Nach Übernahme

KI-Agent Manus wird von Meta abgekoppelt, muss Nutzerdaten löschen

Manus Agents. © Manus / Screenshot / Canva
Manus Agents. © Manus / Screenshot / Canva

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Der KI-Agenten-Anbieter Manus kehrt in den „unabhängigen Betrieb“ zurück. Rund acht Monate nach der Übernahme durch Meta um kolportierte zwei Milliarden Dollar wird der Deal auf Betreiben chinesischer Behörden wieder aufgelöst. Für einen Teil der Nutzer:innen hat das handfeste Konsequenzen: Daten, die seit dem Übernahmestichtag entstanden sind, werden Ende August gelöscht.

„Manus wird bald wieder als eigenständiges Unternehmen agieren – und dabei weiterhin unseren Millionen Nutzer:innen weltweit zur Verfügung stehen“, heißt es in einem Blogpost des Unternehmens vom 11. August 2026. Und weiter: „Im Zuge dieses Prozesses lässt es sich nicht vermeiden, dass einige Nutzerkonten betroffen sein werden.“

Was passiert mit den Daten

Konkret geht es um Daten, die von bestimmten Nutzer:innen am oder nach dem 29. Dezember 2025 erzeugt wurden – jenem Tag, an dem Meta die Übernahme von Manus vollzogen hat. Diese Daten werden laut Unternehmen vom 23. August 2026, 8:00 Uhr, bis zum 24. August 2026 (Singapur-Zeit) gelöscht.

Betroffene Nutzer:innen können ihre Daten seit 11. August und bis zum 23. August, 7:59 Uhr SGT sichern – das entspricht dem 23. August, 1:59 Uhr MESZ. Ab dem 25. August, 8:00 Uhr SGT (2:00 Uhr MESZ) soll ein Portal zur Wiederherstellung öffnen. Dazwischen, also rund zwei Tage lang, haben betroffene Konten keinen Zugriff auf Manus. Wer nicht betroffen ist, muss laut Unternehmen nichts tun und kann den Dienst durchgehend weiternutzen.

Als Grund nennt Manus in den FAQ zum Blogpost ausdrücklich die Trennung von Meta: „Dies ist Teil unserer Trennung von Meta; wir müssen diesen Schritt gehen, um regulatorische Anforderungen in bestimmten Teilen der Welt zu erfüllen.“ Einen Sicherheitsvorfall als Ursache schließt das Unternehmen aus: „Nein. Diese Maßnahme ergibt sich aus dem Übergang von Manus in den unabhängigen Betrieb und aus der damit verbundenen Notwendigkeit, regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Sie ist nicht die Folge eines Sicherheitsvorfalls.“

Zur künftigen Datenhaltung heißt es: „Unsere Daten werden in den USA und in Singapur gespeichert.“ Betroffene Nutzer:innen sollen für den Zeitraum der Datensicherung nicht belastet werden und nach der Wiederherstellung einen „Willkommensbonus“ erhalten. Informiert werde per E-Mail und über In-App-Benachrichtigungen – wer sich mit Apple-ID oder Facebook-Konto registriert hat, muss laut Manus die In-App-Hinweise prüfen, weil dem Unternehmen keine E-Mail-Adresse vorliegt.

Vom viralen Hit zum geopolitischen Fall

Manus war im Frühjahr 2025 mit der Demo eines universellen KI-Agenten viral gegangen. Hinter dem Produkt steht das Unternehmen Butterfly Effect, das ursprünglich aus China stammt und seinen Sitz Mitte 2025 nach Singapur verlegt hat. Ende Dezember 2025 gab Meta die Übernahme bekannt; kolportiert wurden rund zwei Milliarden Dollar.

Die Verlagerung nach Singapur hat den Deal aus Sicht Pekings nicht zu einem ausländischen Geschäft gemacht. Im April 2026 untersagte die chinesische Wirtschaftsplanungsbehörde NDRC die Übernahme und ordnete deren Rückabwicklung an – begründet unter anderem mit Verstößen gegen Regeln zu Auslandsinvestitionen und Technologieexportkontrollen. Chinesische Stellen bezeichneten den Deal in der Folge als Versuch, Chinas Technologiebasis auszuhöhlen. Berichten zufolge wurden Manus-Gründer zeitweise an der Ausreise gehindert; Peking verschärfte parallel die Regeln für Auslandsreisen von KI-Fachkräften und für ausländische Investments in KI-Firmen.

Im Juni 2026 begann Meta mit der operativen Trennung: Der Konzern kappte Manus den Zugang zu internen Systemen und beendete den Datenaustausch zwischen beiden Unternehmen. Intern wurden Mitarbeiter:innen laut Berichten angewiesen, laufende Projekte von Manus wegzumigrieren und keine neuen Arbeiten mehr auf der Plattform zu starten.

Wer Manus jetzt gehört

Anfang Juli 2026 wurde bekannt, dass ein von Tencent angeführtes Konsortium Metas Anteile zum ursprünglichen Preis von zwei Milliarden Dollar zurückkauft. Beteiligt sind laut Berichten auch die frühen Investoren HSG (vormals Sequoia China) und ZhenFund; der US-Investor Benchmark, der beim Meta-Deal ausbezahlt wurde, soll nicht Teil des Konsortiums sein. Die Gründer sollen parallel versucht haben, rund eine Milliarde Dollar für einen eigenen Rückkauf aufzustellen. Im Gespräch sind außerdem eine Joint-Venture-Struktur mit chinesischer Beteiligung und ein späterer Börsengang in Hongkong.

Genau hier liegt die Spannung zwischen der Selbstbeschreibung des Unternehmens und der Eigentümerstruktur: Manus spricht von der Rückkehr „als eigenständiges Unternehmen“, während die Anteile mehrheitlich bei einem Konsortium chinesischer Investoren rund um Tencent liegen sollen. Manus selbst betont, operativ unabhängig zu agieren. Detaillierte Angaben zu Beteiligungshöhen sind bislang nicht öffentlich; die genannten Zahlen stammen aus Berichten von Bloomberg, The Information und chinesischen Medien und wurden von den Beteiligten nicht im Detail bestätigt.

Was das Unternehmen sonst noch ankündigt

Inhaltlich stellt Manus im Blogpost neue Funktionen in Aussicht: „Mit Blick auf die Zukunft arbeiten wir bereits an einer Reihe neuer Funktionen, die erneut die Grenzen dessen verschieben werden, was mit allgemeinen KI-Agenten möglich ist.“ Zur Löschaktion selbst schreibt das Unternehmen: „Dennoch sind wir uns über die Beeinträchtigungen bewusst, die dies mit sich bringt. […] Auch wenn sich dies nicht vermeiden lässt, werden wir Sie bei jedem Schritt des Prozesses begleiten und unterstützen.“

Für Nutzer:innen in Europa heißt das in der Praxis: Wer eine entsprechende Benachrichtigung erhalten hat, sollte seine Daten vor dem 23. August, 1:59 Uhr MESZ über das Backup-Tool sichern – und, falls danach noch neue Aufgaben anfallen, ein zweites Mal.

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