„Aus Sicht von Nvidia ist Europa auf Entwicklungsland-Level“ | Wasner + Steinschaden #28
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Nvidia ist längst die KI-Branche selbst: Auf der GTC in Berlin hat der Konzern soeben vorgefertigte Rechenzentren in Containern präsentiert, die statt sechs Monaten nur zwei Wochen bis zum Betrieb brauchen, dazu Sessions vom Fundament bis zur Spenglerei. Gleichzeitig hat CEO Jensen Huang auf seiner Europa-Tour so viele Investments verkündet, dass Nvidia mehr als zehn Prozent aller Startup-Investments in Europa stellt. Huangs Rat an Europa, sich auf Industrial AI zu konzentrieren, sieht Clemens Wasner kritisch: Autobauer oder Netzwerkausrüster seien Geschäfte mit so niedrigen Margen, dass sich damit die nächste Generation an KI-Forschung kaum finanzieren lasse.
Das zweite große Thema: Anthropic hat seinen Börsenprospekt veröffentlicht. Darüber sprechen Jakob Steinschaden, Mitgründer von Trending Topics, und Clemens Wasner, Gründer von enliteAI und Vorsitzender von AI Austria. Die Themen:
- Startup Day bei Nvidia: Warum statt Lovable und Co. lauter Deeptech-Gründer:innen von DeepMind und Meta auf der Bühne standen, darunter AlphaGo-Forschungsleiter Thore Graepel mit seinem neuen Startup.
- Rechenzentren als Fertigteilhaus: Warum jede Woche zählt, wenn GPUs nur drei bis fünf Jahre im Einsatz sind, und warum Nvidia alles über Partner statt eigene Berater:innen umsetzt.
- Mehr als Chips: Vom Compliance-Hardware-Baustein für Unternehmen bis zur Roboter-Ente aus der Hugging-Face-Übernahme, und warum der Sinn von KI-Training auf dem Laptop noch nicht ganz klar ist.
- Nvidia kauft Europas KI: Rund 8 Milliarden Euro in zwölf Monaten, von Mistral über ElevenLabs bis Lovable, und was das für die KI-Souveränität bedeutet.
- Hugging Face unter Nvidia: Warum sich die Rolle der wichtigsten Open-Weight-Plattform erst bei der GTC in San Jose zeigen dürfte.
- Anthropics Börsenprospekt: Starkes Wachstum, Cashflow-positive Quartale und 1.900 Kund:innen, die mehr als eine Million Dollar im Jahr zahlen, aber auch Compute-Verpflichtungen in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Dollar.
- Und OpenAI? Warum Rabatte im B2B-Geschäft, Hardware-Pläne und abwandernde Führungskräfte den OpenAI-Börsengang belasten könnten.
- Die Macht der Gründer: Warum die sieben Anthropic-Gründer nur noch 10,4 Prozent der Anteile halten, über eine eigene Aktienklasse aber die Mehrheit der Stimmrechte behalten, und warum das Kritik auslöst.

