Fed sieht im KI-Boom einen Inflationstreiber
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Der KI-Boom hat einen Nebeneffekt, den die Notenbank nun schwarz auf weiß festhält, nämlich höhere Preise: Im Protokoll ihrer jüngsten Zinssitzung nennt die US-Notenbank Federal Reserve den massiven Ausbau der KI-Infrastruktur ausdrücklich als einen Grund für die hartnäckige Inflation. Das geht aus den soeben veröffentlichten Minutes der Sitzung hervor, bei der die Fed den Leitzins erstmals seit 2023 angehoben hatte. Und die nächste Erhöhung könnte schon bis Jahresende folgen.
KI-Investitionen heizen die Preise an
Laut Protokoll führten die Fachleute der Fed die höhere Kerninflation unter anderem auf steigende Preise für technologiebezogene Konsumgüter im Zuge des KI-Ausbaus zurück. Die Mitglieder des Offenmarktausschusses stellten fest, dass „stark steigende KI-bezogene Investitionen zum Inflationsdruck beitragen“. Mehrere Mitglieder beobachteten, dass die Preise für Kerngüter weiter erhöht blieben, weil die Effekte des KI-Ausbaus zunahmen, während jene der Zölle nachließen. Einige warnten zudem, dass der KI-Ausbau die Gesamtnachfrage mittelfristig über das Angebot hinaus treiben könnte.
Auf der anderen Seite stützt der Boom die Wirtschaft: Laut den Fed-Fachleuten sorgt der KI-Ausbau weiterhin für kräftig steigende Unternehmensinvestitionen. Wie groß die Summen sind, zeigt etwa SpaceX, das 40 Milliarden Dollar Schulden für Nvidia-Chips aufnehmen will.
Öl und Zölle bleiben Faktoren
Der KI-Ausbau ist nicht der einzige Preistreiber. Einen großen Teil der höheren Inflation schreibt die Fed weiterhin früheren Zollerhöhungen zu, weitere Zölle sehen mehrere Mitglieder als Risiko. Dazu kommen höhere Energie- und Vorleistungskosten durch die geopolitische Lage: Der Nahostkonflikt hat die Preise für Rohöl und Treibstoffe nach oben getrieben. Je länger die Energiepreise hoch bleiben, desto größer sei die Gefahr, dass sich der Preisdruck ausbreitet, so viele Mitglieder.
Die Zahlen sind entsprechend hoch: Die Inflation nach dem PCE-Index, dem bevorzugten Maß der Fed, stieg im August auf 3,8 Prozent, die Kernrate lag bei geschätzten 3,4 Prozent. Nach einer neuen Berechnungsmethode des Statistikamts BEA wären es 3,6 beziehungsweise 3,2 Prozent. Das Ziel der Fed liegt bei 2 Prozent.
Nächste Zinserhöhung bis Jahresende wahrscheinlich
Im September hatte die Fed den Leitzins einstimmig um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4 Prozent angehoben. Laut Protokoll hält es eine Mehrheit der Mitglieder für wahrscheinlich angemessen, die Zinsen bis Jahresende ein weiteres Mal zu erhöhen, abhängig von den kommenden Daten. Die Risiken für die Inflation sehen sie insgesamt nach oben verzerrt, den Arbeitsmarkt dagegen als stabil und nahe der Vollbeschäftigung.
Ganz so eindeutig, wie manche Marktberichte es darstellen, ist die Rolle der KI allerdings nicht. Dass der KI-Ausbau die Zölle als wichtigsten Treiber der Kerngüterpreise abgelöst hat, sehen laut Protokoll nur „mehrere“ Mitglieder, keine Mehrheit. Am Goldmarkt sorgte die Veröffentlichung dennoch für Druck: Gold fiel zuletzt weiter auf rund 4.110 Dollar (rund 3.660 Euro) je Feinunze, denn steigende Zinsen machen das zinslose Edelmetall weniger attraktiv.

