Bitcoin kurz unter 80.000 Dollar: US-Erzeugerpreise schocken den Markt
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Erst die Verbraucherpreise, jetzt die Erzeugerpreise: Bitcoin ist am heutigen Donnerstag kurzzeitig unter die Marke von 80.000 Dollar gefallen, auf den tiefsten Stand seit Mitte September. Auslöser waren US-Inflationsdaten, die deutlich höher ausfielen als erwartet. Der Rücksetzer war allerdings kurz: Laut CoinGecko notiert Bitcoin inzwischen wieder bei rund 82.400 Dollar und liegt damit auf 24-Stunden-Sicht sogar knapp 1 Prozent im Plus.
Die Kurse im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die größten Krypto-Assets nach Marktkapitalisierung (ohne Stablecoins) laut CoinGecko.
| Krypto-Asset | Preis | 24 Stunden | 7 Tage |
|---|---|---|---|
| Bitcoin (BTC) | 82.355 Dollar | +0,97 % | +1,27 % |
| Ethereum (ETH) | 2.443,60 Dollar | +0,55 % | −0,17 % |
| BNB (BNB) | 733,41 Dollar | +0,70 % | −0,09 % |
| XRP (XRP) | 1,34 Dollar | +0,84 % | −0,83 % |
| Solana (SOL) | 105,79 Dollar | +1,36 % | −2,83 % |
| Tron (TRX) | 0,3312 Dollar | −0,82 % | −0,37 % |
| Zcash (ZEC) | 1.224,74 Dollar | +5,61 % | +6,44 % |
| Hyperliquid (HYPE) | 81,79 Dollar | +1,97 % | −2,82 % |
| Dogecoin (DOGE) | 0,08110 Dollar | −1,13 % | −2,41 % |
| Monero (XMR) | 545,85 Dollar | −0,80 % | +2,47 % |
| Chainlink (LINK) | 12,50 Dollar | +0,41 % | +0,36 % |
| Cardano (ADA) | 0,2307 Dollar | +0,88 % | −1,13 % |
| UNUS SED LEO (LEO) | 9,04 Dollar | +0,14 % | +0,94 % |
| NEAR Protocol (NEAR) | 5,25 Dollar | +8,65 % | +10,47 % |
| Stellar (XLM) | 0,1848 Dollar | +0,54 % | −2,49 % |
Bitcoin schwankte innerhalb von 24 Stunden zwischen rund 79.800 und 82.500 Dollar. Am stärksten legten NEAR Protocol (plus 8,7 Prozent) und Zcash (plus 5,6 Prozent) zu.
Die Erklärung: Erzeugerpreise steigen so stark wie seit 2022 nicht
Für den Rücksetzer sorgten die US-Erzeugerpreise für September. Der Produzentenpreisindex (PPI) stieg im Jahresvergleich um 6,3 Prozent, erwartet worden waren 5,3 Prozent. Der Monatsanstieg war laut der US-Statistikbehörde BLS der größte seit März 2022. Auch der Kern-PPI ohne Energie und Lebensmittel lag mit 5 Prozent klar über den erwarteten 4,4 Prozent. Erzeugerpreise gelten als Frühindikator: Was Unternehmen heute mehr zahlen, landet oft später bei den Verbraucher:innen.
Erst am Vortag hatten die Verbraucherpreise ebenfalls über den Erwartungen gelegen und den Krypto-Markt ins Minus gedrückt. Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins bereits im September angehoben, die nächste Sitzung steht Ende Oktober an. Zusätzlich lastete ein Ausverkauf bei Tech-Werten auf riskanten Anlagen: Der südkoreanische Leitindex KOSPI fiel am Donnerstag um 7,5 Prozent, nachdem schon zuvor KI- und Chipaktien eingebrochen waren.
Auffällig ist, wie der Anleihemarkt reagierte. Ökonom Mohamed El-Erian nannte die PPI-Zahlen „noch auffälliger“ als die Verbraucherpreise, trotzdem fiel die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf den tiefsten Stand seit Ende September. Robin Brooks, früher Chef-Devisenstratege bei Goldman Sachs, sieht darin eine Entkopplung: Die Märkte orientierten sich weniger an Konjunkturdaten als am wachsenden US-Haushaltsdefizit.
Wie es weitergehen könnte
Unter Analyst:innen gehen die Einschätzungen auseinander. Der Trader Rekt Capital hält einen „volatilen Retest“ der gleitenden Durchschnitte um 76.100 und 78.500 Dollar für möglich, wie er auf X schreibt. Solche Abweichungen seien in frühen Phasen eines Bullenmarkts historisch schon öfter vorgekommen, allerdings meist erst nach einem bullischen Kreuzen der beiden Linien, das bei Bitcoin noch aussteht. Analyst Aksel Kibar ist skeptischer: Der jüngste Wochenschluss bei rund 83.700 Dollar sei kein echter Ausbruch gewesen. Bitcoin könne deshalb wieder in eine breite Seitwärtsphase zwischen 60.000 und 82.800 Dollar zurückfallen.

