Apples erstes MacBook mit Touchscreen kostet mindestens 3.300 Euro
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Sechzehn Jahre nach Steve Jobs‘ Absage darf man endlich auf einem Mac-Display herumwischen: Apple hat soeben das MacBook Pro mit PROLED XDR Display vorgestellt, das erste MacBook mit Touchscreen. Dazu gibt es ein neues OLED-Display, das Apple als das „weltbeste Laptop Display“ bewirbt. Billig ist der Einstieg nicht, das 14-Zoll-Modell kostet in Deutschland und Österreich ab 3.299 Euro.
Was der Touchscreen kann
Laut Apples Pressemitteilung funktioniert Touch auf dem neuen MacBook Pro so, wie man es vom iPhone und iPad kennt. Webseiten lassen sich mit dem Finger scrollen, Fotos mit zwei Fingern zoomen, Folien von einer Präsentation in eine andere ziehen und Fenster per Doppeltipp auf Vollbild vergrößern. Der Touch-Sensor ist direkt ins Display-Panel eingebaut und nicht darübergelegt, das soll die Verzögerung senken.
Apple zielt vor allem auf Profis:
- Design: Grafiker:innen können das ganze Display als Zeichenfläche nutzen und sind nicht mehr auf die Fläche des Trackpads beschränkt.
- Musik: In Logic Pro lassen sich Software-Instrumente direkt auf dem Bildschirm spielen, etwa auf einer Multi-Touch-Klaviatur.
- Video und 3D: In Final Cut Pro kann man Clips per Finger schneiden und platzieren, in Apps wie Blender oder Cinema 4D 3D-Modelle drehen.
- Entwicklung: Entwickler:innen können testen, wie sich ihre iPhone- und iPad-Apps per Touch bedienen lassen, direkt am Mac.

Einen Stift unterstützt das neue MacBook Pro allerdings nicht. In den technischen Daten nennt Apple nur die Bedienung per Multi-Touch-Gesten, und laut Cult of Mac funktioniert der Apple Pencil mit dem Gerät nicht. Wer am Mac zeichnen will, muss das also mit dem Finger tun.
Viele bestehende Apps funktionieren sofort, weil macOS Berührungen automatisch in Klicks übersetzt. Angepasste Versionen kündigt Apple unter anderem für Microsoft Office, Notion, Canva, Zoom, Adobe Lightroom und DaVinci Resolve an. Ein neu konstruiertes Scharnier soll verhindern, dass das Display beim Antippen wackelt. Neu ist außerdem die Dynamic Island vom iPhone, die am Mac Spotlight, Live-Aktivitäten und Apples neue Sprachassistenz Siri AI beherbergt. Letztere steht allerdings vorerst nur als Beta und nicht auf Deutsch zur Verfügung.

OLED, Leichtbau und M5-Chips
Das zweite große Upgrade ist das Display. Das PROLED XDR Display setzt auf Tandem-OLED-Technik mit zwei leuchtenden Pixelschichten und erreicht laut Apple bis zu 2.000 Nits Spitzenhelligkeit sowie ein Kontrastverhältnis von 10.000.000:1. Das Panel deckt die Farbräume P3 und Adobe RGB ab und soll damit auch für Fotograf:innen und Colorist:innen als Referenzbildschirm unterwegs taugen.

Dank OLED werden die Geräte auch leichter: Das 14-Zoll-Modell wiegt 1,38 Kilogramm und damit rund 230 Gramm weniger als bisher, das 16-Zoll-Modell 1,82 Kilogramm und damit etwa 320 Gramm weniger. Im Inneren arbeiten die Profi-Varianten des M5-Chips, M5 Pro oder M5 Max, mit bis zu 128 GB Arbeitsspeicher und bis zu 16 TB Speicherplatz. Die Akkulaufzeit gibt Apple mit bis zu 24 Stunden an.
Das kostet das Touch-MacBook in Deutschland und Österreich
In Deutschland und Österreich sind die Preise laut Apple Store identisch. Vorbestellen kann man ab sofort, ausgeliefert wird ab Freitag kommender Woche:
- 14 Zoll mit M5 Pro: ab 3.299 Euro
- 16 Zoll mit M5 Pro: ab 3.899 Euro
- 14 Zoll mit M5 Max: ab 5.199 Euro
- 16 Zoll mit M5 Max: ab 5.599 Euro
Konfigurationen mit entspiegelndem Nanotextur-Glas starten laut Apple Store bei 3.704 Euro. Studierende und Lehrkräfte bekommen Bildungsrabatt, das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro kostet dann ab 3.129 Euro.
Für Touch und OLED legt man damit kräftig drauf. Das klassische MacBook Pro mit M5 Pro ohne Touchscreen bleibt im Sortiment und kostet ab 2.899 Euro (14 Zoll) beziehungsweise 3.399 Euro (16 Zoll). Der Aufpreis für das neue Modell liegt also bei 400 bis 500 Euro. Das ebenfalls neue 14-Zoll-MacBook-Pro mit dem Basis-Chip M6 gibt es ab 2.299 Euro, allerdings ohne Touch.
Windows-Laptops können das seit Jahren
Neu ist die Idee nicht. Touchscreen-Notebooks mit Windows gibt es spätestens seit Windows 8 im Jahr 2012 in großer Zahl, Microsoft baut mit der Surface-Reihe seit über einem Jahrzehnt eigene Geräte, die Tablet und Laptop verbinden. Auch viele Chromebooks lassen sich per Finger bedienen. Apple hat sich dagegen lange gesträubt und den Touchscreen dem iPad vorbehalten. Als Kompromiss gab es von 2016 an die Touch Bar, einen schmalen berührungsempfindlichen Streifen über der Tastatur, die Apple später wieder abschaffte.
Die Skepsis geht auf Steve Jobs zurück. Bei einem Apple-Event im Oktober 2010 erklärte er, Touch-Oberflächen wollten nicht vertikal sein. Nach einer Weile werde man müde und der Arm wolle irgendwann abfallen, das sei ergonomisch furchtbar, zitierte ihn Engadget. In der Branche ist das Problem als „Gorilla Arm“ bekannt. Apple positioniert Touch nun als Ergänzung zu Tastatur und Trackpad und vermarktet die neue Bedienung vor allem für einzelne Profi-Aufgaben.
Fragezeichen beim Nutzen
Ob das reicht, um den Aufpreis zu rechtfertigen, ist offen. Erste Reaktionen sind vorsichtig. TechRadar-Autor Alex Blake etwa bezeichnet sich selbst als Skeptiker von Touchscreen-Laptops, den Preis müsse Apple ihm erst schmackhaft machen. Ein 2-in-1-Gerät, das sich in ein Tablet verwandeln lässt, hätte ihn mehr gereizt. Genau das baut Apple aber nicht. Für diese Rolle hat der Konzern weiterhin das iPad Pro mit Tastatur im Angebot.

