DoorDash schluckt Instacart für 17 Milliarden Dollar, wenn die Kartellbehörden zustimmen
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Aus zwei Lieferdiensten wird einer, falls Washington mitspielt. DoorDash hat soeben angekündigt, den Konkurrenten Instacart für rund 17 Milliarden Dollar zu übernehmen. Damit würde der größte US-Essenslieferdienst auch zum dominierenden Anbieter bei Lebensmittellieferungen. Bis der Deal durch ist, dürfte es allerdings dauern: Abgeschlossen werden soll er erst Ende 2027 oder in der ersten Hälfte 2028.
Die Eckdaten des Deals
Laut der Mitteilung von DoorDash zahlt das Unternehmen 65 Dollar pro Instacart-Aktie. Das sind 26 Prozent mehr als der Schlusskurs, bevor erste Berichte über die Gespräche auftauchten. Die wichtigsten Punkte:
- Bezahlung: Mindestens 75 Prozent fließen in bar, der Rest in DoorDash-Aktien. Finanziert wird das mit Barreserven und Krediten, JPMorgan stellt eine Brückenfinanzierung bereit.
- Marke: Instacart soll als eigene Marke mit eigener App erhalten bleiben, ebenso das Technologiegeschäft für Händler.
- Abos: Die Mitgliedschaften DashPass und Instacart+ sollen zusammengelegt werden, was den Mitgliedern laut DoorDash rund 100 Millionen Dollar im Jahr sparen soll.
- Händler: Supermärkte sollen weiterhin mit jeder Plattform zusammenarbeiten dürfen, Exklusivverträge soll es keine geben.
„Lebensmittel sind eines der schwierigsten Dinge, die man online richtig machen kann“, sagt DoorDash-Mitgründer und CEO Tony Xu. Instacart-CEO Chris Rogers betont, dass Instacart mit DoorDash noch mehr erreichen könne.
Warum DoorDash Instacart will
Die beiden Unternehmen spielen in unterschiedlichen Ligen. DoorDash ist an der Börse rund 73 Milliarden Dollar wert, Instacart etwa 14 Milliarden.
Für Instacart ist der Kaufpreis ein ernüchternder Wert. Seinen Höchststand erreichte das Unternehmen noch vor dem Börsengang: 2021 bewerteten private Investor:innen Instacart bei einer Finanzierungsrunde mit 39 Milliarden Dollar. Beim Börsengang im Herbst 2023 lag der Ausgabepreis dann bei 30 Dollar pro Aktie, was einer Bewertung von rund 10 Milliarden Dollar entsprach. Seither hat sich die Aktie zwar erholt, an der Börse war Instacart aber nie mehr als rund 14 Milliarden Dollar wert. Die 17 Milliarden, die DoorDash jetzt bietet, sind damit weniger als die Hälfte der einstigen Spitzenbewertung.
DoorDash ist in 40 Ländern aktiv, hat vergangenes Jahr mehr als drei Milliarden Bestellungen abgewickelt und greift auf rund neun Millionen selbstständige Fahrer:innen zurück. Instacart kam auf 338 Millionen Bestellungen und 600.000 sogenannte Shopper.
Für DoorDash ist Instacart vor allem ein Ticket in den Lebensmittelhandel. Instacart bringt Partnerschaften mit Supermarktketten, ein Werbegeschäft und viel Erfahrung beim Einkaufen im Auftrag der Kund:innen mit. Umgekehrt bekommen Instacart-Kund:innen Zugang zu mehr als 50.000 zusätzlichen Geschäften.

Hürde Kartellrecht
Ob der Deal zustande kommt, entscheiden letztlich die Wettbewerbsbehörden. Neben den USA müssen auch Kanada und Israel zustimmen. Schon 2021 hatten die beiden Unternehmen über einen Zusammenschluss gesprochen, damals scheiterten die Gespräche an kartellrechtlichen Bedenken.
Die Marktanteile zeigen, warum. Laut Daten von Consumer Edge, über die NBC News berichtet, entfielen zuletzt 59 Prozent der Ausgaben auf US-Lieferplattformen auf DoorDash und 18 Prozent auf Instacart. Zusammen kämen die beiden also auf mehr als drei Viertel des Marktes. Uber Eats liegt knapp unter 20 Prozent.
DoorDash rechnet mit Amazon und Walmart
DoorDash dürfte gegenüber den Behörden argumentieren, dass der relevante Markt deutlich größer ist. Bei Lebensmitteln konkurrieren die Lieferdienste mit Händlern wie Walmart und Amazon, die eigene Lieferangebote betreiben. Walmart lässt seine Lieferungen derzeit auch über Instacart abwickeln, was aus dieser Partnerschaft wird, ist offen. Dazu kommt Uber, das in den USA mit Uber Eats die Nummer zwei ist und international kräftig zukauft. In Europa übernimmt Uber gerade Delivery Hero, DoorDash selbst hat bereits im Vorjahr Deliveroo gekauft.

