Revolut plant Doppel-Börsengang in New York und London
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Die Neobank Revolut denkt über einen gleichzeitigen Börsengang in London und New York nach. Das hat Mitgründer und CEO Nik Storonsky soeben in einem Interview mit der französischen Wirtschaftszeitung Les Echos gesagt, wie Reuters berichtet. Das angepeilte Ziel ist ambitioniert: Revolut strebt für den Börsengang eine Bewertung von bis zu 200 Milliarden Dollar an. Als Zeitpunkt gilt frühestens 2028.
USA als bevorzugter Markt
Auch wenn beide Handelsplätze im Spiel sind, lässt Storonsky keinen Zweifel daran, wo seine Präferenz liegt. Die USA würden schlicht den deutlich größeren Pool an Investor:innen bieten. „Dazu gehören institutionelle Investoren, Hedgefonds, Fondsmanager und eine beträchtliche Zahl an Privatanleger:innen“, so der Revolut-Chef.
Seine Rechnung ist simpel: „Wir haben die Wahl, in einem kleinen Markt mit wenigen Käufern zu verkaufen oder in einem gigantischen Markt mit einer enormen Zahl an Käufern, die heftig um unsere Aktien konkurrieren werden. Deshalb, ja, bevorzugen wir die Vereinigten Staaten.“
Eine endgültige Entscheidung für New York als alleinigen Börsenplatz ist das allerdings nicht. Stattdessen soll Revolut an beiden Börsen notieren, also sowohl in den USA als auch am Heimatmarkt in London.
Wise als Vorbild
Mit diesem Modell würde Revolut dem Weg eines anderen britischen Fintech-Schwergewichts folgen. Der Zahlungsdienstleister Wise hat heuer ein Dual Listing an beiden Börsen umgesetzt und dabei seine Primärnotiz von London nach New York verlegt, um Zugang zu mehr Liquidität zu bekommen. Für die Londoner Börse, die seit Jahren mit Abwanderungen und einer schwachen IPO-Pipeline kämpft, wäre ein ähnlicher Schritt von Revolut ein weiterer Dämpfer, auch wenn eine Zweitnotiz in London erhalten bliebe.
Zur Einordnung der Dimensionen: Zuletzt wurde Revolut bei einer Finanzierungsrunde mit 75 Milliarden Dollar bewertet. Um beim Börsengang die angestrebten 200 Milliarden zu erreichen, müsste sich der Wert des Unternehmens also noch einmal fast verdreifachen.
US-Expansion als Schlüssel
Entscheidend für den Erfolg des Börsengangs wird laut Storonsky das Abschneiden von Revolut in den USA sein. Je populärer das Produkt bei US-Kund:innen ist, desto eher würden diese auch beim IPO zugreifen, so seine Überlegung.
Ein wichtiger Meilenstein dafür ist bereits erreicht: Anfang des Monats erhielt Revolut von der US-Bankenaufsicht Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eine bedingte Zulassung für eine US-Banklizenz. Sobald die Lizenz vollständig erteilt ist, darf das Londoner Fintech US-Kund:innen direkt Kredite, Kreditkarten und einlagengesicherte Konten anbieten, dazu kommen Stablecoins und Kryptowährungen.
Für die Zeit bis zum Börsengang hat sich Revolut ohnehin viel vorgenommen. Das Unternehmen will bis 2030 jährlich rund 2,3 Milliarden Euro in Wachstum investieren und die globale Expansion vorantreiben, bevor es an die Börse geht.

