Convelly: Wiener KI-Startup bündelt Kundenkommunikation für KMU
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Kundenanfragen kommen heute über viele Kanäle, und ein Wiener Startup will sie alle einer KI übergeben. Convelly ist am vergangenen Donnerstag mit einer Plattform für kleine und mittlere Dienstleistungsbetriebe gestartet, die Kundenkommunikation, Vertrieb und Terminbuchung in einer Anwendung zusammenführt, wie das Unternehmen in einer Aussendung mitteilt. Die KI ist dabei laut Convelly die Kernfunktion des Produkts.
Ein Posteingang, ein KI-Assistent
Convelly richtet sich an Betriebe, die Anfragen über mehrere digitale Kanäle bearbeiten. Die Software sammelt diese Nachrichten in einem gemeinsamen Posteingang für das ganze Team. Die Funktionen im Überblick:
- KI-Assistent für Kund:innen: Er beantwortet Anfragen, schlägt freie Termine vor, trägt Buchungen ein und fasst bei Bedarf nach. Dafür greift er auf Informationen zurück, die der Betrieb freigibt, etwa Leistungen, Preise, Öffnungszeiten und verfügbare Termine. Mitarbeiter:innen können die Unterhaltung jederzeit übernehmen.
- Vertrieb und Termine: Dazu kommen eine Kundenverwaltung, Vertriebs-Pipelines, ein Buchungskalender mit eigener Buchungsseite, Erinnerungen und Videotermine.
- Interner Assistent Elly: Das Team beschreibt Elly eine Aufgabe, etwa eine neue Leistung anzulegen oder eine Automatisierung aufzubauen, und die KI führt sie aus. Laut Convelly kann Elly alles erledigen, was in der Anwendung sonst per Klick möglich ist, die Schritte werden dokumentiert.
Convelly ist als Web-Anwendung sowie für iPhone und Android verfügbar und wird nach Angaben des Unternehmens auf Deutsch, Englisch und Arabisch angeboten. Angaben zu Preisen oder zu einer Finanzierung macht das Startup in der Aussendung nicht.
Offene Modelle, Server in Deutschland
Beim Thema Daten setzt Convelly auf ein europäisches Argument. Für die Kundenkommunikation nutzt das Startup nach eigenen Angaben offene Sprachmodelle, die auf Servern in Deutschland laufen. Die Betriebe legen selbst fest, welche Informationen die KI verwenden darf, wie der Assistent auftritt und wann ein Teammitglied übernimmt. Der Assistent lässt sich jederzeit abschalten, seine Antworten sind in der Anwendung nachvollziehbar.
„Unsere KI-Plattform arbeitet mit offenen Modellen, die in der EU gehostet werden. Die Daten bleiben damit in Europa, und die Kontrolle bleibt beim Betrieb“, sagt Bassem Mahdi, Gründer und CTO von Convelly.
Von der 42 Vienna nach St. Marx
Das Team stammt aus dem Umfeld der 42 Vienna, einer Programmierschule, an der Studierende ohne klassischen Unterricht in Projekten lernen, sowie der FH Wien der WKW. Seit Juli arbeitet Convelly im AI:AT Coworking Hub der AI Factory Austria im SOLARIS in Wien-St. Marx. Der Hub bietet KI-Startups, Unternehmen und Forschungsgruppen Zugang zu Rechenleistung, Expertise und Kooperationen.
Starke Konkurrenz
Leicht wird der Markteintritt nicht. Im Bereich Kundenkommunikation und Vertrieb für kleinere Betriebe sind große Anbieter wie HubSpot und Zendesk aktiv, die ihre Produkte ebenfalls mit KI-Agenten ausbauen. Dazu kommen spezialisierte Messaging-Plattformen wie das Berliner Startup Superchat sowie zahlreiche Buchungstools für Dienstleister:innen. Convelly setzt sich davon vor allem mit dem Fokus auf offene Modelle und europäisches Hosting ab.

