Tumbleweed kooperiert mit französischem Raketenbauer
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Das Wiener SpaceTech-Startup Tumbleweed und der französische Raketenbauer SIRIUS Space Services haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Die beiden Firmen prüfen, ob Tumbleweeds Pod-Boxen auf SIRIUS-Raketen fliegen können. Den Anfang macht der erste Testflug des französischen Unternehmens, Sirius S1B Ballistic. Danach stehen Flüge in den Orbit auf dem Programm.
Tumbleweed beschleunigt Zugang zu Schwerelosigkeit
Ohne Schwerkraft verhält sich Materie anders. Kristalle wachsen gleichmäßiger, Flüssigkeiten entmischen sich nicht, Zellen reagieren ungewohnt. Für Pharmaunternehmen und Materialforschung sind das Bedingungen, die sich auf der Erde nicht nachbauen lassen. Der Haken: Man muss dafür ins All. Bisher führt dieser Weg fast immer über die Internationale Raumstation, die jedoch voraussichtlich 2030 außer Dienst geht.
Tumbleweed räumt die erste Hürde aus dem Weg: die Zertifizierung. Pod ist eine fertig zertifizierte Box mit Raumtemperatur und normalem Luftdruck, dazu Strom, Daten, Rechenleistung und Sensorik an Bord. Das Experiment darin braucht selbst nie die Zulassung für die Raumfahrt. Das soll den Zugang zu Schwerelosigkeit zehnmal günstiger und fünfmal schneller als auf dem herkömmlichen Weg machen. Im Juli 2026 flog Tumbleweeds erste Mission Oasis Alpha mit vier Kundennutzlasten ins All.
„Wir bauen eine Schwerelosigkeits-Maschine“: Tumbleweed CEO Julian Rothenbuchner im Interview
Viele weitere Flüge möglich
SIRIUS baut eine europäische Familie wiederverwendbarer Raketen für Kleinsatelliten. Der S1B-Testflug soll zentrale Raketentechnologien im echten Flug erproben und auf dem Weg nach oben Schwerelosigkeit bieten. Ein Testflug, der ohnehin stattfindet, könnte Forschung mitnehmen. Beide Unternehmen prüfen nun Schnittstellen, Betriebsbedingungen und die Frage, welche Bedingungen der Flug Forschenden tatsächlich bieten würde.
„Wir übernehmen die Integration von Pod auf der Trägerrakete und sorgen dafür, dass im Flug alles funktioniert. S1B ist für uns eine großartige Gelegenheit, unsere neue Pod-Generation zu demonstrieren, mehr Nutzlasten ins All zu bringen und eine Zusammenarbeit mit SIRIUS aufzubauen, aus der viele weitere Flüge werden können“, sagt Guillaume Brault, CTO und Mitgründer von Tumbleweed.
Sobald SIRIUS seine Raketen SIRIUS-1, SIRIUS-13 und SIRIUS-15 in Betrieb nimmt, prüfen beide Seiten, wie Pods damit in den Orbit kommen könnten. „Diese Vereinbarung zeigt, welche Rolle SIRIUS im europäischen Raumfahrtsektor einnehmen will: einen Weg zu eröffnen, der von frühen suborbitalen Missionen und Tests in Schwerelosigkeit bis zum künftigen Zugang zum Orbit führt. Mit Tumbleweed wollen wir aus dieser ersten Gelegenheit auf S1B konkrete Missionen machen und die Grundlagen für künftige Startdienste auf unseren Orbital-Raketen legen“, sagt Antoine Fourcade, CEO von SIRIUS Space Services.
Die Arbeit beginnt mit der S1B-Kompatibilitätsprüfung. Parallel baut Tumbleweed weiter an Oasis Beta, dem rückkehrfähigen Nachfolger von Oasis Alpha.

