BYD verkauft in einem Monat mehr E-Autos als die gesamten USA in einem Quartal
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Was die USA in drei Monaten an E-Autos zulassen, verkauft BYD in einem.
Der chinesische Autokonzern hat im Oktober laut CnEVPost 305.743 rein batterieelektrische Pkw verkauft, ein Plus von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erstmals mehr als 300.000 in einem Monat. Zum Vergleich: In den USA wurden im gesamten dritten Quartal laut Kelley Blue Book rund 262.500 E-Autos verkauft, und das war dort das beste Quartal des Jahres. Inklusive Plug-in-Hybriden kam BYD im Oktober auf 490.168 Fahrzeuge, 11 Prozent mehr als im Vorjahr und der stärkste Monat 2026. Der Anteil reiner E-Autos am Absatz liegt inzwischen bei 63 Prozent, vor einem Jahr war es die Hälfte.
Export verdoppelt, Heimmarkt schrumpft
Hinter dem Rekord steckt eine Verschiebung, die für Europa wichtiger ist als die Gesamtzahl. In China selbst verkaufte BYD im Oktober mit knapp 320.000 Fahrzeugen rund 11 Prozent weniger als im Vorjahr, seit Jahresbeginn liegt der Heimatabsatz sogar 28 Prozent im Minus. Der Preiskrieg mit Dutzenden Billigmarken und das Auslaufen staatlicher Kaufanreize drücken die Nachfrage. Den Ausgleich holt sich BYD im Ausland: 170.194 Fahrzeuge gingen im Oktober in den Export, mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr, seit Jänner sind es über 1,5 Millionen. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern laut Electrek rund 2 Millionen Auslandsverkäufe an, 2027 sollen es mehr als 2,5 Millionen werden. Unterm Strich liegt BYD nach zehn Monaten mit 3,62 Millionen Fahrzeugen knapp 2 Prozent unter dem Vorjahr, die Plug-in-Hybride verlieren, die reinen E-Autos wachsen.
Der schwache Heimmarkt ist auch der Grund, warum die Zahl für den Rest der Welt alarmierend ist: Die Überkapazitäten, die in China entstanden sind, müssen irgendwo hin. Der Konzern hat mit Flash-Chargern in Deutschland begonnen, ein eigenes Ladenetz aufzubauen, und baut in Szeged in Ungarn sein erstes europäisches Werk, das nach Verzögerungen Ende des Jahres in die Serienfertigung gehen soll. Damit umgeht BYD die EU-Zusatzzölle auf in China gebaute E-Autos, die seit 2024 gelten. Bisher reagierte der Konzern auf die Zölle vor allem mit Plug-in-Hybriden, die nicht darunterfallen: Im ersten Halbjahr kam BYD in Europa laut Branchendaten auf 174.144 Zulassungen und einen Marktanteil von 2,4 Prozent, gleichauf mit Tesla, das ein Jahr zuvor noch deutlich vorne lag, allerdings mit einem beträchtlichen Hybrid-Anteil.
Warum die USA so weit zurückliegen
Dass ein einzelner Hersteller den gesamten US-Markt in einem Monat überholt, hat zwei Ursachen. Die eine ist China: Über die Hälfte aller weltweit verkauften E-Autos entfällt auf das Land, und BYD ist dort Marktführer mit einer Fertigungstiefe von der Batteriezelle bis zum Halbleiter, die kein westlicher Hersteller erreicht. Die andere sind die USA selbst: Der Markt ist mit einem E-Auto-Anteil von unter 10 Prozent klein, die Bundessteuergutschrift von 7.500 Dollar ist weggefallen, und chinesische Autos sind durch Zölle von 100 Prozent faktisch ausgesperrt. BYD verkauft in den USA kein einziges Auto und rechnet trotzdem den Vergleich auf, weil er die Größenordnung zeigt.
Die Gegenrechnung kommt von den Zahlen selbst: BYDs Gesamtabsatz stagniert, das Wachstum kommt aus dem Export, und Exportmärkte lassen sich mit Zöllen, Lokalisierungspflichten und Sicherheitsbedenken schließen. Die EU prüft bereits, wie sie mit Mindestpreisen oder Technologietransfer-Auflagen auf chinesische Werke in Europa reagiert, und in Ungarn entsteht eine Fabrik, deren Wertschöpfung zunächst großteils aus China kommt. Ob BYD in Europa so wächst wie in Südostasien oder Lateinamerika, entscheidet sich weniger in Shenzhen als in Brüssel.
