„Free our RaBatman“: GoFundMe-Kampagne für Billa-Kassier bringt 30.000 Euro
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Österreich hat einen neuen Volkshelden, und er ist verurteilt: Für einen 23-jährigen Ex-Kassier von Billa, der Kund:innen unerlaubt Rabatte gewährt hatte, haben Fremde auf GoFundMe binnen rund einem Tag die gesamte Schadenssumme von 25.700 Euro gesammelt. Inzwischen haben mehr als 2.000 Menschen gespendet, die Kampagne „Free our RaBatman“ steht bei ziemlich genau 30.000 Euro und damit deutlich über dem Ziel.
Rabatte von bis zu 50 Prozent
Am Mittwoch war der junge Mann am Landesgericht Linz wegen Untreue zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt worden, das Urteil ist rechtskräftig. Laut Anklage hatte er in einer Billa-Filiale in Linz-Urfahr von Anfang 2025 bis Ende November immer wieder Preisnachlässe von bis zu 50 Prozent gewährt. Solche Rabatte sind eigentlich für beschädigte oder bald ablaufende Ware gedacht, er vergab sie aber auch ohne Grund. Aufgefallen war das bei einer internen Prüfung, weil die Summe der Preisnachlässe ungewöhnlich hoch war. Der Schaden für Billa: 25.696 Euro.
Selbst bereichert hat er sich nicht. Vor Gericht gab er an, unter sozialen Ängsten zu leiden und sich von fordernden Kund:innen unter Druck gesetzt gefühlt zu haben, manche hätten lautstark auf Rabatte bestanden. Angefangen habe alles nach einem Stromausfall, danach sei es zur Gewohnheit geworden. Er wurde fristlos entlassen, macht inzwischen eine Lehre in einer anderen Branche und muss den Schaden in Raten zurückzahlen.
Spenden in Rekordzeit
Genau dabei will die Netzgemeinde nun helfen. Gestartet hat die Kampagne Patrick Frewein aus Linz, der den Ex-Kassier nach eigenen Angaben nicht persönlich kennt und ihn „Österreichs Robin Hood“ nennt. Es gehe nicht darum, das Fehlverhalten zu entschuldigen, betont er. Der junge Mann solle aber Verantwortung übernehmen können, ohne dass ein Fehler seine gesamte Zukunft bestimmt. In den ersten 23 Stunden kamen mehr als 15.000 Euro zusammen, am Donnerstagabend war das Ziel erreicht.
Ausgezahlt wird das Geld nicht sofort. Frewein hat Kontakt zum Anwalt des Verurteilten aufgenommen und will die Übergabe direkt mit ihm abstimmen, erst nach dessen Zustimmung fließt das Geld. Was mit dem Überschuss passiert, ist noch offen.
Billa verdoppelt und spendet
Auch der Supermarktkonzern hat reagiert. Die vielen Reaktionen zeigten, dass viele Menschen den Fall auch menschlich betrachten, „das lässt auch uns bei Billa natürlich nicht kalt“, so das Unternehmen gegenüber dem Standard. Billa will den zugesprochenen Schadenersatz verdoppeln und insgesamt 51.400 Euro an gemeinnützige Organisationen spenden, die sich für psychische Gesundheit und Inklusion einsetzen. Das Strafverfahren selbst kommentiert Billa nicht weiter.

