Exit51 begleitet Startup-Verkäufe bis 10 Mio. Euro Bewertung
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Für Investmentbanken zu klein, für die Gründer:innen der wichtigste Deal ihres Lebens: Genau in diesem Segment positioniert sich der Wiener Michael Jiresch mit seiner Firma Exit51. Er begleitet Unternehmer:innen beim Verkauf profitabler Startups und kleinerer Unternehmen mit einem Unternehmenswert von bis zu rund 10 Millionen Euro. Seit 2024 ist er in diesem Bereich tätig, mit Exit51 rückt er nun die kleinen Exits in den Mittelpunkt.
Zielgruppe: profitable Firmen bis 10 Millionen Euro Umsatz
Laut Exit51 haben die begleiteten Unternehmen typischerweise ein EBIT von etwa 250.000 bis 1 Million Euro und einen Jahresumsatz von bis zu rund 10 Millionen Euro. Im Fokus stehen SaaS, E-Commerce, EdTech, digitale Gesundheitsangebote, Agenturen und andere technologiegetriebene Geschäftsmodelle. Klassische M&A-Berater:innen konzentrieren sich meist auf größere Transaktionen, bei denen sich der Aufwand stärker rechnet.
„Für einen Unternehmer kann der Verkauf eines Unternehmens mit 250.000 oder 500.000 Euro EBIT eine der wichtigsten wirtschaftlichen Entscheidungen seines Lebens sein. Für viele klassische M&A-Berater ist eine solche Transaktion dagegen zu klein“, sagt Jiresch.
Als Marktpotenzial verweist Exit51 auf den Austrian Startup Monitor: Laut der Ausgabe 2024 sind 38 Prozent der österreichischen Startups profitabel, die Ausgabe 2023 erfasste mehr als 3.400 seit 2012 gegründete Startups.
Wer hinter Exit51 steht
Jiresch bringt nach eigenen Angaben rund 15 Jahre Erfahrung im M&A auf Käuferseite in Konzernen mit, von der Suche nach Übernahmezielen über Due Diligence und Verhandlungen bis zur operativen Führung übernommener Unternehmen als Geschäftsführer. Dazu kommen rund fünf Jahre, in denen er Scale-ups beim Aufbau von Vertrieb und Go-to-Market-Strategien unterstützt hat. 2024 verließ er die Konzernwelt und begleitet seither Unternehmensverkäufe, mit Exit51 nun klar auf die Verkäuferseite ausgerichtet.
Sein Partner bei Exit51 ist Johannes Angerer, der seit mehr als 15 Jahren im digitalen Umfeld arbeitet, von Startups bis zu internationalen Konzernen. Er war unter anderem im chinesischen E-Commerce-Markt tätig und hat Erfahrung in Branchen wie FMCG, Handel, Tourismus und Möbelhandel. Bei Exit51 bringt er Know-how in digitaler Strategie, E-Commerce, Marketing und Vertrieb ein.
Von der Gesundheitsplattform bis zur Digitalagentur
Bisher hat Jiresch drei Exits begleitet. Welche Unternehmen das waren, kann er wegen Verschwiegenheitsklauseln nicht nennen. Auf der Website listet Exit51 aber anonymisierte Referenzen. Demnach hat das Team eine B2C-Plattform für Gesundheitsbildung und eine B2C-Direktvertriebsplattform jeweils beim Exit begleitet, beide mit einem Unternehmenswert von mehr als 5 Millionen Euro. Bei einer Digitalagentur in derselben Größenordnung übernahm Exit51 Vorbereitung, Due Diligence und Preisverhandlung. Für eine B2C-Online-Lernplattform suchte das Team nach Käufer:innen und erstellte dafür eine Longlist mit rund 200 Unternehmen, die digital und telefonisch kontaktiert wurden.
Dazu kommen zwei Mandate abseits von Exits: Exit51 hat laut eigenen Angaben ein Logistik-Startup mit einem Unternehmenswert über 10 Millionen Euro und ein SaaS-Startup im E-Commerce bei Series-B-Finanzierungen beraten.
KI für Recherche, Menschen für die Verhandlung
Der Ablauf folgt dem klassischen M&A-Prozess: Erstgespräch und Verschwiegenheitserklärung, Exit-Strategie, Käufersuche unter strategischen Käufer:innen, Investor:innen und Nachfolger:innen, eine Shortlist, erste Gespräche, Absichtserklärung und Due Diligence, Preisverhandlung und schließlich Signing und Closing mit Rechtspartner:innen. Damit sich das auch bei kleineren Transaktionen rechnet, setzt Exit51 auf ein schlankes Team und KI für Recherche, Marktanalyse, Käufer-Matching und Teile der Due Diligence. In Verhandlungen und im Kontakt mit Unternehmer:innen und Käufer:innen soll dagegen die persönliche Begleitung im Mittelpunkt stehen. Ein Honorarmodell nennt Exit51 öffentlich nicht.
Exit51 ist mit diesem Ansatz nicht allein. Wer ein kleineres Unternehmen verkaufen will, findet in Österreich etwa die Nachfolgebörse der Wirtschaftskammer, international haben sich Online-Marktplätze wie Acquire.com auf den Verkauf kleiner Software-Firmen spezialisiert. Und auch die M&A-Branche selbst setzt zunehmend auf KI: Das finnische Startup Comparables.ai etwa hat kürzlich 6 Millionen Dollar eingesammelt, um Übernahmekandidaten per KI aufzuspüren. Worauf es bei einem Exit ankommt, haben wir zuletzt in unserem Ratgeber zur Käufersuche zusammengefasst.

