GPT-6 für alle: ChatGPT antwortet jetzt mit Buttons, Karten und Mini-Apps
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Schluss mit der Textwand: OpenAI bringt sein neues Modell GPT-6 jetzt in ChatGPT, und zwar für alle, auch für Gratis-Nutzer:innen. Dazu kommt eine neue Oberfläche namens Intelligent UI, mit der ChatGPT seine Antworten mit Grafiken, Buttons, Formularen und kleinen Werkzeugen ausstattet. Ausgerollt wird laut OpenAI seit gestern für zahlende Kund:innen, die Gratis-Version folgt heute.
Sol für Zahlende, Luna für alle anderen
GPT-6 ist nicht gleich GPT-6. Kund:innen mit Plus, Pro, Business und Enterprise bekommen im Chat GPT-6 Sol, in der Gratis-Version und im günstigen Go-Abo läuft die kleinere Variante GPT-6 Luna. Beide Modelle hatte OpenAI bereits im September für ChatGPT Work, Codex und die Programmierschnittstelle veröffentlicht, dort ändert sich nun nichts. Im Chat ersetzt GPT-6 die bisherige Standardauswahl, GPT-5.6 Sol bleibt separat verfügbar. Die stärkste Stufe GPT-6 Astra steckt weiterhin hinter dem Denkmodus Pro.
Schneller soll es auch werden: GPT-6 kann laut OpenAI mit der Antwort beginnen, bevor es mit dem Nachdenken oder der Websuche fertig ist. Bei Fragen mit Websuche starte GPT-6 Instant im Schnitt 44 Prozent früher als der Vorgänger. Eine interne Auswertung zeige zudem, dass GPT-6 bei schwierigen Fragen öfter den Kern trifft. Konkrete Zahlen nennt OpenAI dafür allerdings nicht.
Rezepte zum Anklicken, Rechner auf Zuruf
Der eigentliche Hingucker ist Intelligent UI. GPT-6 entscheidet selbst, wie eine Antwort aussieht, und greift zu interaktiven Elementen, wenn sie helfen. Einige Beispiele:
- Rezepte: Ein Rezept-Widget rechnet die Zutatenmengen automatisch auf die Zahl der Gäste um.
- Planung: Checklisten, eingebettete Karten und Rückfragen im Multiple-Choice-Format.
- Werkzeuge auf Zuruf: Wer will, lässt sich in Sekunden einen Rechner, einen Rechnungsteiler für die WG oder ein kleines Spiel bauen.
Technisch nutzt OpenAI dafür eine Bibliothek fertiger Bausteine, die das Modell während des Schreibens zusammensetzt. Wo reiner Text besser passt, soll ChatGPT bei Text bleiben. Wer die Visualisierungen nicht will, kann sie im Web unter „Layout and visuals“ abschalten, einzelne Grafiken können laut OpenAI aber trotzdem auftauchen. Intelligent UI kommt schrittweise im Web und in den aktualisierten Apps, nicht aber im Denkmodus Pro und in den älteren Desktop-Apps für macOS und Windows.
Mehr Show als Substanz?
Ganz überzeugt sind nicht alle. Das Tech-Magazin Wired titelt, Intelligent UI sei mehr Show als Erklärung. Das Search Engine Journal weist auf eine weitere Folge hin: Wenn ChatGPT Rechner und Umrechner direkt im Chat baut, verlieren Websites mit solchen Werkzeugen Besucher:innen. Offen ist zudem, wie Quellen neben Grafiken und Vergleichen angezeigt werden.
Für OpenAI ist der Start wichtig. Zuletzt hatte das kleinere Sonnet 5.5 von Anthropic GPT-6 in Rankings überholt, und die Pläne für GPT-6.1 wurden gestoppt. Google wiederum geht bei Gratis-Nutzer:innen den umgekehrten Weg und beschränkt die kostenlose Version von Gemini ab morgen auf das kleinste Modell Flash-Lite. Generative Oberflächen sind dabei keine Exklusividee von OpenAI: Auch Google baut in seinen AI Overviews Antworten mit interaktiven Elementen.

