Muse-Agent wird Hit: 10 Millionen Downloads in 40 Tagen
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So schnell war seit Threads keine App mehr: Metas persönlicher KI-Agent Muse hat in den USA in nur 40 Tagen mehr als 10 Millionen Downloads gesammelt. Das zeigt eine Auswertung des Marktforschungsunternehmens Sensor Tower. Muse ist damit erst die zwölfte App überhaupt, die diese Marke so schnell erreicht hat, seit Sensor Tower im Oktober 2015 mit der Erfassung begann. Kräftig nachgeholfen hat dabei allerdings Metas eigenes Werbebudget.
Schneller als ChatGPT, Grok und Claude
Meta hatte Muse Anfang September nur in den USA gestartet, als Agenten, der E-Mails schreibt, Reisen bucht oder Einkäufe erledigt. Seither kommt die App laut Sensor Tower auf rund 10,9 Millionen Downloads, davon 10,2 Millionen aus den USA. Zuletzt schaffte das Meta selbst mit Threads im Juli 2023. Unter den bisherigen Apps, die 10 Millionen US-Downloads in 40 Tagen erreichten, waren mehr als 80 Prozent Handyspiele.
Der Vergleich mit anderen KI-Apps fällt deutlich aus:
- ChatGPT: kam in den ersten 40 Tagen auf 3,7 Millionen US-Downloads und brauchte 123 Tage für die 10-Millionen-Marke. Weltweit schaffte ChatGPT im selben Zeitraum allerdings rund 15 Millionen Downloads, weil es von Anfang an international verfügbar war.
- Grok: 500.000 US-Downloads in 40 Tagen, 211 Tage bis zu 10 Millionen.
- Claude: 200.000 US-Downloads in 40 Tagen, 673 Tage bis zu 10 Millionen.
Muse steht seit 30 Tagen an der Spitze des US-Google-Play-Stores und war im Apple App Store bis auf einen Tag ebenfalls die Nummer eins. Am 16. Oktober erreichte die App laut Sensor Tower erstmals 2,5 Millionen täglich aktive Nutzer:innen. ChatGPTs US-Downloads sind in den vergangenen 30 Tagen dagegen um 25 Prozent gesunken.
Wer bleibt, und wer geht
Auch bei der Bindung liegt Muse vorne. Nach sieben Tagen nutzen noch 30 Prozent der US-Nutzer:innen, die die App im September installierten, Muse weiter, nach 14 Tagen 23 Prozent. Bei ChatGPT, Grok und Claude liegt der Wert nach sieben Tagen im Schnitt bei 19 Prozent.
Allerdings verliert Muse nach dem ersten Tag deutlich mehr Nutzer:innen als die Konkurrenz. Am Tag nach dem Download kommen noch 73 Prozent zurück, nach 14 Tagen sind es nur noch 23 Prozent, ein Rückgang um rund 50 Prozentpunkte. Bei ChatGPT, Claude und Grok fiel der Rückgang im selben Zeitraum im Schnitt nur um rund 12 Prozentpunkte aus. Viele probieren Muse also aus, ohne dabei zu bleiben.
Wachstum mit Werbegeld
Ein guter Teil des Erfolgs ist gekauft. Meta zählt im Oktober zu den zehn größten Werbekunden in den USA und steckt laut Sensor Tower inzwischen 39 Prozent seines Werbebudgets in Muse, im September waren es noch 23 Prozent. Nach Werbe-Einblendungen ist Muse damit die 21.-größte Marke in den USA, nach Platz 73 im Vormonat.
Ob sich die Downloads in ein Geschäft verwandeln, ist offen. Meta will mit Muse vor allem über Transaktionsgebühren verdienen, doch genau dort hakt es: US-Banken und Broker sperren KI-Agenten wie Muse aus ihren Konten aus. Zudem betont Sensor Tower selbst, dass seine Zahlen auf Schätzungen beruhen und nur Trends zeigen. Und das Wachstum bleibt bisher ein US-Phänomen: 94 Prozent der Downloads stammen aus den USA.

