Licht aus bei manadental: Grazer Mana Health ist pleite
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Licht gegen Zahnfleischbluten, aber kein Geld für den Vertrieb: Das Grazer Startup Mana Health Technologies, bekannt für sein Mundpflegesystem manadental, ist insolvent. Über das Unternehmen wurde soeben am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Konkursverfahren eröffnet, wie der Gläubigerschutzverband AKV mitteilt. Eine Fortführung ist nicht geplant, das Unternehmen soll liquidiert werden.
1,2 Millionen Euro Schulden
Laut AKV belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 1,224 Millionen Euro, betroffen sind 33 Gläubiger:innen. Der KSV1870 kommt auf rund 1,379 Millionen Euro, weil er auch Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter:innen mitrechnet. Dem stehen Vermögenswerte von etwa 1,124 Millionen Euro gegenüber, vor allem Patente und andere gewerbliche Schutzrechte, Software- und Lizenzrechte, Anlagevermögen und Lagerbestände. Zuletzt war nur noch eine Person bei Mana Health beschäftigt, vor rund einem Jahr waren es noch acht. Zur Insolvenzverwalterin wurde die KWP Insolvenzabwicklungs GmbH bestellt, Forderungen können bis Anfang Dezember angemeldet werden.
Als Ursache nennt das Unternehmen gescheiterte Gespräche mit potenziellen Investor:innen und Kooperationspartner:innen. Für den Ausbau des Vertriebs fehlte das Geld, geplante Kapitalmaßnahmen kamen nicht zustande. Dazu kam laut AKV eine Vertriebskooperation, die sich wirtschaftlich nicht wie erhofft entwickelt hat.
Ringana als Investor und Vertriebspartner
Hinter dieser Kooperation steckt der steirische Frischekosmetik-Hersteller Ringana. Die RINGANA Holding stieg 2022 bei Mana Health ein, Ringana-Gründer Andreas Wilfinger war zudem als Investor an Bord, ebenso einige Ärzt:innen. Im Juli 2023 schlossen die Grazer einen auf drei Jahre befristeten Kooperationsvertrag mit Ringana, über deren Vertriebsnetz manadental verkauft wurde. Laut KSV1870 liefen die Exklusivrechte des Partners Mitte 2025 aus, der Vertrag selbst endete im August. Neben Ringana verkaufte Mana Health über den eigenen Webshop und Zahnärzt:innen.
Gegründet wurde das Unternehmen 2019 von der Innovationsmanagerin Elisa Böhm und dem Industriedesigner Johannes Smolle. Unterstützt wurden sie früh vom GründerCenter der Steiermärkischen Sparkasse. Ihr Produkt kam 2023 auf den Markt, nach Angaben des Unternehmens nutzen es inzwischen mehr als 20.000 Menschen, die meisten davon im deutschsprachigen Raum.
Zahnpflege mit Färbelösung und LED
Manadental überträgt die antibakterielle photodynamische Therapie aus der Zahnarztpraxis in den Alltag. Nutzer:innen spülen zwei Minuten lang mit einer Flüssigkeit, die schädliche Bakterien einfärbt. Danach kommt für fünf Minuten eine LED-Mundschiene zum Einsatz, deren Licht die gefärbten Bakterien abtötet. Angewendet wird das System alle zwei Tage, zusätzlich zum Zähneputzen. In einer Studie des Instituts Dermatest mit 50 Teilnehmer:innen ging das Zahnfleischbluten laut Unternehmen im Schnitt um die Hälfte zurück, außerdem arbeitete Mana Health mit der Medizinischen Universität Graz zusammen.
Ganz allein war Mana Health mit der Idee nicht. Das finnische Unternehmen Koite Health verkauft mit Lumoral ein ähnliches System aus antibakterieller Spülung und Licht. Den Markt für Mundpflege dominieren aber Konzerne wie Procter & Gamble mit Oral-B und Philips mit Sonicare. Bereits Ende 2024 musste mit ilvi ein anderes steirisches Medtech-Startup Insolvenz anmelden.

