Wien bekommt eine Satoshi-Statue, um Bitcoin zu huldigen
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Wie Satoshi Nakamoto aussieht, weiß bis heute niemand, in Wien sitzt der Bitcoin-Erfinder ab heute trotzdem am Wasser. Der Verein Bitcoin Austria enthüllt am heutigen Mittwoch um 17 Uhr eine Statue von Satoshi Nakamoto im Viertel Zwei im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Wien ist damit der erste österreichische Standort einer weltweiten Serie, die eines Tages 21 Satoshi-Statuen in 21 Ländern umfassen soll.
Wo die Statue steht
Die Skulptur steht am Kopf des Sees neben dem OMV-Gebäude Hoch Zwei im Viertel Zwei, nur wenige Gehminuten von der U2-Station Krieau entfernt. Auch Bitpanda ist ein direkter Nachbar: Das Hauptquartier des Wiener Krypto-Unicorns liegt ebenfalls im Viertel Zwei, nur ein paar Schritte von der Statue entfernt. Nach der Enthüllung ist sie laut Bitcoin Austria rund um die Uhr öffentlich zugänglich. Die Feier, durch die der Wiener Bitcoiner Der Fil (Philipp Horwath) führt, markiert zugleich das 15-jährige Bestehen des Vereins, der 2011 gegründet wurde.
Was die Statue zeigt
Die Figur zeigt einen Programmierer, der an einem Laptop sitzt. Sie besteht aus 61 spiegelpolierten Edelstahlprofilen auf einem Sockel aus Cortenstahl und ist rund 90 Zentimeter hoch, mit Sockel etwa eineinhalb Meter. Der Clou: Von der Seite ist die Figur klar zu erkennen, von vorne löst sie sich fast vollständig auf. Wer sich hinter die Statue stellt, erscheint für Betrachter:innen an der Stelle von Satoshi. Das soll die Anonymität des Bitcoin-Erfinders darstellen und zugleich das Motto der Community ausdrücken: „We are all Satoshi“.

Ein Porträt ist die Statue bewusst nicht. Sie ehre keine einzelne Person und würde auch dann unverändert bleiben, wenn die Identität von Satoshi eines Tages enthüllt würde, sagt Tobias Girstmair von Bitcoin Austria. Wer hinter dem Pseudonym steckt, ist bis heute offen: Zuletzt hatte die New York Times den britischen Kryptografen Adam Back als Bitcoin-Erfinder benannt, der das jedoch dementiert.
Warum gerade Wien
Für den Standort Wien spricht aus Sicht von Bitcoin Austria die Geschichte der Österreichischen Schule der Nationalökonomie. Carl Menger beschrieb, wie Geld aus dem Tauschhandel entsteht, ohne dass ein Staat es erfinden muss. Friedrich August von Hayek plädierte später für den Wettbewerb privater Währungen. Beide Ideen gelten in der Bitcoin-Szene als theoretisches Fundament für eine Währung, die ohne Zentralbank auskommt.
Finanziert wurde die Statue bewusst ohne einzelnen Großsponsor. Zwischen Dezember 2025 und August 2026 spendeten mehr als 120 Privatpersonen und mehrere Unternehmen insgesamt mehr als 1,3 Bitcoin, nach aktuellem Kurs rund 97.000 Euro. Hauptsponsor ist der Wiener Krypto-Broker Bitpanda, dazu kommen unter anderem Incrementum und der Standortentwickler Viertel Zwei. Weitere Spenden fließen in die Wartung, Versicherung und kleinere Reparaturen.
Wo es weitere Satoshi-Statuen gibt
Die Wiener Figur stammt von der Satoshi Gallery der italienischen Künstlerin Valentina Picozzi, die sich seit 2012 mit Bitcoin beschäftigt und das Projekt als Street-Art begonnen hat. Unter dem Titel „21 Nodes“ sollen weltweit 21 identische Statuen entstehen, die wie die Knoten eines Netzwerks über den Globus verteilt sind. Bisher stehen Exemplare unter anderem hier:
- Lugano (Schweiz): Die erste Statue der Serie wurde im Oktober 2024 beim Plan B Forum enthüllt. Im August 2025 verschwand sie und wurde kurz darauf am Seeufer wiedergefunden.
- New York (USA): Im Museum der New York Stock Exchange steht seit Dezember 2025 ein Exemplar, ausgerechnet im Herzen des traditionellen Finanzsystems.
- Tokio (Japan): vor der Tokyo Bitcoin Base, einem Treffpunkt der japanischen Bitcoin-Szene
- Hanoi (Vietnam)
- El Zonte (El Salvador): am sogenannten Bitcoin Beach, wo die Kryptowährung schon vor der Einführung als gesetzliches Zahlungsmittel im Alltag genutzt wurde
Älter als die Serie ist das Satoshi-Denkmal in Budapest: Im September 2021 enthüllten ungarische Bitcoin-Fans im Graphisoft Park eine Bronzebüste, deren Gesicht aus poliertem Aluminium besteht. Auch dort sehen Betrachter:innen ihr eigenes Spiegelbild, wenn sie Satoshi ins Gesicht schauen. Sie gilt als erstes Denkmal für den Bitcoin-Erfinder weltweit.

