BingX holt sich MiCA-Lizenz in Wien
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Wer in Europa mit einer Krypto-Börse regulär Geschäfte machen will, kommt an Wien kaum noch vorbei: Mit BingX hat sich die nächste große Plattform die MiCA-Lizenz der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) geholt.
Die FMA hat der BingX-Tochter MEGE zweite GmbH, die unter dem Namen BingX EU auftritt, die Zulassung als Anbieterin von Krypto-Dienstleistungen (CASP) nach der EU-Verordnung MiCAR erteilt. Das geht aus der Aussendung der FMA hervor.
Was die Lizenz abdeckt
Laut FMA darf BingX EU vier Dienstleistungen anbieten:
- Verwahrung: Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten für Kund:innen.
- Krypto gegen Geld: der Tausch von Kryptowerten gegen Euro und andere Währungen.
- Krypto gegen Krypto: der Tausch von Kryptowerten gegen andere Kryptowerte.
- Transfers: Überweisungsdienste für Kryptowerte im Auftrag von Kund:innen.
Der Betrieb einer Handelsplattform und die Anlageberatung stehen nicht auf der Liste der FMA.
Über den EU-Pass will BingX EU nach eigenen Angaben Kund:innen in 29 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums bedienen, vorbehaltlich der laufenden Passporting-Verfahren. Einen Starttermin nennt die Aussendung von BingX nicht, das Unternehmen bereite den Start der regulierten Services gemeinsam mit der FMA und anderen Aufsichtsbehörden vor. CEO Daniel Lai sagt, die Priorität sei ein vertrauenswürdiges, lokal reguliertes Handelserlebnis für europäische Nutzer:innen. BingX kennzeichnet die Aussendung selbst als Marketingkommunikation und nicht als Anlageberatung.
Wer hinter BingX steckt
BingX wurde 2018 gegründet und gibt an, weltweit mehr als 40 Millionen Nutzer:innen zu haben. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben seit 2024 Hauptpartner des Fußballklubs Chelsea FC und seit 2026 offizieller Teampartner von Scuderia Ferrari HP. Alle diese Zahlen stammen vom Unternehmen selbst.
Diese Unternehmen haben schon eine MiCA-Lizenz in Österreich
Mit BingX wächst die Liste der Unternehmen, die über die FMA eine MiCA-Zulassung halten. Nach dem ESMA-Register (Stand Mitte Juli) waren es bis dahin elf, mit BingX EU sind es damit mindestens zwölf:
- Bitpanda: Die Wiener Plattform bekam im Frühjahr 2025 als erstes österreichisches Unternehmen die Lizenz.
- Bybit EU: Die europäische Tochter der Börse Bybit folgte im Frühjahr 2025 und hat ihre EU-Zentrale in Wien.
- Cryptonow: Der Anbieter wurde im Herbst 2025 gelistet.
- AMINA (Austria): Die Schweizer Krypto-Bank holte sich ihre MiCA-Lizenz im Herbst 2025 über Österreich.
- 21bitcoin (FIOR Digital): Das Salzburger Bitcoin-Unternehmen bekam die Lizenz im Herbst 2025.
- KuCoin EU: Die Krypto-Börse wurde ebenfalls im Herbst 2025 zugelassen.
- DADAT Krypto: Die Salzburger Online-Bank erhielt im Winter 2025 die Zulassung zur Ausführung von Aufträgen.
- Coinfinity: Der Grazer Bitcoin-Broker kam im Winter 2025 dazu.
- Validvent: Das Unternehmen bekam im Frühjahr 2026 die Lizenz als Krypto-Anlageberater.
- WhiteBIT EU: Die Börse sicherte sich die Zulassung kurz vor Ablauf der MiCA-Übergangsfrist.
- OSL EU: Der Anbieter aus Hongkong wurde kurz nach Ablauf der Übergangsfrist im Sommer 2026 geführt.
Wer in dieser Liste fehlt, fällt auf: Binance hat laut Trending Topics weiterhin keine europäische Lizenz.
Warum so viele nach Wien kommen
Die FMA ist nach dem österreichischen MiCA-Vollzugsgesetz die zuständige Aufsicht, und seit dem Ende der Übergangsfrist im Sommer dürfen Anbieter ohne Zulassung keine Krypto-Dienste mehr in der EU anbieten. Wien hat sich damit zu einem Standort für Börsen entwickelt, die einen EU-Pass brauchen. Eine Lizenz ist allerdings kein Freifahrtschein: Die FMA hat gegen KuCoin EU Anfang des Jahres ein Neugeschäftsverbot wegen fehlender Geldwäsche-Schlüsselfunktionen verhängt.
Offen ist, wann BingX EU mit den regulierten Diensten startet und für welche Länder der EU-Pass zuerst gelten soll.

