Anduril: Rüstungs-Startup ist jetzt 90 Milliarden Dollar wert
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Krieg ist das Geschäft der Stunde, zumindest an den privaten Kapitalmärkten: Das US-Rüstungs-Startup Anduril wird in einem neuen Anteilsverkauf mit rund 90 Milliarden Dollar (rund 80 Milliarden Euro) bewertet. Aktuelle und ehemalige Mitarbeiter:innen können Aktien im Wert von bis zu 1,3 Milliarden Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro) zu je 94,80 Dollar verkaufen, berichtet Bloomberg. Das Angebot läuft bis Anfang November.
Bewertung verdreifacht in 16 Monaten
Der Sprung ist enorm. Im Juni 2025 war Anduril noch 30,5 Milliarden Dollar (rund 27 Milliarden Euro) wert. Im Mai holte das Unternehmen 5 Milliarden Dollar in einer Runde unter Führung von Thrive Capital und Andreessen Horowitz, die Bewertung verdoppelte sich damals auf 61 Milliarden Dollar (rund 54 Milliarden Euro). Seither hat sie um fast 50 Prozent zugelegt. Erstmals dürfen Beschäftigte in 16 Ländern an einem solchen Tender teilnehmen, bisher war das auf die USA, Großbritannien und Australien beschränkt.
Auch der Umsatz wächst schnell: Im vergangenen Jahr setzte Anduril laut Quartz 2,2 Milliarden Dollar (rund 2 Milliarden Euro) um, etwa doppelt so viel wie im Jahr davor.
Von Drohnen bis Kampfjets
Gegründet wurde Anduril 2017 von Palmer Luckey, der zuvor die VR-Brillenfirma Oculus an Facebook verkauft hatte. Das Unternehmen baut Überwachungssysteme, Autonomie-Software, Augmented-Reality-Helme für Soldat:innen und unbemannte Kampfflugzeuge. Erst kürzlich übernahm die US Air Force die ersten Exemplare der autonomen Begleitdrohne „Fury“, die gemeinsam mit bemannten Kampfjets fliegen soll. Das US-Verteidigungsministerium zählt zu den größten Kunden.
Europas Rüstungs-Startups holen auf
Auch in Europa fließt so viel Geld in DefenseTech wie nie zuvor. Europäische Startups der Branche steuern laut Dealroom heuer auf einen Funding-Rekord von 10,5 Milliarden Dollar zu, fast die Hälfte davon kommt bereits von US-Investor:innen. Die Bewertungen bleiben aber deutlich unter jener von Anduril. Das Münchner KI-Rüstungsunternehmen Helsing soll laut einem Bericht der Financial Times im Frühjahr auf rund 18 Milliarden Dollar gekommen sein. Das portugiesisch-britische Drohnen-Startup Tekever ist nach seiner jüngsten Runde rund 5,5 Milliarden Euro wert. In den USA konkurriert Anduril unter anderem mit etablierten Rüstungskonzernen wie Lockheed Martin und General Atomics, das mit der „Vengeance“ eine eigene Begleitdrohne liefert.

