Uber streicht 3.300 Jobs, um sich wieder „schneller“ zu machen
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Uber baut rund 3.300 Stellen ab, das sind etwa zehn Prozent der weltweiten Belegschaft. CEO Dara Khosrowshahi hat den Schritt soeben in einer internen Nachricht an die Mitarbeiter:innen angekündigt, wie die Financial Times berichtet. Ziel sei es, „Uber einfacher und schneller zu machen und mehr Kapazität für Investitionen in unsere Zukunft zu schaffen“. Parallel dazu läuft die Annahmefrist für das Milliardenangebot an die Aktionär:innen von Delivery Hero, der Muttergesellschaft von foodora.
Weniger Führungsebenen, kaum noch Remote Work
Der Umbau trifft vor allem das mittlere Management: Die Zahl der Führungsrollen soll um 20 Prozent sinken, Teams mit nur ein oder zwei Mitgliedern werden halbiert, und Ebenen, die mehr als sieben Stufen vom CEO entfernt sind, fallen weg. Zusammengelegt werden laut TechCrunch auch Engineering-, Science- und Delivery-Einheiten sowie die bisher getrennten Liefergeschäfte für Restaurants, Retail und Direktzustellung.
Khosrowshahi begründet das mit gewachsener Komplexität: Das Wachstum der vergangenen Jahre habe „mehr Ebenen, mehr Koordination, fragmentierte Verantwortung“ gebracht und Strukturen hinterlassen, die für ein kleineres Unternehmen sinnvoll gewesen seien. Zusätzlich holt Uber die meisten verbliebenen Remote-Beschäftigten zurück ins Büro. Künftig soll nur noch etwa ein Prozent der Belegschaft dauerhaft remote arbeiten, die Hybrid-Regel mit drei Bürotagen pro Woche wird strenger durchgesetzt.
An der Börse kam die Ankündigung gut an, die Aktie legte vorbörslich rund zwei Prozent zu. Seit Jahresbeginn liegt das Papier dennoch knapp neun Prozent im Minus, was auch mit der Konkurrenz durch Robotaxi-Anbieter wie Waymo (Alphabet) zusammenhängt.
Druck im Liefergeschäft, Milliarden für Robotaxis
Im Kerngeschäft Zustellung verläuft die Entwicklung uneinheitlich: In Großbritannien, Frankreich und Deutschland gewinnt Uber Eats Marktanteile, in den USA verliert der Dienst gegen DoorDash. Laut YipitData kommt DoorDash dort inzwischen auf rund 64 Prozent Marktanteil, Uber auf 31 Prozent.
Gleichzeitig hat Uber angekündigt, mehr als zehn Milliarden Dollar in den Ausbau seines Robotaxi-Netzwerks zu stecken. Heuer sollen in mindestens 15 Städten selbstfahrende Dienste laufen, im Wettbewerb mit Waymo und Tesla. In London hat Uber-Partner Wayve kürzlich eine Genehmigung von Transport for London für einen kommerziellen Robotaxi-Betrieb mit Sicherheitsfahrer:in erhalten.
Delivery Hero: 41,50 Euro je Aktie, Frist läuft bis Anfang November
Der zweite große Baustein ist die Übernahme von Delivery Hero. Uber hat die Angebotsunterlage nach Freigabe durch die BaFin veröffentlicht und bietet 41,50 Euro je Aktie in bar, was einer Bewertung von rund 13 Milliarden Euro entspricht. Das sind etwa 108 Prozent mehr als der Kurs vor Bekanntwerden der Gespräche im Frühjahr. Die Annahmefrist läuft seit Ende August und endet Anfang November.
Die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie. Über eigene Anteile und eine verbindliche Zusage des Großaktionärs Prosus hat Uber laut Handelsblatt bereits rund 53 Prozent hinter sich, ein Bieterwettstreit gilt damit als unwahrscheinlich. Offen sind noch fusionskontrollrechtliche Freigaben in mehreren Ländern, Abwicklung und Auszahlung werden erst für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet. Für drei Jahre schließt Uber einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag aus. Käme der Deal zustande, würde sich die Zahl der Märkte, in denen Uber sowohl Mobilität als auch Zustellung anbietet, von 34 auf 58 erhöhen.
Österreich zählt zu den 14 Ausnahmen
Nicht alle Delivery-Hero-Märkte gehen an Uber. Um kartellrechtliche Bedenken auszuräumen, verkauft der Berliner Konzern das Geschäft in 14 Märkten für rund 1,4 Milliarden Euro an den Finanzinvestor SSW Partners, wie Delivery Hero mitteilte. Dazu zählen Österreich, Tschechien, Polen, Spanien, Portugal, Griechenland, Zypern, Rumänien, Moldau, Norwegen, Schweden, die Türkei sowie Chile und Ecuador.
Für foodora in Österreich bedeutet das: Der Dienst wechselt nicht zu Uber, sondern zu SSW Partners. Die betroffenen Landesgesellschaften sollen laut Delivery Hero weiter auf der bisherigen technischen und operativen Infrastruktur laufen, die lokalen Teams sollen eigenständig bleiben. Der Verkauf ist an den Vollzug des Uber-Angebots gekoppelt. In der Angebotsunterlage hält Uber ausdrücklich fest, keinen Einfluss auf SSW Partners oder die dorthin wechselnden Geschäfte zu haben.
Uber übernimmt damit die verbleibenden rund 50 Märkte von Delivery Hero, die im Vorjahr ein Bruttowarenvolumen von etwa 42 Milliarden Dollar erreicht haben. Zusammen entstünde der größte Essenslieferdienst außerhalb Chinas. Mehr zu den Hintergründen des Deals in unserer Meldung „Uber schnappt sich Delivery Hero für 12,7 Milliarden Euro“.

