SpaceX und Tesla prüfen Mega-Fusion um mehr als 3 Billionen Dollar
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Elon Musk will offenbar zusammenführen, was er ohnehin schon gemeinsam steuert: SpaceX und Tesla prüfen eine Fusion, die mit einem Wert von mehr als 3 Billionen Dollar (rund 2,7 Billionen Euro) der größte Zusammenschluss der Wirtschaftsgeschichte wäre. Beide Konzerne haben dafür Sonderausschüsse aus unabhängigen Direktor:innen eingesetzt, wie Musk am Dienstag in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen von SpaceX bestätigte.
Musk sitzt nicht mit am Tisch
„Halte ich es für eine gute Idee? Ja“, sagte Musk. Am Ende müssten aber die Aktionär:innen zustimmen. Weil er beide Unternehmen führt, sei er befangen und dürfe an den Gesprächen nicht teilnehmen. Den Prozess beschrieb er als eine Art „Kabuki-Tanz“, bei dem zwei Gruppen miteinander reden und er außen vor bleibt. Die Ausschüsse hätten sich bisher auf keine Bedingungen geeinigt, und es gebe keine Garantie, dass sie das tun.
Als größte Hürde nannte Musk die Zustimmung bei Tesla: Für einen Deal müsste die Mehrheit aller ausstehenden Tesla-Aktien dafür stimmen. Analyst Dan Levy von Barclays hält es für wahrscheinlich, dass SpaceX als Käufer auftritt und Tesla in einem reinen Aktientausch übernimmt. Barclays hält laut Reuters eine Ankündigung schon im Dezember für möglich.
Größer als Amazon
SpaceX ist an der Börse mehr als 2 Billionen Dollar wert, Tesla knapp 1,5 Billionen Dollar. Zusammen wären die beiden Musk-Konzerne wertvoller als Amazon. Die Börse reagierte positiv: Die Tesla-Aktie stieg nachbörslich um rund 1,5 Prozent, SpaceX legte nach den starken Quartalszahlen und der Fusionsnachricht um bis zu 8 Prozent zu.
Begründet hat Musk die Idee mit dem Fortschritt der KI. Es spreche viel für einen Zusammenschluss, weil man sich „ziemlich mitten in der Singularität der Superintelligenz“ befinde. Gewinnen könne man bei KI-Software, Chipdesign, Robotik, Starts ins All und der Konnektivität über das Starlink-Netz.
Schon jetzt eng verflochten
Tatsächlich sind die beiden Konzerne längst eng verbunden. Gemeinsam bauen sie mit Terafab in Texas eine riesige Chipfabrik für autonome Autos, humanoide Roboter und KI-Rechenzentren im All, für die Chipriese TSMC kürzlich eigene Bedingungen gestellt hat. Erst vergangene Woche zeigte Tesla einen Roadster, der mit Kaltgas-Düsen von SpaceX springt und Saltos schlägt, und Musks KI-Chatbot Grok läuft in vielen Teslas kostenlos.
Auch finanziell gibt es Verbindungen. Teslas Investment in xAI wurde mit der Übernahme durch SpaceX in rund 19 Millionen SpaceX-Aktien umgewandelt, das ist weniger als 1 Prozent des Unternehmens. Im Jahr 2025 machte Tesla laut seinen aktuellen Unterlagen zur Hauptversammlung 430 Millionen Dollar Umsatz mit xAI und 143 Millionen Dollar mit SpaceX.
Befürworter und Kritiker
An der Wall Street gilt der Deal vielen als ausgemachte Sache. Gene Munster von Deepwater Asset Management sieht eine Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent, dass er innerhalb von zwei Jahren zustande kommt. Dan Ives von Yorkville Ives & Co nennt ihn laut einer Reuters-Umfrage einen „No-Brainer“, schätzt aber, dass die Tesla-Aktie dafür bei rund 550 Dollar liegen müsste. Zuletzt schloss sie bei knapp 374 Dollar.
Kritische Stimmen sehen vor allem ein Governance-Problem. Josh Gilbert von eToro verweist darauf, dass eine einzige Person beide Seiten des Deals führt. Selbst Michael Monaghan von Founder ETFs, der grundsätzlich kein Governance-Problem sieht, meint, Teslas China-Geschäft müsse wegen der Rüstungsaufträge von SpaceX womöglich abgeschottet werden. Das Tech-Portal Electrek hat zudem diese Unterlagen ausgewertet: Drei der neun Tesla-Direktor:innen haben Verbindungen zu SpaceX. Bei einer Übernahme würden außerdem Teile von Musks Vergütungspaket sofort fällig. Bei einem Deal über 3 Billionen Dollar wären das laut Electrek rund 106 Millionen zusätzliche Tesla-Aktien.
Wie es weitergeht, zeigt sich bald. Tesla legt noch heute seine eigenen Quartalszahlen vor, Anfang Dezember folgt die Hauptversammlung in Texas.

