SpaceX: KI-Sparte überholt Starlink, Quartalsgewinn von 4,4 Milliarden Dollar
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Raketen und Satelliten sind zwar auch noch wichtig, aber heute verdient SpaceX sein Geld hauptsächlich mit Rechenzentren: Elon Musks Konzern hat soeben einen Quartalsgewinn von 4,4 Milliarden Dollar (rund 3,9 Milliarden Euro) gemeldet. Erstmals bringt die KI-Sparte mehr Umsatz als Starlink, vor allem weil SpaceX Rechenkapazität an KI-Firmen wie Anthropic vermietet.
Die Zahlen im Überblick
SpaceX hat am Dienstag die Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt, die zweiten seit dem Rekord-Börsengang im Juni. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 161 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar (rund 13 Milliarden Euro), Analyst:innen hatten mit knapp 12,9 Milliarden Dollar gerechnet. Nach Verlusten im Vorquartal und im Vorjahresquartal blieben diesmal 4,4 Milliarden Dollar Gewinn übrig, der operative Gewinn lag bei 2,8 Milliarden Dollar.
Die drei Sparten im Detail:
- Super Intelligence: 7,6 Milliarden Dollar Umsatz nach 813 Millionen Dollar im Vorjahresquartal, inklusive rund 608 Millionen Dollar vom übernommenen Coding-Startup Cursor. Die Sparte schrieb erstmals einen operativen Gewinn von 431 Millionen Dollar.
- Connectivity: Das Starlink-Geschäft wuchs um 69 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar und verdiente operativ 2,4 Milliarden Dollar. Mit 1,6 Millionen neuen Kund:innen auf nun 13,6 Millionen blieb SpaceX aber unter den Erwartungen der Analyst:innen.
- Space: Das Raketengeschäft legte um 6 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zu, bei 35 Starts im Quartal.
Für das erste Quartal 2027 stellt SpaceX bereits 33 bis 37 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht, mehr als doppelt so viel wie jetzt. Nachbörslich stieg die Aktie um rund 1,5 Prozent auf etwa 150 Dollar und lag damit knapp über dem Ausgabepreis von 135 Dollar.
Anthropic als Großmieter
Die KI-Sparte, die SpaceX inzwischen „Super Intelligence“ nennt, entstand aus der Übernahme von Musks KI-Firma xAI im Februar. Neben dem eigenen Chatbot Grok und der Plattform X vermietet sie Rechenkapazität an KI-Firmen wie Google und Anthropic. Der Claude-Hersteller mietet die Rechenzentren Colossus 1 und Colossus 2 in Memphis. Ursprünglich waren dafür 1,25 Milliarden Dollar pro Monat bis 2029 vereinbart, laut einem von Reuters eingesehenen Börsenprospekt von Anthropic ist die Zusage inzwischen auf bis zu 84,5 Milliarden Dollar (rund 75 Milliarden Euro) gewachsen.
Ausbauen will SpaceX weiter. Ende September lag die Rechenleistung bei 1,7 Gigawatt, bis Jahresende sollen es 2,5 bis 3 Gigawatt werden. Musk erwartet, dass Rechenleistung noch lange knapp bleibt, die Engpässe sieht er bei Strom, Kühlung und Infrastruktur.
Konkurrenz im Rechenzentrumsgeschäft
Mit der Vermietung von KI-Rechenleistung tritt SpaceX gegen die großen Cloud-Anbieter Amazon Web Services, Microsoft Azure, Google Cloud und Oracle an. Dazu kommen spezialisierte Anbieter wie CoreWeave oder der britische Betreiber Nscale, der gerade selbst über einen Milliardendeal mit Anthropic verhandelt. Bei Starlink ist Amazons Satelliteninternet Kuiper der größte Rivale, liegt aber noch weit zurück.
Die Kehrseite
Das Wachstum ist teuer erkauft. Allein im dritten Quartal investierte SpaceX 19,6 Milliarden Dollar, vor allem in Rechenzentren, das Starship und Satelliten. Für das vierte Quartal sind 35 bis 40 Milliarden Dollar geplant, und erst kürzlich wurde bekannt, dass SpaceX 40 Milliarden Dollar Schulden für Nvidia-Chips aufnehmen will. Analyst:innen von Visible Alpha erwarten laut Fortune, dass die Schulden von 50,7 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 350 Milliarden Dollar im Jahr 2029 steigen.
Dazu kommt die Abhängigkeit von wenigen Großkunden: Die meisten Mietverträge von SpaceX können mit 90 Tagen Frist gekündigt werden. Springt ein Mieter wie Anthropic ab, fällt ein großer Teil des KI-Umsatzes weg, während die Investitionen in Chips und Gebäude bleiben.

