Exit für Circula: Personio kauft Berliner Spend-Management-Fintech
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Vom Gehalt bis zur Spesenabrechnung, alles aus einer Hand: Das Münchner HR-Unicorn Personio übernimmt das Berliner Fintech Circula, das Unternehmen bei Auslagen, Reisekosten, Firmenkarten und Mitarbeiter-Benefits unterstützt. Es ist die bislang größte Übernahme in der Geschichte von Personio. Einen Kaufpreis nennen die beiden Unternehmen nicht.
Gehalt, Benefits und Spesen auf einer Plattform
Personio ist mit Software für HR und Lohnabrechnung groß geworden und wird nach eigenen Angaben von mehr als 16.000 Unternehmen mit insgesamt 1,6 Millionen Mitarbeitenden genutzt. Circula bringt mehr als 3.000 Kund:innen und rund 250.000 Nutzer:innen mit, darunter Aston Martin, DATEV, Securitas und tonies. Mit dem Zukauf will Personio nach eigenen Angaben der einzige europäische Anbieter sein, der alle Ausgaben eines Unternehmens für seine Mitarbeitenden auf einer Plattform abbildet: Gehalt, Benefits, Auslagen und Firmenkarten.
„Ausgabenmanagement gehört zu den Funktionen, die sich unsere Kunden am häufigsten wünschen“, sagt Personio-CEO und Mitgründer Hanno Renner. In Europa sei das nicht einfach zu lösen, denn genau wie bei der Lohnabrechnung seien die Regeln in jedem Land anders.
Die beiden Unternehmen kennen sich gut. Sie arbeiten seit Jahren zusammen und teilen sich bereits mehr als 500 Kund:innen, darunter Everphone, About You und Westwing. Stammdaten wie Name, Kostenstelle, IBAN und Freigabe-Workflows fließen schon heute von Personio zu Circula. Beide setzen zudem stark auf Steuerberater:innen und tiefe Integrationen mit DATEV, über die Auslagen direkt in die Lohnabrechnung wandern.
Circula bleibt als eigene Marke
Ab sofort tritt Circula als „Circula by Personio“ auf, das Team wechselt zu Personio. Für Kund:innen, die Personio nicht nutzen, soll das Produkt weiterhin eigenständig verfügbar bleiben und weiterentwickelt werden. „Bisher wurde steuerliche Logik beim Ausgabenmanagement und bei Payroll immer von zwei unterschiedlichen Unternehmen gebaut“, sagt Circula-CEO und Mitgründer Nikolai Skatchkov. „Der Zusammenschluss mit Personio ändert das.“
Circula wurde 2017 in Berlin von Nikolai Skatchkov und Roman Leicht gegründet und war auf das deutsche Steuerrecht und den Mittelstand spezialisiert. Zuletzt hatte das Fintech im Vorjahr rund 15 Millionen Euro von bestehenden Geldgebern wie Carsten Maschmeyers Alstin Capital und Capnamic Ventures eingesammelt. Für Personio ist Circula bereits die zweite Übernahme in diesem Jahr: Im Frühjahr kaufte das Unternehmen das Münchner Recruiting-KI-Startup aurio und meldete zugleich sein erstes profitables Quartal.
Harte Konkurrenz im Spend Management
Mit dem Zukauf betritt Personio einen umkämpften Markt, in dem mehrere europäische Unicorns um dieselben Mittelstandskund:innen werben:
- Pleo: Das dänische Fintech für Firmenkarten und Spesen wurde Ende 2021 mit 4,7 Milliarden Dollar bewertet.
- Spendesk: Das Pariser Fintech wurde schon 2022 zum Unicorn.
- Moss: Das Berliner Fintech erreichte im Sommer mit einer Series C über 30 Millionen Dollar eine Bewertung von einer Milliarde Dollar.
Auch im HR-Kerngeschäft wächst der Druck: Das spanische Unicorn Factorial greift Personio mit einer ähnlich breiten All-in-one-Plattform für kleine und mittlere Unternehmen an. Personios Vorteil liegt laut Unternehmen in der Verbindung von HR-Daten, Lohnabrechnung und Spesen in einem einzigen Mitarbeiterdatensatz.

