Ökostrom

backbone.one: Wiener Energy-Fintech bringt XXXLutz-Strom nach Deutschland

Red facade of an XXXLutz furniture store with the company logo
An XXXLutz furniture store. © XXXLutz

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Erst die Couch, dann der Stromvertrag: Der Möbelriese XXXLutz verkauft ab kommendem Montag auch in Deutschland Ökostrom, und hinter dem Modell steckt ein kleines Wiener Startup. Das GreenTech- und Fintech-Unternehmen backbone.one hat das Konzept für den Tarif X-POWR entwickelt, der in Österreich bereits seit 2024 läuft. Der Deutschland-Start ist zugleich der erste Auslandsschritt für backbone.one.

So funktioniert X-POWR

XXXLutz Deutschland bietet den Tarif gemeinsam mit dem Energieversorger MAXENERGY an. Die Rollen sind klar verteilt:

  • XXXLutz: Bringt die Marke, die Reichweite und die Kund:innen. Der Tarif läuft unter der Nachhaltigkeitsinitiative „XXXL for tomorrow“.
  • MAXENERGY: Liefert den Strom, laut Unternehmen zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen, und wickelt den Anbieterwechsel ab. Der Versorger aus Augsburg beliefert nach eigenen Angaben mehr als 150.000 Privat- und Geschäftskund:innen mit Strom und Gas.
  • backbone.one: Stellt die technische Plattform, über die Unternehmen ihren Kund:innen oder Mitarbeiter:innen Strom unter eigener Marke anbieten können.

Konkrete Preise nennt XXXLutz noch nicht. Laut Pressemitteilung wird der Tarif individuell nach Postleitzahl und Verbrauch berechnet, dazu kommt eine Preisgarantie von zwölf Monaten. Infos zu geplanten Aktionen soll es ab dem Start auf xpowr.de geben.

„Dieser Schritt ist der nächste Meilenstein für backbone.one. Damit zeigen wir, dass wir technologisches Know-how perfekt mit regulatorischem Wissen auf einem großen Markt wie Deutschland erfolgreich umsetzen können“, sagt backbone.one-CEO Andre Felker.

Background: backbone.one

backbone.one wurde 2019 in Wien gegründet und wird von Andre Felker (CEO) und Peter Mayrhofer (COO) geführt. Die beiden halten laut Firmenbuch jeweils rund 13,6 Prozent, ebenso viel wie Mitgesellschafter Thomas Melzer. Größte Einzelgesellschafterin ist mit einem Drittel die INSPA AG, dazu kommen mehrere kleinere Beteiligungsgesellschaften.

Die langfristige Vision des Startups ist „Energy-as-a-Currency“, also Energie als Zahlungsmittel. Bis dahin baut backbone.one Plattformen, mit denen Firmen ins Stromgeschäft einsteigen können:

  • Renablr: Eine White-Label-Lösung, die seit 2022 live ist. Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien hat sie 2023 als eigene Marke „Auri“ integriert.
  • X-POWR: Der Stromtarif für XXXLutz in Österreich, gestartet Anfang 2024 als erstes Ökostromangebot eines Möbelhändlers. Seit Mitte 2024 können Kund:innen mit eigener PV-Anlage auch überschüssigen Solarstrom an XXXLutz verkaufen.
  • greens: Ein Energieangebot für Mitarbeiter:innen großer Unternehmen, das 2025 gestartet ist.

Der Weg dorthin war allerdings holprig. Ende 2025 musste backbone.one am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragen. Laut den öffentlichen Insolvenzdaten wurde der Sanierungsplan rechtskräftig bestätigt und das Verfahren im Juni 2026 aufgehoben, die Zahlungsfrist für die Quote läuft bis April 2028. Laut dem Jahresabschluss für 2025 schrieb das Unternehmen einen Verlust von rund 2,2 Millionen Euro, das Eigenkapital war zum Bilanzstichtag negativ.

Background: XXXLutz

Die XXXLutz-Gruppe mit Sitz im oberösterreichischen Wels ist einer der größten Möbelhändler der Welt. Laut eigenen Angaben betreibt sie mehr als 400 Einrichtungshäuser der Marken XXXLutz und mömax in 13 europäischen Ländern, beschäftigt mehr als 27.600 Mitarbeiter:innen und setzt jährlich 6,4 Milliarden Euro um. Zur Gruppe gehören außerdem Ketten wie Möbelix, Roller, Poco und der Onlinehändler Home24.

In Deutschland ist XXXLutz nach eigenen Angaben die Nummer zwei hinter Ikea. Die deutsche Zentrale sitzt seit 2009 in Würzburg, bundesweit arbeiten mehr als 12.000 Menschen in 58 XXXLutz- und 54 mömax-Häusern für die Gruppe. Und XXXLutz will weiter wachsen: Die geplante Übernahme der Kette Porta mit mehr als 140 Standorten nimmt die EU-Kommission derzeit genau unter die Lupe.

Das Stromgeschäft passt zur Strategie, Kund:innen über den Möbelkauf hinaus an die Marke zu binden. In Österreich hat XXXLutz vor rund einem Jahr auch begonnen, E-Ladestationen an seinen Standorten zu betreiben.

Die Konkurrenz

XXXLutz ist nicht der erste Möbelhändler, der in Deutschland Strom verkauft. Der Erzrivale Ikea bietet dort seit Anfang des Jahres gemeinsam mit Svea Solar einen dynamischen Stromtarif an, der nach Börsenpreisen abrechnet. Dazu kommen klassische Ökostromanbieter wie LichtBlick, Naturstrom oder Polarstern sowie Vergleichsportale wie Check24 und Verivox, über die ein Großteil der Wechsel in Deutschland läuft. XXXLutz setzt dagegen auf einen Fixpreis mit Preisgarantie und auf die Bindung an seine bestehende Kundschaft.

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