Linzer Startup Ohana liefert Kinderschutz-Technologie für Swisscom
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Kinderschutz made in Austria für die Schweiz: Die Swisscom, größte Telekomanbieterin des Landes, hat soeben ihre neue App Kids Security gestartet, und die Technologie dahinter stammt vom Linzer Startup Ohana. Das Unternehmen liefert und betreibt die Plattform, die Swisscom unter eigener Marke anbietet.
Was Kids Security kann
Die App soll Familien beim Umgang mit Smartphone und Internet unterstützen und läuft auf iOS und Android. Laut Swisscom bietet sie unter anderem:
- Bildschirmzeit: Eltern legen pro Tag und pro App fest, wie lange ihre Kinder das Gerät nutzen dürfen.
- App-Check: Apps werden darauf geprüft, ob sie altersgerecht sind.
- Lernmodus: Ablenkungen werden während der Hausaufgaben reduziert.
- Standort: Eltern können den Standort teilen und bekommen Hinweise, wenn Kinder definierte Bereiche betreten oder verlassen.
- Statistiken: Eine Nutzungsübersicht vergleicht mit Gleichaltrigen und liefert Empfehlungen von Expert:innen.
Das Angebot kostet 4,90 Franken (rund 5,20 Euro) pro Monat, in den ersten sechs Monaten die Hälfte, und gilt für beliebig viele Kinder und Geräte. Voraussetzung ist, dass mindestens ein Haushaltsmitglied ein Swisscom-Mobilabo hat.
Ohana betont dabei die Einbindung der Kinder: Regeln und Einstellungen sollen für sie nachvollziehbar bleiben, Familien sollen gemeinsam einen gesunden Umgang mit digitalen Medien entwickeln. „Dass Swisscom digitale Kindersicherheit als Teil des eigenen Angebots aufgreift, zeigt, welche Bedeutung das Thema mittlerweile hat“, sagt Christian Orgler, Mitgründer und Geschäftsführer von Ohana.
Telcos als Vertriebskanal
Für Ohana ist der Deal ein großer Schritt im B2B-Geschäft. Neben der eigenen App stellt das Startup seine Technologie Telekomanbietern als White-Label-Lösung zur Verfügung. Orgler rechnet damit, dass die Swisscom nicht allein bleibt: Wer Familien Zugang zur digitalen Welt bietet, müsse sich auch damit auseinandersetzen, wie Kinder diese sicher nutzen können. „Swisscom geht diesen Schritt jetzt und wir sind überzeugt, dass weitere Anbieter folgen werden.“
Erfahrung mit Telekomanbietern hat Ohana bereits in Österreich gesammelt. Anfang 2025 schloss das Startup eine Partnerschaft mit Drei: Vertragskund:innen des Mobilfunkers bekamen das Jahresabo von Ohana Plus um 40 Prozent günstiger, also um 29,90 statt 49,99 Euro. Anders als bei der Swisscom blieb die App dabei aber eine Ohana-App, Drei vertrieb sie lediglich vergünstigt weiter.
Gegründet wurde Ohana Anfang 2022 von Christian Orgler, Stephan Brunner und Kevin Snajda. Früh investierten die Runtastic-Gründer:innen, später kamen in einer Millionenrunde Push Ventures, Calm/Storm Ventures und Business Angel Hansi Hansmann dazu. In Österreich ist Ohana seit kurzem auch über den Marktplatz Lernapps an Schulen erhältlich und positioniert sich als Alternative zu Social-Media-Verboten für Kinder.
Starke Konkurrenz
Leicht hat es Ohana in dem Markt nicht. Apple und Google haben mit Bildschirmzeit und Family Link eigene, kostenlose Kinderschutz-Funktionen direkt in iOS und Android eingebaut. Dazu kommen internationale Anbieter von Parental-Control-Apps wie Qustodio oder Bark, die sich direkt an Eltern richten. Mit dem Weg über Telekomanbieter sucht sich Ohana einen Vertriebskanal, der Kund:innen dort abholt, wo sie ihr Smartphone-Abo ohnehin abschließen.

