Ex-Woom-Chef steigt bei froots ein: 2,25 Millionen Euro frisches Kapital
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Während andere Startups schon beim ersten Pitch an den Exit denken, plant der Wiener Vermögensverwalter froots lieber die nächsten zwanzig Jahre.
Das Wealth-Tech-Unternehmen hat soeben eine weitere Finanzierungsrunde über 2,25 Millionen Euro abgeschlossen, wie es in einer Aussendung mitteilt. Getragen wird die Kapitalerhöhung von neuen und bestehenden Investor:innen. Das frische Geld soll vor allem in den Ausbau der technischen Plattform und in die Stärkung der Marke fließen.
Prominente Geldgeber, ein neues Gesicht
Mit an Bord bleiben die meisten bisherigen Kapitalgeber:innen, darunter Andreas Treichl, der frühere CEO der Erste Group, und Reinhold Baudisch, Gründer von durchblicker.at. Neu eingestiegen ist Paul Fattinger, der ehemalige CEO von Woom Fahrräder. Zuletzt hatte froots rund 2,9 Millionen Euro eingesammelt, davor 1,05 Millionen Euro von Bestandsinvestor:innen. Die Wiener setzen damit ihr Muster fort: viele kleinere Runden statt eines großen Wurfs.
Evergreen statt Exit
Laut Unternehmen ist genau das Absicht. Statt einer großen Runde mit klarem Exit-Zeitraum sucht froots maßgeschneiderte Finanzierungen bei sogenannten Evergreen-Investor:innen. CEO und Co-Gründer David Mayer-Heinisch bringt es so auf den Punkt: „Wir haben gegründet, um zu bleiben.“ Man müsse niemandem in fünf Jahren einen Exit liefern, das schaffe Freiheit für Entscheidungen mit Blick auf zwei Jahrzehnte.
Der Zeithorizont passt zum Geschäftsmodell: Kund:innen geben bei Vertragsbeginn im Schnitt 18 Jahre Laufzeit an. Verwaltet werden derzeit rund 250 Millionen Euro. froots wurde 2020 gegründet, hat seinen Sitz in Wien und beschäftigt mehr als 20 Mitarbeiter:innen. Als Partnerbank fungiert laut Broker-Test.at die Schelhammer Capital Bank. Sparpläne starten dort ab 75 Euro im Monat, eine Einmalanlage ab 1.500 Euro.
Der Wettbewerb ist dicht
Ruhig ist das Umfeld nicht. Digitale Vermögensverwalter aus Deutschland wie Scalable Capital, Whitebox, Growney oder Oskar buhlen ebenfalls um Sparer:innen, wie ein Vergleich von justETF zeigt. Growney startet bereits bei 25 Euro pro Monat, die Servicegebühr beginnt bei 0,38 Prozent im Jahr. froots setzt dagegen auf die automatische Abfuhr der Kapitalertragsteuer für Österreicher:innen. Das ist laut einem Test von Capitalo der größte Pluspunkt, während die All-in-Gebühr von 1,0 Prozent pro Jahr als häufigster Kritikpunkt gilt. Bei den Kosten liegt froots dort nur auf Platz 3 der verglichenen österreichischen Anbieter.
Wie es weitergeht
Mit dem neuen Kapital will froots seine Plattform weiter ausbauen und bekannter werden. Ob die Rechnung mit dem langen Atem aufgeht, hängt am Ende von den Kund:innen ab, die dem Unternehmen über viele Jahre ihr Geld anvertrauen müssen.

