Heiße US-Inflation drückt den Krypto-Markt ins Minus
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Die US-Inflation zieht an, und der Krypto-Markt zahlt die Rechnung. Binnen 24 Stunden haben fast alle großen Krypto-Assets an Wert verloren: Bitcoin gab laut CoinMarketCap um 1,8 Prozent auf rund 82.000 Dollar nach, Ethereum um 3,3 Prozent auf rund 2.430 Dollar. Noch deutlicher fielen Stellar (minus 4,5 Prozent), Chainlink (minus 4,4 Prozent), Cardano (minus 3,9 Prozent) und NEAR (minus 3,6 Prozent). Für Druck sorgen neue US-Inflationsdaten, die höher ausfielen als erwartet, und damit die Sorge vor einer weiteren Zinserhöhung der Fed.
Die Kurse im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die größten Krypto-Assets nach Marktkapitalisierung (ohne die Stablecoins Tether und USDC, die stabil an den US-Dollar gekoppelt bleiben).
| Krypto-Asset | Preis | 24 Stunden | 7 Tage |
|---|---|---|---|
| Bitcoin (BTC) | 82.009,95 Dollar | −1,82 % | −1,39 % |
| Ethereum (ETH) | 2.433,94 Dollar | −3,25 % | −5,01 % |
| BNB (BNB) | 733,52 Dollar | −1,40 % | −4,41 % |
| XRP (XRP) | 1,33 Dollar | −2,43 % | −6,65 % |
| Solana (SOL) | 104,43 Dollar | −3,09 % | −10,07 % |
| Tron (TRX) | 0,3329 Dollar | +1,63 % | −0,47 % |
| Hyperliquid (HYPE) | 80,07 Dollar | −2,26 % | −10,06 % |
| Zcash (ZEC) | 1.189,28 Dollar | −1,37 % | −10,41 % |
| Dogecoin (DOGE) | 0,08206 Dollar | −3,09 % | −7,28 % |
| Monero (XMR) | 549,04 Dollar | +3,15 % | −0,87 % |
| Chainlink (LINK) | 12,42 Dollar | −4,44 % | −7,37 % |
| Cardano (ADA) | 0,2277 Dollar | −3,91 % | −10,40 % |
| UNUS SED LEO (LEO) | 9,03 Dollar | +1,45 % | +1,75 % |
| Stellar (XLM) | 0,1834 Dollar | −4,53 % | −9,04 % |
| NEAR Protocol (NEAR) | 4,90 Dollar | −3,62 % | −3,11 % |
Der CoinMarketCap 20 Index, der die 20 größten Krypto-Assets abbildet, liegt auf 24-Stunden-Sicht 1,77 Prozent im Minus.
Altcoins fallen stärker als Bitcoin
Wie so oft in nervösen Marktphasen trifft es die Altcoins härter als Bitcoin. Ethereum, Solana und Dogecoin verloren in den vergangenen 24 Stunden jeweils mehr als 3 Prozent und damit fast doppelt so viel wie Bitcoin. Die Orderbücher bei kleineren Coins sind dünner, Privatanleger:innen handeln dort häufiger mit Hebel, und viele schichten in unsicheren Phasen in Bitcoin oder Stablecoins um. Damit setzt sich ein Trend fort: Auf Wochensicht haben Solana, Cardano, Hyperliquid und Zcash jeweils mehr als 10 Prozent eingebüßt. Erst Mitte September hatten Coins wie Uniswap, NEAR, Zcash und Hyperliquid noch zweistellig zugelegt.
Gegen den Trend stemmen sich nur wenige: Monero legte binnen 24 Stunden um 3,2 Prozent zu, Tron um 1,6 Prozent und der Bitfinex-Token UNUS SED LEO um 1,5 Prozent.
Die Rahmenbedingungen: Inflation, Jobs und Zinsen
Zusätzlichen Druck brachten die US-Inflationsdaten für September. Die Verbraucherpreise stiegen um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 3,4 Prozent im August. Ökonom:innen hatten mit 3,6 Prozent gerechnet. Treiber sind vor allem die Energiepreise: Benzin verteuerte sich wegen des Iran-Kriegs allein im September um 9,1 Prozent. Auch die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel zog von 2,4 auf 2,6 Prozent an und lag ebenfalls über den Erwartungen.
Das ist für Krypto ein schlechtes Signal, denn die US-Notenbank Fed hat bereits im September den Leitzins auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Nach den Inflationsdaten stieg laut CME FedWatch die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Erhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung Ende Oktober von 22 auf 49 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf rund 5,3 Prozent, der Dollar-Index erreichte den höchsten Stand seit April 2025. Höhere Zinsen und ein starker Dollar machen riskante Anlagen wie Kryptowährungen weniger attraktiv.
Gleichzeitig schwächelt der US-Arbeitsmarkt. Im September entstanden laut US-Arbeitsministerium nur 29.000 neue Jobs, die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 Prozent. Die Zahlen für Juli wurden sogar auf ein Minus von 10.000 Stellen korrigiert. Die Löhne wuchsen im Jahresvergleich um 3 Prozent und damit langsamer als die Preise. Die Kombination aus steigender Inflation und schwachem Arbeitsmarkt schürt Sorgen vor einer Stagflation, die Fed steckt damit in der Zwickmühle.
Dazu kommen Belastungen von außen: Der Krieg mit dem Iran treibt den Ölpreis, und an den Aktienmärkten wachsen die Zweifel, ob sich die enormen KI-Investitionen auszahlen. Der südkoreanische Leitindex KOSPI brach zuletzt um 5,5 Prozent ein.
Die Gegenposition: Bitcoin hält sich vergleichsweise stabil
Einige Indikatoren sprechen gegen eine nachhaltige Trendwende nach unten. Bitcoin hat auf Wochensicht nur 1,4 Prozent verloren. Die größte Kryptowährung hatte sich wochenlang in einer Spanne zwischen 83.000 und 87.000 Dollar bewegt und hält sich nach einem kurzen Rutsch unter 81.000 Dollar in der Vorwoche wieder über der Marke von 82.000 Dollar. Zudem flossen in die US-Ethereum-ETFs nach zehn Handelstagen mit Abflüssen zuletzt erstmals wieder Gelder zu.

