Universal Quantum holt Rekord-Series-A über 100 Millionen Dollar
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Europas Quantencomputing-Startups sammeln wieder große Summen ein, diesmal in Großbritannien: Universal Quantum, eine Ausgründung der University of Sussex, hat soeben eine Series-A-Finanzierung über 100 Millionen Dollar (rund 89 Millionen Euro) abgeschlossen. Laut dem Unternehmen ist das die größte Series A, die ein britisches Quantenunternehmen je eingesammelt hat, wie tech.eu berichtet. Insgesamt hat das Startup damit mehr als 125 Millionen Dollar (rund 111 Millionen Euro) aufgenommen.
Roblox-Gründer unter den Investor:innen
Angeführt wird die Runde vom Silicon-Valley-Investor DCVC und dem auf Quantentechnologie spezialisierten Fonds Firgun Ventures. Dazu kommen unter anderem der Staatsfonds EDBI aus Singapur, der japanische Vermögensverwalter Integral GlobalTech, der australische Pensionsfonds NGS Super sowie Roblox-Gründer und -Chef Dave Baszucki. Auch die Bestandsinvestoren Nauta Capital und The Venture Collective sind wieder dabei. Eine Bewertung nennt Universal Quantum nicht.
„Diese Runde bringt Investor:innen zusammen, die das Ziel teilen, Quantencomputing im großen Maßstab nutzbar zu machen“, sagt Mitgründer und CEO Sebastian Weidt. Mit dem Geld will das Unternehmen in den USA, in Japan und an seinem deutschen Standort in Hamburg wachsen und seine Technologie zur Marktreife bringen.
Ionenfallen statt Supraleiter
Universal Quantum wurde 2018 gegründet und hat seinen Sitz in Haywards Heath in der englischen Grafschaft Sussex. Das Startup setzt auf Ionenfallen: Geladene Atome dienen als Qubits und werden in Fallen auf einem Chip festgehalten. Der hauseigene Chip iQPU trägt Hunderte solcher Ionen-Qubits und wird auf einer gewöhnlichen kommerziellen 200-Millimeter-Fertigungslinie hergestellt. Gesteuert werden die Qubits mit Mikrowellen, die meisten Ionenfallen-Systeme nutzen dafür Laser. Eine eigene Verbindungstechnik namens UQConnect soll mehrere Chips zu großen Systemen koppeln, das Ziel sind Millionen fehlerkorrigierter Qubits. Anders als supraleitende Quantencomputer, die nahe am absoluten Nullpunkt gekühlt werden müssen, sollen die Systeme laut Unternehmen bei Raumtemperatur laufen.
Einen großen Auftrag hat Universal Quantum bereits in der Tasche: 2023 erhielt das Startup vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen Auftrag über 67 Millionen Euro, nach eigenen Angaben der größte, den ein britisches Quanten-Startup je bekommen hat. Dazu kommen eine Partnerschaft mit Rolls-Royce für Strömungssimulationen in der Luftfahrt sowie mehrere von der britischen Förderagentur Innovate UK unterstützte Projekte.
Starke Konkurrenz bei Ionenfallen
Mit dem Ansatz ist Universal Quantum nicht allein. Das deutsche Startup eleQtron steuert Ionen ebenfalls per Mikrowellen und hat im Frühjahr 57 Millionen Euro eingesammelt. In Innsbruck baut AQT Ionenfallen-Quantencomputer, in den USA zählen Quantinuum und IonQ zu den Branchengrößen, wobei IonQ den britischen Ionenfallen-Spezialisten Oxford Ionics 2025 übernommen hat. Auch bei anderen Technologien fließt viel Geld: Das niederländische Startup QuantWare etwa holte zuletzt 178 Millionen Dollar (rund 158 Millionen Euro) für supraleitende Quantenchips. Ob Ionenfallen, Supraleiter oder neutrale Atome das Rennen um den ersten großen, fehlerkorrigierten Quantencomputer machen, ist noch offen.

