Peter Thiel attackiert Obama und den Papst, weil ihm KI-Gesetze nicht schmecken
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Wer KI bremsen will, steht bei Peter Thiel auf der Seite des Bösen: In seiner Vortragsreihe über den Antichristen hat der Milliardär und Palantir-Mitgründer gegen Regulierung von Künstlicher Intelligenz gewettert und Papst Leo XIV. sowie Barack Obama vorgeworfen, die Angst vor KI für sich auszunutzen. Das zeigen Mitschnitte der ersten beiden Vorträge in Nashville, die Politico vorliegen.
KI als Bedrohung „über alles“
Die Reihe besteht aus vier Teilen, Tickets kosten 100 Dollar (rund 89 Euro), Thiels Team versucht die Inhalte geheim zu halten. Die zentrale These laut Politico: Staatliche Versuche, KI zu regulieren, seien böse. „Viele Menschen wissen, dass KI politisch unpopulär ist, und wollen das nutzen, um ihre eigene Popularität zu steigern“, sagte Thiel. „Sowohl Obama als auch der Papst fallen in diese Kategorie.“ Obama wisse, dass die Demokrat:innen keine Ideen hätten, „aber sie können zumindest gegen KI sein“.
Dem Papst warf Thiel vor, seine erste Enzyklika geschrieben zu haben, um von den Missbrauchsskandalen der Kirche abzulenken, und dafür das Thema KI gefunden zu haben. KI sei „the threat über alles of late modernity“, also die Bedrohung schlechthin der späten Moderne. Das „über alles“ verwendet Thiel dabei im englischen Original auf Deutsch. Auch die Bewegung des Effektiven Altruismus nahm er ins Visier: Diese Ideologie habe einen großen Teil der Menschen, die an KI arbeiten, einer Gehirnwäsche unterzogen.
Antichrist als Weltregierung
Hinter den Angriffen steht Thiels eigenwillige Theologie. Seine Vortragsreihe über den Antichristen startete 2025 in San Francisco und machte später Station in Paris und Rom. Thiel legt sich dabei nicht auf eine Definition fest, am häufigsten beschreibt er den Antichristen als tyrannische Figur, deren Aufstieg zur Macht die Apokalypse auslöst. Im 21. Jahrhundert sei das jemand, der die Wissenschaft stoppen will, in San Francisco nannte er etwa Greta Thunberg und den KI-Warner Eliezer Yudkowsky. In Nashville warnte er nun, eine nahezu totalitäre Weltregierung, die gefährliche Forschung verhindern soll, wäre kaum wieder rückgängig zu machen.
Kritik aus dem Vatikan
Die Gegenseite sieht das naturgemäß anders. Papst Leo XIV. warnt in seiner Enzyklika vor „neuen Formen der Entmenschlichung“ im KI-Zeitalter und vor einer „Vergötterung des Profits, die die Schwachen opfert“, schon im Frühjahr hatte er gefordert, die KI müsse „entwaffnet“ werden. Vatikan-Berater Paolo Benanti reagierte auf Thiels Thesen im März mit einem Essay, in dem er provokant fragte, ob man Thiel als Häretiker auf dem Scheiterhaufen verbrennen müsse.
Dazu kommt Thiels eigenes Interesse: Sein Vermögen steckt zu einem guten Teil in KI, über Palantir, über Startups aus dem Portfolio seines Founders Fund und über ein auf KI ausgerichtetes Portfolio von 418 Millionen Dollar (rund 372 Millionen Euro) in seinem Hedgefonds Thiel Macro. Auf eine Anfrage von Politico reagierten Thiels Vertreter:innen nicht.

