Physical AI: Arda und Eka holen zusammen 380 Mio. Dollar
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Die Milliarden für KI wandern vom Chatfenster in die Fabrikhalle: Gleich zwei US-Startups für sogenannte Physical AI, also KI, die Maschinen und Roboter in der echten Welt steuert, sind soeben zu Unicorns aufgestiegen. Arda, gegründet vom früheren OpenAI-Forschungschef Bob McGrew, holt 230 Millionen Dollar (rund 205 Millionen Euro) bei einer Bewertung von 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,34 Milliarden Euro). Eka Robotics sammelt 150 Millionen Dollar (rund 134 Millionen Euro) bei einer Bewertung von 1,45 Milliarden Dollar (rund 1,29 Milliarden Euro) ein.
Arda: KI für die Fertigungsplanung
Arda entwickelt KI-Software und Agenten für Ingenieur:innen in der Produktion. Sie sollen etwa das Programmieren von Fertigungsstraßen beschleunigen, das bisher viel Handarbeit erfordert. Angeführt wird die Runde laut CNBC von Altimeter Capital, Accel und Khosla Ventures. Erster bekannter Kunde ist der Rüstungs-Tech-Konzern Anduril. Gründer McGrew war bis 2024 Forschungschef bei OpenAI und verließ das Unternehmen damals gemeinsam mit der früheren CTO Mira Murati.
Eka: Ein Roboter, der fühlt
Eka Robotics setzt auf einen anderen Ansatz als viele Konkurrenten. Die meisten Robotik-Modelle verbinden Bilder und Sprache mit Bewegungen. Eka baut stattdessen ein Modell, das Sehen mit Kraft verbindet: Die Kamera liefert eine grobe Vorstellung, wo ein Objekt liegt, das eigentliche Greifen steuert der Roboter über Kraftsensoren in seiner speziellen Hand. So soll er eine Himbeere aufheben können, ohne sie zu zerdrücken. Laut Eka schafft der Roboter rund 1.500 Objekte bis zu einem Kilogramm pro Stunde, ein Mensch komme auf etwa 600, die Trefferquote liege bei über 95 Prozent.
Gegründet haben Eka der MIT-Professor Pulkit Agrawal und der frühere Google-DeepMind-Forscher Tuomas Haarnoja. Die Runde führen Andreessen Horowitz und F-Prime an. Trainiert wird das Modell vor allem in Simulationen, in denen der Roboter in Minuten Tausende Stunden Erfahrung sammeln soll. Mit mehreren Industriekund:innen laufen laut TechCrunch vertrauliche Pilotprojekte.
Europa mischt mit
Der Hype um Physical AI ist längst auch in Europa angekommen. Erst diese Woche hat Nvidia sich unter anderem am Münchner Robotik-Unternehmen Agile Robots beteiligt, das Robotik-Unicorn Neura Robotics aus Metzingen hat ein eigenes KI-Modell vorgestellt und baut mit dem Linzer Startup NXAI an einem Gedächtnis für Roboter. Das Münchner Startup RobCo stieg Anfang Oktober zum Unicorn auf.
Die offenen Fragen
Ob die Technik die Bewertungen rechtfertigt, muss sich erst zeigen. Robotik-Professor Kris Hauser von der University of Illinois lobt Ekas Demo zwar für ihren „Wow-Faktor“, fragt aber, ob der Roboter ein Jahr lang zuverlässig an echten Fließbändern laufen kann und ob die Technik über das Greifen und Ablegen von Objekten hinaus funktioniert. Auch bei der Haltbarkeit gibt es Luft nach oben: Ekas Greifer ist auf 5 Millionen Bewegungszyklen ausgelegt, Industriestandard sind 20 Millionen. Und Arda hat bisher öffentlich nur einen Kunden genannt.

