Finanzierungsrunde

Atlas Bio: 12,5 Mio. Dollar für höhere Erfolgsrate bei Medikamentenentwicklung

Die Atlas Bio-Gründer Simon Romanski und Sebastian Bayer © Atlas Bio
Die Atlas Bio-Gründer Simon Romanski und Sebastian Bayer © Atlas Bio

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Das Schweizer Tech-Bio-Startup Atlas Bio ist kürzlich aus der Stealth-Phase herausgetreten und dabei eine Seed-Runde in Höhe von 10 Millionen Dollar auf die Beine gestellt, berichtet tech.eu. Darüber hinaus hat die Jungfirma eine bislang nicht angekündigte Pre-Seed-Runde offengelegt, die sich auf 2,5 Millionen Dollar beläuft. Damit hat Atlas Bio bislang schon 12,5 Millionen Dollar angehäuft. Das Startup hat es sich zum Ziel gemacht, die Erfolgsrate bei der Medikamentenentwicklung zu erhöhen.

Modell simuliert individuelle Wirkung von Medikamenten

Atlas Bio entwickelt ein KI-Basismodell für In-silico-Klinische-Studien. Durch die Simulation von Wirksamkeits- und Sicherheitssignalen auf Patientenebene vor Phase II will das 2024 gegründete Startup die klinische Entwicklung risikoärmer gestalten, das Studiendesign verbessern und den Wandel der Branche hin zu humanrelevanter Evidenz unterstützen.

Das KI-Foundation-Model des Jungunternehmens wird auf rund 2 Millionen RNA-Readouts aus menschlichem Gewebe trainiert. Dabei handelt es sich um die molekularen Signale, die zeigen, wie Gene im Körper an- und abgeschaltet werden. Durch das Erlernen dieser Muster kann das Modell simulieren, wie ein Medikament bei jedem Individuum innerhalb einer virtuellen Patientenkohorte wirkt.

Einsparung bei teuren Phase-II-Studien

Mit dem Modell soll es möglich sein, sowohl teure Phase-II-Studien als auch die vorgelagerten Tierversuche deutlich zu reduzieren. Phase-II-Studien kosten Pharmaunternehmen in der Regel über 100 Millionen Dollar und dauern zwei bis drei Jahre. Dennoch scheitern rund 70 Prozent der Medikamente in dieser Phase.

Nur 30 Prozent der Medikamente zeigen in Phase II eine Wirkung auf die ausgewählte Erkrankung. Doch von jenen, die es zur Zulassung bringen, erweisen sich rund 60 Prozent als wirksamer bei einer anderen (Off-Label-)Indikation als bestehende Behandlungen. Aktuelle klinische Studien sind nicht darauf ausgelegt, diese potenziellen Vorteile früh in der Medikamentenentwicklung zu identifizieren.

Indem die Plattform von Atlas Bio Studien über alle Erkrankungen gleichzeitig durchführt, identifiziert sie, welche Patient:innen tatsächlich profitieren, bevor Sponsoren sich auf ein enges Phase-II-Design festlegen. Da die Studie virtuell ist, lassen sich mehrere Behandlungen am selben Patientenprofil im selben Krankheitsstadium testen.

Atlas Bio arbeitet nach eigenen Angaben bereits mit einem der zehn größten globalen Pharmaunternehmen zusammen und befindet sich in Gesprächen mit mehreren weiteren globalen Pharmafirmen.

„Ende von Phase II, wie wir sie kennen“

Laut Simon Romanski, CEO und Mitgründer von Atlas Bio, basiert die Medikamentenentwicklung seit sechzig Jahren auf zwei fehlerhaften Annahmen: dass Mäuse den Menschen vorhersagen, und dass der einzige Weg, die Wirksamkeit eines Medikaments zu erkennen, darin besteht, es Tausenden von Patient:innen zu verabreichen und abzuwarten.

„Beide werden nun überholt. Menschliche Biologie ist für KI endlich lesbar – und das verändert die Ökonomie dieser gesamten Branche. Viele gescheiterte Phase-II-Studien bedeuten eine Behandlung, die einen Patienten nicht erreicht hat, der sie gebraucht hätte – und die Kosten dieses Scheiterns sind nicht mehr zu rechtfertigen, wenn die Technologie zur Lösung existiert. Atlas Bio ist das Ende von Phase II, wie wir sie kennen, und das Ende von Tierversuchen als Preis des Fortschritts“, so Romanski.

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Atlas Bio will weitere Kunden gewinnen

Ein Kunde von Atlas Bio, ein in Basel ansässiges Biotech-Unternehmen, hat Tierversuche bereits aus einem spezifischen Medikamentenentwicklungs-Workflow eliminiert. Auf Basis von Atlas Bios Simulationsergebnissen geht die Firma direkt zu klinischen Studien am Menschen über. Es ist eine der ersten kommerziellen Anwendungen KI-gesteuerter Simulation als direkter Ersatz für präklinische Tierversuche.

Creandum führte die Seed-Runde an, wobei Partnerin Katharina Wilhelm in den Vorstand einzieht. Bei der bislang unbekannten Pre-Seed-Runde über 2,5 Millionen Dollar waren First Momentum Ventures und LEA Partners die Lead-Investoren. Atlas Bio wird das Funding nutzen, um wissenschaftliche und kommerzielle Teams zu skalieren, die Plattformvalidierung zu vertiefen und bis 2026 weitere Enterprise-Kunden zu gewinnen.

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