Musks Grok-Bot holt sich Hilfe bei Claude
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Wenn das eigene Modell nicht reicht, wird eben zugekauft: Elon Musk hat soeben angekündigt, dass der KI-Agent Grok Bot künftig nicht mehr nur auf die hauseigenen Grok-Modelle setzt. SpaceX werde „das beste Back-End-Modell für die jeweilige Aufgabe“ verwenden, schrieb Musk auf X. Als Beispiele nannte er ausgerechnet Claude Opus 5.5 vom Rivalen Anthropic, den Bildgenerator Midjourney und den Musikgenerator Suno, dazu weitere führende KI-Schnittstellen. Zuerst hatte The Information berichtet.
Was Grok Bot ist
Grok Bot ist eine Agenten-App von SpaceXAI, jener KI-Sparte, die Musk mit xAI in SpaceX eingegliedert hat. Die App startete im August. Jeder Bot arbeitet auf einem eigenen Computer in der Cloud und kann mehrere Aufgaben parallel erledigen. Seit Ende September können Teams einen gemeinsamen Bot veröffentlichen, den Kolleg:innen in der App oder in Slack nutzen. Welche Aufgaben künftig an welches Modell gehen, sagte Musk nicht. Laut The Next Web kam die Ankündigung einen Tag, nachdem Nutzer:innen über Probleme beim Zugriff auf Grok in App und Web geklagt hatten. Eine offizielle Ursache nannte SpaceXAI nicht.
Ein Eingeständnis mit Ansage
Für Musk ist der Schritt bemerkenswert. Er hat xAI 2023 gegründet, um OpenAI Konkurrenz zu machen, und Milliarden in Rechenzentren für das Training der Grok-Modelle gesteckt. Gerade erst wurde bekannt, dass SpaceX 40 Milliarden Dollar (rund 35,6 Milliarden Euro) Schulden für Nvidia-Chips aufnehmen will. Dass Grok Bot nun Aufgaben an Claude weiterreicht, ist ein Eingeständnis, dass die eigenen Modelle nicht überall vorne liegen. Claude Opus 5.5 liegt etwa im Ranking von Artificial Analysis vor Googles Gemini 4 und OpenAIs GPT-6 Astra.
Unruhig ist es bei Musks KI-Sparte ohnehin: Erst im Juli wurde xAI zu SpaceXAI, nun soll die Firma SpaceXSI heißen, als Verbeugung vor US-Präsident Donald Trump, der KI künftig „Superintelligenz“ nennen will.
Modell-Routing wird zum Standard
Mit dem Mix aus mehreren Modellen folgt Musk einem Trend. Microsoft setzt in Microsoft 365 Copilot neben OpenAI auch auf Modelle von Anthropic und will unter Windows je nach Aufgabe zwischen lokalen und Cloud-Modellen wechseln. Die Suchmaschine Perplexity lässt ihre Kund:innen schon lange zwischen Modellen verschiedener Anbieter wählen. Im Markt der persönlichen KI-Agenten konkurriert Grok Bot unter anderem mit Metas Muse, das laut Berichten mehr als 3 Millionen wöchentliche Nutzer:innen hat. Was die neuen Agenten tatsächlich können, haben wir zuletzt auch im KI-Podcast diskutiert.

