Nvidia steckt 3 Milliarden Dollar in Metas Rekord-Kapitalerhöhung
Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.
Der Chiplieferant kauft sich beim besten Kunden ein: Nvidia investiert 3 Milliarden Dollar (rund 2,7 Milliarden Euro) in Meta, und zwar im Rahmen der größten Kapitalerhöhung, die der Facebook-Konzern je gemacht hat. Gleichzeitig bauen die beiden ihre Zusammenarbeit rund um Metas KI-Agenten Muse aus, wie Nvidia soeben bekanntgab. Meta wiederum will noch mehr Nvidia-Hardware in seine Rechenzentren stellen.
Was der Deal umfasst
Die Vereinbarung hat mehrere Teile:
- Investment: Nvidia kauft Meta-Aktien um 3 Milliarden Dollar, sobald die üblichen Abschlussbedingungen erfüllt sind.
- Hardware: Meta will mehr Nvidia-Technik einsetzen, darunter die kommenden Vera-Rubin-Chips, Vera-Prozessoren sowie Spectrum-X-Netzwerktechnik und BlueField-4. Stückzahlen nennen die Firmen nicht.
- Muse-Modelle: Gemeinsam sollen Training und Betrieb von Metas Muse-Modellen schneller und günstiger werden.
- Sicherheit: Die beiden prüfen eine Zusammenarbeit bei Nvidias OpenShell, einer Architektur für den sicheren Einsatz von KI-Agenten, und dem Überwachungstool Sentry.
„Muse ist unser Weg, persönliche Superintelligenz für alle zu bringen“, sagt Meta-Chef Mark Zuckerberg. Nvidia-CEO Jensen Huang spricht bei KI-Agenten von einem „neuen Computing-Paradigma“.
Metas Milliarden-Hunger
Der Hintergrund des Deals ist Metas enormer Geldbedarf. Der Konzern will in mehreren Schritten frisches Eigenkapital über bis zu 97,5 Milliarden Dollar (rund 87 Milliarden Euro) aufnehmen:
- Stammaktien: 25 Milliarden Dollar zu einem Preis von 625 Dollar pro Aktie, verkauft über Termingeschäfte, deren Geld bis spätestens November 2027 fließt.
- Wandelvorzugsaktien: Rund 12,5 Milliarden Dollar über Vorzugsaktien, die 2029 automatisch in Stammaktien umgewandelt werden.
- Laufender Aktienverkauf: Ab dem ersten Quartal 2027 sollen über ein sogenanntes At-the-Market-Programm bis zu 60 Milliarden Dollar über neue, stimmrechtslose Class-C-Aktien hereinkommen.
Damit übertrifft Meta sogar Alphabet, das im Juni Aktien um 84,75 Milliarden Dollar ausgegeben hatte. Neben Nvidia haben laut Meta auch AMD und Broadcom Interesse signalisiert, zusammen Aktien um bis zu 5 Milliarden Dollar zu kaufen.
Warum Meta das Geld braucht, zeigten die jüngsten Quartalszahlen: Für 2026 plant der Konzern Investitionen von 135 bis 145 Milliarden Dollar, vor allem in Rechenzentren. Im dritten Quartal war der Free Cashflow erstmals seit mehr als zehn Jahren negativ. Ende September standen rund 82 Milliarden Dollar an Barmitteln langfristigen Schulden von rund 81 Milliarden Dollar gegenüber.
Muse als Rechenfresser
Einer der größten Treiber ist Muse. Der persönliche KI-Agent, der Reisen buchen, Formulare ausfüllen und einkaufen kann, ist seit September am Markt und kam in 40 Tagen auf mehr als 10 Millionen Downloads. Mit Muse Wonder hat Meta zudem ein eigenes Spitzenmodell vorgestellt. Zuckerberg selbst nennt Muse „sehr rechenintensiv“. Ganz reibungslos lief der Start aber nicht: Es gab eine Sicherheitslücke in der Mac-App, und Amazon sperrte den Agenten für Einkäufe auf seiner Plattform.
Die Kritik: Geld im Kreis
Dass Chiplieferanten Aktien eines ihrer größten Kunden kaufen, nährt die Debatte um sogenannte zirkuläre Finanzierung in der KI-Branche: Nvidia stellt Geld bereit, das über Chip-Bestellungen wieder zu Nvidia zurückfließt. Nvidia hat sich zuletzt an einer ganzen Reihe von Kund:innen und Startups beteiligt. Auch der Internationale Währungsfonds hat kürzlich vor einer Schuldenspirale beim KI-Ausbau gewarnt.
Die Analyst:innen von William Blair erwarten, dass Investor:innen „die Finanzierung und das Potenzial für künftige Kapitalerhöhungen weiter hinterfragen“ werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Zugleich sehen sie in der Finanzierung ein Zeichen, dass Meta an langfristige Erträge aus KI glaubt. Die Meta-Aktie hatte am Montag vor Bekanntgabe der Kapitalerhöhung knapp 2 Prozent nachgegeben.

