„Elon-Sell-off“: Tesla und SpaceX verlieren 457 Mrd. Dollar nach Musks Wahlpleite
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Fast eine halbe Milliarde Dollar hat Elon Musk in die US-Midterms gesteckt, seine Konzerne haben an der Börse fast das Tausendfache verloren: Seit dem Wahltag haben Tesla und SpaceX zusammen rund 457 Milliarden Dollar (rund 410 Milliarden Euro) an Börsenwert eingebüßt. Ausgerechnet in Texas, wo beide Konzerne ihre wichtigsten Standorte haben, haben die von Musk unterstützten Republikaner die großen Rennen verloren. Seinen Wahlaufruf für die Partei hat Musk danach still und leise gelöscht.
Der Absturz in Zahlen
Gemessen an den Schlusskursen vom Donnerstag haben die beiden Musk-Konzerne binnen zwei Handelstagen rund 457 Milliarden Dollar verloren, berechnet aus dem Kursverlust und der Zahl der ausgegebenen Aktien. Die Details:
- Tesla: Die Aktie fiel vom Schlusskurs am Wahltag von 398,50 Dollar auf 343,69 Dollar am Donnerstag, ein Minus von 13,8 Prozent. Das entspricht rund 216 Milliarden Dollar (rund 195 Milliarden Euro) Börsenwert, Tesla ist jetzt noch rund 1,36 Billionen Dollar wert.
- SpaceX: Die Aktie fiel von 141,31 auf 123,62 Dollar, minus 12,5 Prozent oder rund 240 Milliarden Dollar (rund 216 Milliarden Euro). Damit notiert SpaceX unter dem Ausgabepreis von 135 Dollar beim Börsengang im Juni. Bewertet ist das Unternehmen nur noch mit rund 1,68 Billionen Dollar (rund 1,51 Billionen Euro).
- Musk selbst: Sein Vermögen ist laut Forbes binnen einer Woche um rund 90 Milliarden Dollar auf etwa 790 Milliarden Dollar (rund 710 Milliarden Euro) geschrumpft. Nach dem SpaceX-Börsengang hatte es noch die Billionen-Marke überschritten.
Für Analyst:innen ist die Ursache klar. „Wenn man es in einem Wort zusammenfassen muss: Politik“, schreibt Motley Fool. Die Deutsche Bank sieht für SpaceX „zusätzlichen Gegenwind“ in diesem Umfeld.
Fast eine halbe Milliarde für die Republikaner
Musk war der mit Abstand größte Spender der Midterms. Laut einer Auswertung der New York Times hat er bis Mitte Oktober rund 474 Millionen Dollar (rund 426 Millionen Euro) in den Wahlkampf gesteckt, laut Fast Company vor allem über drei Kanäle:
- America PAC: rund 216 Millionen Dollar an sein eigenes Wahlkampfkomitee
- Senate Leadership Fund: 168 Millionen Dollar für republikanische Senatsrennen
- Congressional Leadership Fund: 30 Millionen Dollar für das Repräsentantenhaus
Der größte Einzelposten ging nach Texas: 212 Millionen Dollar flossen in die Senatskampagne von Ken Paxton. Gebracht hat es wenig. Laut einer Forbes-Analyse verloren 44 der 106 von Musk unterstützten Kandidat:innen, 18 gewannen, und zwar fast ausschließlich in Wahlkreisen, die die Republikaner ohnehin sicher hatten. Weitere Rennen waren am Tag nach der Wahl noch offen. Mögliche Spenden über verdeckte Kanäle sind in den Zahlen nicht enthalten.
Gelöschter Wahlaufruf
Am Wahltag rief Musk seine Follower:innen auf X noch auf: „Vote red today!“, also wählt republikanisch. Am Mittwochmorgen war der Post verschwunden. Gelöscht wurde laut New Republic auch ein früherer angehefteter Beitrag, in dem Musk zur Wahl republikanischer Senatskandidat:innen aufrief. Eine Erklärung dazu gab es nicht. Stattdessen schrieb Musk in der Wahlnacht, Rechenzentren im All sähen „gerade ziemlich verlockend aus“, eine Anspielung auf den drohenden Baustopp für Rechenzentren in Texas.
Das neue blaue Texas
Für Musk ist Texas weit mehr als ein Bundesstaat. Dort liegen der Tesla-Hauptsitz und die größte US-Fabrik des Autobauers, der SpaceX-Startplatz Starbase und die geplante Chipfabrik Terafab. Und dort haben die Demokrat:innen erstmals seit Jahrzehnten die wichtigsten Ämter erobert:
- Gouverneurin: Gina Hinojosa hat Amtsinhaber Greg Abbott geschlagen. Sie will einen Stopp für neue Rechenzentren und hat bereits gegen Steuergeschenke für Musks Firmen geklagt, darunter rund 1,7 Milliarden Dollar an Steuernachlässen für Terafab und mehr als 54 Millionen Dollar an Landesförderungen für SpaceX. Außerdem ernennt sie jene Kommission, die über den Verkauf des Boca Chica State Park entscheidet, den Musk für Starbase haben will.
- US-Senat: James Talarico hat Ken Paxton geschlagen, in dessen Kampagne Musk 212 Millionen Dollar gesteckt hatte.
- Justizminister: Mit Nathan Johnson wird erstmals seit 1994 ein Demokrat Generalstaatsanwalt von Texas. Laut New Republic will er die Landesförderungen für Starlink von rund 110 Millionen Dollar untersuchen.
Dazu kommt Washington. Der republikanische Senator Ted Cruz warnte im Podcast All-In, die Demokrat:innen würden ihre neue Mehrheit nutzen, um mit Vorladungen „gegen Elon Musk vorzugehen“. SpaceX hat allein bis Anfang Oktober Bundesaufträge über 6,78 Milliarden Dollar gebucht, darunter Satelliten für das Raketenabwehrprogramm Golden Dome.
Nicht nur Musk
Allein auf Musks politische Wette lässt sich der Absturz allerdings nicht zurückführen. Die Nasdaq steuerte am Donnerstag auf ihren schlechtesten Tag seit 18 Monaten zu, und andere KI-Werte traf es noch härter: AMD und Micron verloren zeitweise rund 16 Prozent, Rechenzentrumsbetreiber wie CoreWeave und Nebius 15 bis 18 Prozent, wie die Börsentabellen zeigen. Auch die Spenden selbst fallen für Musk kaum ins Gewicht: Laut Fast Company entsprechen sie rund einem Vierzigstel eines Prozents seines Vermögens. Und der neue Kongress tritt erst im Jänner zusammen, wirksame Gesetze gegen Rechenzentren müssten dann auch noch an Donald Trumps Veto vorbei.

