China

DeepSeek und Moonshot AI: Chinas KI-Stars drängen an die Börse

Collage with the logos of DeepSeek, Kimi Moonshot AI and Z.ai
DeepSeek and Moonshot AI are preparing to go public, following Z.ai. © Trending Topics

Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.

Nach Zhipu und MiniMax wollen jetzt auch die beiden bekanntesten KI-Labore Chinas an die Börse: DeepSeek bereitet ein Listing in Shanghai vor, Moonshot AI, die Firma hinter den Kimi-Modellen, peilt Hongkong an. Beide sind binnen weniger Monate zu Bewertungen jenseits der 50 Milliarden Dollar gewachsen. Ein Blick auf die Benchmarks zeigt allerdings: Beim reinen Leistungsvergleich liegen ihre Modelle derzeit nicht ganz vorne, auch nicht unter den chinesischen Konkurrenten.

Moonshot AI: Hongkong im ersten Quartal 2027

Moonshot AI wurde in seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit knapp 50 Milliarden Dollar (rund 42,7 Milliarden Euro) bewertet, berichtet Bloomberg. Im Sommer lag die Bewertung noch bei 31,5 Milliarden Dollar, im Mai bei einer von Meituan angeführten Runde bei rund 20 Milliarden, Ende 2025 erst bei etwa 4,3 Milliarden. Zu den Geldgebern zählen Alibaba und Tencent. Auch eine Gruppe französischer Investoren hat sich vor dem Börsengang über ein Investmentvehikel eingekauft.

Der Börsengang soll im ersten Quartal 2027 in Hongkong erfolgen, erste Gespräche mit Investor:innen könnten schon diesen Monat starten. Moonshot erwägt laut Bloomberg, bis zu 5 Milliarden Dollar (rund 4,3 Milliarden Euro) einzusammeln. Begleitet wird der IPO von Bank of America, CICC, Deutsche Bank und Goldman Sachs. Auch das Geschäft wächst rasant: Der annualisierte Umsatz liegt bei rund einer Milliarde Dollar und soll bis Dezember auf zwei Milliarden steigen. Treiber ist das Open-Weight-Modell Kimi K3, das im Juli für einen „neuen DeepSeek-Moment“ an den Börsen sorgte.

DeepSeek: Zweite Milliardenrunde und Listing in Shanghai

DeepSeek kam bis vor wenigen Monaten ganz ohne externe Investoren aus. Im Frühsommer schloss das Labor aus Hangzhou dann seine erste Finanzierungsrunde ab: rund 7,4 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von mehr als 50 Milliarden Dollar. Den größten Teil steuerte Gründer Liang Wenfeng selbst bei, dazu kamen Tencent, der Batteriehersteller CATL und Chinas staatlicher KI-Fonds.

Nun steht laut The Information bereits die zweite Runde vor dem Abschluss: weitere 50 Milliarden Yuan (rund 7,5 Milliarden Dollar oder 6,4 Milliarden Euro) bei einer Bewertung von 500 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 75 Milliarden Dollar (64 Milliarden Euro). Der annualisierte Umsatz hat sich auf rund eine Milliarde Dollar verdoppelt, nachdem DeepSeek im August die Preise angehoben hatte. Für den Börsengang an der Technologiebörse STAR Market in Shanghai hat DeepSeek laut South China Morning Post die Citic Securities und drei weitere Banken als Konsortialführer geholt. Der IPO-Prozess soll noch heuer starten, das Listing selbst wird für 2027 erwartet.

Wo ihre Modelle bei Artificial Analysis liegen

Im Intelligence Index von Artificial Analysis, der die Ergebnisse aus zahlreichen Benchmarks bündelt, dominieren derzeit die US-Labore. Die besten Modelle von Moonshot und DeepSeek im Vergleich:

Modell Anbieter Intelligence Index Kosten pro Aufgabe
Claude Opus 5.5 (max) Anthropic 58 5,98 Dollar
Gemini 4 Argon (high) Google 53 1,99 Dollar
GPT-6 Astra (max) OpenAI 53 3,26 Dollar
MiMo-V2.6-Pro Xiaomi 46 0,13 Dollar
GLM-5.3 (max) Z.ai 45 2,01 Dollar
Qwen3.8 Max Alibaba 45 5,41 Dollar
Kimi K3 (max) Moonshot AI 44 2,00 Dollar
DeepSeek V4.1 Flash (max) DeepSeek 39 0,27 Dollar
DeepSeek V4 Pro 0813 (max) DeepSeek 36 0,67 Dollar

Kimi K3 kommt damit auf 44 Punkte und liegt 14 Punkte hinter dem Spitzenreiter. Zum Start im Juli spielte das Modell noch in der Liga von Gemini 3.1 Pro, inzwischen haben nicht nur die US-Labore nachgelegt, sondern auch chinesische Konkurrenten: Xiaomis MiMo-V2.6-Pro führt mit 46 Punkten die Rangliste der Open-Weight-Modelle an, knapp vor GLM-5.3 von Z.ai und Kimi K3.

DeepSeek fällt noch weiter zurück. Das beste Modell, V4.1 Flash, erreicht 39 Punkte, das Flaggschiff V4 Pro sogar nur 36. Seine Stärke spielt DeepSeek beim Preis aus: V4.1 Flash kostet pro Aufgabe nur rund 27 Cent, ein Bruchteil dessen, was Claude, GPT oder Kimi K3 verlangen.

Starke Konkurrenz an der Börse

An der Börse treffen DeepSeek und Moonshot auf bereits notierte Konkurrenten aus China. Zhipu, das unter dem Namen Z.ai auftritt, und MiniMax sind bereits gelistet und wurden zuletzt mit 46,6 bzw. 13 Milliarden Dollar bewertet. Dazu kommen Tech-Konzerne wie Alibaba und Xiaomi, deren Modelle im Benchmark inzwischen vor Kimi und DeepSeek liegen. Für Anleger:innen dürfte deshalb weniger die Spitzenposition im Ranking zählen als die Frage, wer das starke Umsatzwachstum mit billigen Open-Weight-Modellen auch in Gewinne übersetzen kann.

Rank My Startup: Erobere die Liga der Top Founder!
Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

Wasner + Steinschaden | Der KI Podcast

News, Modelle, Strategien
#glaubandich CHALLENGE: SVAN triumphiert in Klagenfurt

#glaubandich CHALLENGE 2027

Österreichs größter Startup-Wettbewerb - Top-Investoren mit an Bord
© Wiener Börse

IPO Spotlight

powered by Wiener Börse

RankMyStartup.com

Steig' in die Liga der Top Founder auf!

2 Minuten 2 Millionen | Staffel 13

Alle Startups | Alle Deals | Alle Hintergründe

Future{hacks}

Zwischen Hype und Realität

Trending Topics Tech Talk

Der Podcast mit smarten Köpfen für smarte Köpfe

Weiterlesen

Newsletter

Founders Dispatch

Zwei Mal pro Woche kostenlos in die Inbox: die wichtigsten Startups, Deals und Tech-Entwicklungen aus Europa, handgeschrieben von der Redaktion.

Jederzeit abbestellbar. Mehr über den Newsletter