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Nach IPO-Stopp: Oura springt mit Abnehm-Tracking auf den GLP-1-Hype auf

Oura app screens showing the GLP-1 Insights feature
Oura's GLP-1 Insights feature in the Oura app. © Oura

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Der Smart Ring soll künftig auch Abnehmspritzen und -pillen begleiten: Oura bringt seine Funktion GLP-1 Insights sowie die neuen Blutdruck- und Atemanalysen von Health Radar in mehr als 30 weitere Märkte, darunter die EU. Mit der neuen Funktion können Nutzer:innen dokumentieren, wie ihr Körper auf Medikamente wie Ozempic oder Wegovy reagiert, egal ob als Spritze oder Tablette. Gleichzeitig muss der finnische Ring-Hersteller seine größte Baustelle vertagen: Den geplanten Börsengang an der Nasdaq hat Oura erst kürzlich auf Eis gelegt.

Was GLP-1-Medikamente sind

GLP-1 steht für Glucagon-like Peptide-1, ein Hormon, das der Darm nach dem Essen ausschüttet. Es regt die Insulinproduktion an, verlangsamt die Magenentleerung und sorgt für ein Sättigungsgefühl. Medikamente wie Semaglutid (Ozempic, Wegovy) oder Tirzepatid (Mounjaro) ahmen dieses Hormon nach. Ursprünglich für Typ-2-Diabetes entwickelt, werden sie inzwischen massenhaft als Abnehmspritzen eingesetzt. Längst gibt es sie aber auch als Pille: Novo Nordisk hat mit der Wegovy-Pille, die täglich statt einmal pro Woche eingenommen wird, kürzlich die EU-Zulassung zum Abnehmen erhalten, Eli Lillys Tablette Foundayo (Orforglipron) ist bisher nur in den USA zugelassen. Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Müdigkeit und Verdauungsprobleme, außerdem kann der Ruhepuls steigen.

Der Markt ist riesig: Laut Oura sollen bis 2030 weltweit mehr als 100 Millionen Menschen GLP-1-Medikamente nutzen. Viele von ihnen verwenden heute mehrere Apps parallel, um Dosis, Nebenwirkungen und Gewicht festzuhalten. Genau diese Lücke will Oura schließen.

Was Oura wirklich misst

Wichtig zur Einordnung: Der Ring misst nicht das Medikament selbst und auch keinen Wirkstoffspiegel im Blut. GLP-1 Insights ist vielmehr ein Tagebuch, das Oura mit seinen eigenen Sensordaten verknüpft:

  • Manuelle Einträge: Nutzer:innen tragen Dosis und Einnahmeplan, Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Appetitveränderungen sowie ihr Gewicht selbst ein.
  • Automatische Daten: Der Ring ergänzt diese Angaben um seine Werte zu Schlaf, Aktivität, Erholung (Readiness) und Stress.
  • Langzeitverlauf: Aus beidem entsteht eine Übersicht, die zeigt, wie sich Körper und Wohlbefinden im Laufe der Therapie verändern, etwa als Grundlage für das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt.

In den USA, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist die Funktion bereits verfügbar, sie läuft ab dem Oura Ring Gen3. Oura betont selbst, dass der Ring kein Medizinprodukt ist, keine Dosierungen empfiehlt und medizinisches Fachpersonal nicht ersetzt.

Blutdruck und Atmung im Schlaf

Mit Health Radar kommen weitere Gesundheitsfunktionen nach Europa. Kern ist Blood Pressure Signals: Die Funktion wertet im Hintergrund die optischen Pulssignale (PPG) des Rings aus und sucht nach Mustern, die auf eine mögliche Belastung von Herz und Kreislauf hinweisen. Dazu kommt Nighttime BP, das beobachtet, ob der Blutdruck über Nacht wie üblich absinkt. Bleibt dieser Abfall aus, kann das laut Oura ein Hinweis auf Risiken sein, die bei Messungen am Tag unentdeckt bleiben. Eine echte Blutdruckmessung ersetzt der Ring nicht, Werte aus einer klassischen Manschettenmessung lassen sich aber in der App eintragen und mit den Trends abgleichen.

Die zweite Säule ist Nighttime Breathing: Die Funktion zeigt über 30 Tage hinweg, wie regelmäßig jemand im Schlaf atmet und wie oft es zu Atemstörungen kommt. Entwickelt wurde Health Radar laut Oura mit mehr als 40 internen Ärzt:innen und Wissenschaftler:innen. Die Funktionen werden in den kommenden Wochen unter anderem in der EU, Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland, Mexiko und Saudi-Arabien freigeschaltet.

Börsengang vorerst abgeblasen

Die Expansion fällt in eine unruhige Phase. Oura wollte an der Nasdaq bis zu 2,2 Milliarden Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro) einsammeln und wäre am oberen Ende der Preisspanne rund 14 Milliarden Dollar (etwa 12 Milliarden Euro) wert gewesen. Doch dann verschob das Unternehmen den IPO „trotz starker Nachfrage“ wegen der „Unsicherheit am IPO-Markt“, einen neuen Termin gibt es nicht. Am Geschäft lag es nicht: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres stieg der Umsatz um 74 Prozent auf 1,21 Milliarden Dollar, Oura zählt 5,7 Millionen zahlende Mitglieder.

Oura selbst nannte Anthropic nicht als Grund, der Claude-Hersteller dürfte aber eine Rolle gespielt haben. Anthropic will Mitte November an die Börse, seine Geldgeber hoffen auf eine Bewertung von mehr als 2 Billionen Dollar (rund 1,7 Billionen Euro). Laut Bloomberg halten sich manche Kandidat:innen gezielt zurück, weil es schwer sei, neben diesem Mega-IPO überhaupt Aufmerksamkeit zu bekommen. Oura ist damit nicht allein: Auch der Tankstellenbetreiber EG Group, das SoftBank-Unternehmen SB Energy und der Atomkonzern Holtec haben ihre Pläne zuletzt pausiert, wie Trending Topics berichtete. Allerdings nannten Beobachter:innen auch andere Gründe für die IPO-Flaute, etwa die jüngste Zinserhöhung der US-Notenbank, geopolitische Spannungen und die Kursschwankungen bei KI-Aktien.

Konkurrenz am Handgelenk

Mit dem GLP-1-Fokus ist Oura nicht allein. Der US-Konkurrent Whoop hat bereits im Vorjahr eine eigene Studie mit Daten seiner Nutzer:innen veröffentlicht: Demnach stieg der Ruhepuls bei GLP-1-Nutzer:innen, die körperlich aktiv blieben, weniger stark an. Auch Apple, Samsung und Garmin bauen ihre Gesundheitsfunktionen bei Blutdruck und Schlafatmung laufend aus. Hinzu kommen spezialisierte Apps, die sich ganz auf die Begleitung von Abnehmspritzen und -pillen konzentrieren.

Offenlegung: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von Claude erstellt, einem KI-Modell von Anthropic, das im Text erwähnt wird.

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