Schwedisches KI-Startup Klang holt 1,5 Millionen Euro und will nach DACH
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Ein Gedächtnis, das jedes Gespräch besser versteht als die Menschen im Raum: Mit diesem Versprechen sammelt das schwedische KI-Startup Klang 1,5 Millionen Euro (15 Millionen Kronen) ein, bei einer Bewertung von rund 15 Millionen Euro, wie das Unternehmen in einer Aussendung mitteilt. Die Runde führt der Unternehmer und Tech-Investor Johan Lenander an, gemeinsam mit Emil Sjödin, Gründer von Refined, und Daniel Gadd, Mitgründer von Position Green. Auch die bestehenden Eigentümer:innen beteiligen sich. Mit dem Geld will Klang unter anderem in den DACH-Raum expandieren.
1,8 Millionen Euro ARR mit fünf Leuten
Klang mit Sitz in Helsingborg entwickelt Software, die Gespräche transkribiert, zusammenfasst und auswertet, etwa Meetings, Kund:innengespräche oder Beratungen. Das Unternehmen kommt nach eigenen Angaben bereits auf rund 1,8 Millionen Euro wiederkehrenden Jahresumsatz (ARR), und das mit einem sehr kleinen Team: Auf dem Gründerfoto stehen fünf Personen, CEO Niklas Silfverström, Andreas Argelius, Mattias Fält, Jacob Andersson und Viktor Silfverström.
„KI verändert nicht nur das Produkt, das wir bauen, sondern auch, wie wir das Unternehmen aufbauen. Ein kleines, technisch starkes Team kann heute das leisten, wofür früher eine viel größere Organisation nötig war“, sagt Silfverström. Trotzdem sollen jetzt rund zehn neue Leute in Forschung, Entwicklung und Marketing dazukommen.
Eigene Sprachmodelle statt Whisper
Das Kapital fließt in drei Bereiche:
- Eigene KI-Modelle: Klang hat heuer massiv in eigene Sprach- und Sprachverständnismodelle investiert, die Gespräche in Echtzeit verarbeiten. Ein erstes Ergebnis ist Pianissimo, ein offenes Modell für schwedische Transkription auf Basis von Nvidias Parakeet, das laut Klang so genau wie das beste offene Schwedisch-Modell der schwedischen Nationalbibliothek ist, aber rund 60-mal schneller: Eine Stunde Audio wird in einer Sekunde verarbeitet.
- Internationale Expansion: Nach dem Start in Japan im Sommer stehen nun die nordischen Länder, Benelux und der DACH-Raum auf dem Plan.
- Forschung: Langfristig will Klang eine Plattform bauen, die als vollständiges, durchsuchbares Gedächtnis aller Gespräche eines Unternehmens funktioniert, inklusive Kontext, Nuancen und Dialekten.
„In einer Welt, in der KI immer mehr Aufgaben übernimmt, wird das menschliche Gespräch zu einer immer wichtigeren Informationsquelle. Unsere Vision ist, dass Gesagtes nie verloren gehen darf“, so Silfverström.
Dichter Markt für Meeting-KI
Klang tritt in einen Markt ein, der bereits gut besetzt ist. Otter.ai, Fireflies und tl;dv bieten Meeting-Transkription als Software-as-a-Service an, Microsoft und Google haben die Funktion direkt in Teams und Meet eingebaut. Klangs Argument dagegen ist die europäische Herkunft, die Betonung von Datenschutz und Vertrauen sowie die Stärke bei kleineren Sprachen und Dialekten, für die die großen US-Modelle oft schlechter funktionieren. Ob das reicht, um sich im deutschsprachigen Raum gegen die Plattformen von Microsoft und Google zu behaupten, wird sich zeigen.

