Mark Kaslatter wird neuer CEO von Celum, nachdem Big Cheese Ventures auslief
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Der Linzer Softwarehersteller Celum stellt seine Führung neu auf. Mark Kaslatter, Tech-Unternehmer aus Tirol und zuletzt unter anderem Mitgründer der Wiener Startup-Boutique Big Cheese Ventures, übernimmt die Position des CEO. Firmengründer Michael J. Kräftner bleibt dem Unternehmen als Chief Vision Officer erhalten und kümmert sich künftig um die langfristige Produktstrategie. Das gab das Unternehmen soeben bekannt.
Celum entwickelt Software für Product Content Management und Brand Management, also für die Verwaltung und Ausspielung von Produkt- und Markeninhalten. Kaslatters Fokus soll laut Unternehmen auf Vertrieb, Partnerchannel und internationaler Expansion liegen. Ihm unterstehen künftig die Bereiche Vertrieb, Marketing, Customer Success, Produktentwicklung und Organisation.
Vom CRM-Gründer zum Startup-Investor
Der 50-jährige Kaslatter bringt rund 20 Jahre Erfahrung als Unternehmer und Manager mit. 2004 gründete er das auf CRM-Lösungen spezialisierte Unternehmen k.section, baute es ohne externe Investor:innen auf und verkaufte es an die an der Euronext notierte Emakina Group. Von 2019 bis 2022 leitete er als Managing Director Emakina Central & Eastern Europe, anschließend wechselte er bis 2024 in das Advisory Board des Konzerns.
2022 startete er gemeinsam mit Benjamin Ruschin Big Cheese Ventures, eine Mischung aus Accelerator und M&A-Boutique. Das Duo bot jungen Firmen Beratung, Netzwerk und Vorbereitung auf Finanzierungsrunden sowie Exits und ließ sich dafür mit Unternehmensanteilen abgelten, ein Modell, das die beiden selbst als „Sweat 4 Equity“ bezeichneten (Trending Topics berichtete). Im Frühjahr des Vorjahres gingen Ruschin und Kaslatter wieder getrennte Wege: Ruschin kehrte als Executive Chairman zu WeAreDevelopers zurück, Kaslatter stieg als CEO und Equity Partner beim Biomasse-Startup COR Energy World ein, die Marke Big Cheese Ventures lief aus (mehr dazu hier). Studiert hat Kaslatter Software Engineering am FH-Campus Hagenberg, dazu kommt ein MBA in General Management der Universität für Weiterbildung Krems.
„Celum verfügt über eine starke technologische Basis, langjährige Kundenbeziehungen und großes Potenzial im internationalen Markt. Jetzt geht es darum, diese Stärken noch konsequenter in nachhaltiges und skalierbares Wachstum zu übersetzen“, wird Kaslatter in einer Aussendung zitiert. Der Wechsel sei für ihn auch eine „Rückkehr ans Steuer eines Softwareunternehmens“, nach Jahren in der Startup-Beratung habe ihm „das unmittelbare Gestalten, das operative Doing und die umfassende unternehmerische Verantwortung“ gefehlt. Als Devise gibt er aus: „Everybody is in Sales.“
Kräftner bleibt als Chief Vision Officer
Für Kräftner, der Celum aufgebaut und bis dato als CEO geführt hat, ist der Schritt nach eigenen Angaben länger absehbar gewesen. „Es war für mich immer klar, dass Celum ab einer bestimmten Größe jemanden als CEO haben wird, der viel mehr auf Wachstum und Organisation wirken kann als ich“, sagt er. Die neue Rollenverteilung erlaube es ihm, sich stärker auf Produktstrategie und technologische Innovation zu konzentrieren.
Inhaltlich geht es dabei um die Frage, wie sich das Produktportfolio angesichts von künstlicher Intelligenz, neuen Formen der Content-Nutzung und zunehmend automatisierten Content-Prozessen weiterentwickeln muss. Kräftner ist über die Jahre auch als Business Angel in Erscheinung getreten, unter anderem mit dem Celum-Spin-off Contidio (Interview dazu). Beide sollen in ihren neuen Rollen eng zusammenarbeiten.
19,8 Millionen Euro Umsatz
Wirtschaftlich geht Celum solide in die nächste Phase. Das seit der Gründung eigenfinanzierte Unternehmen steigerte den Umsatz von 12,5 Millionen Euro im Jahr 2021 auf 19,8 Millionen Euro im Jahr 2025. Aktuell beschäftigt Celum rund 130 Mitarbeitende aus 23 Nationen an den Standorten Linz, Wien und München.

