hilft. Das Team rechnet für diesen Schritt mit ein bis zwei Jahren. In fünf Jahren will bloomnow nach eigenen Angaben mehr als einer Million Familien geholfen haben und in mehreren Ländern aktiv sein.

