Plus 17 Prozent für HYPE: NYSE-Mutter ICE partnert mit Hyperliquid-Plattform
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Im Frühjahr warnte die Wall Street noch vor Hyperliquid, jetzt steigt sie ein. Die Intercontinental Exchange (ICE), Betreiberin der New York Stock Exchange, will die Märkte der Plattform Trade[XYZ], die auf der Krypto-Börse Hyperliquid läuft, in regulierter Form in die USA bringen. Der Kurs des Hyperliquid-Tokens HYPE sprang daraufhin zeitweise um rund 20 Prozent nach oben, aktuell liegt das Plus bei 17 Prozent. Mit rund 94 Dollar (rund 84 Euro) nähert sich HYPE damit seinem Rekordhoch von knapp 98 Dollar aus dem September.
Was ICE vorhat
Laut der Mitteilung von ICE haben die beiden Unternehmen einen verbindlichen Vertrag unterzeichnet. Die wichtigsten Punkte:
- Betrieb: ICE soll die regulierten US-Märkte von Trade[XYZ] exklusiv betreiben, mit einer eigenen Handels- und Clearing-Struktur für Privatanleger:innen.
- Beteiligung: ICE steigt mit einer Minderheitsbeteiligung bei Trade[XYZ] ein. Wie viel Geld fließt, verrät der Konzern nicht.
- Produkte: Geplant sind sogenannte Perpetual Futures auf Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe und Währungen. Diese Derivate haben kein Ablaufdatum und werden meist mit Hebel gehandelt.
- Zugang: Kund:innen müssen ihre Identität nachweisen und handeln über zugelassene Futures-Broker. Vertrieben werden soll das Angebot unter anderem über das Gemeinschaftsunternehmen von ICE mit der Krypto-Börse OKX.
- Zeitplan: Ein Starttermin steht nicht fest, zuerst müssen die US-Behörden zustimmen.
Das Retail-Geschäft soll strikt vom bestehenden Geschäft getrennt laufen, denn bisher stammen laut ICE mehr als 99 Prozent der Handelsaktivität auf den eigenen Märkten von institutionellen Anleger:innen. ICE-Chef Jeffrey Sprecher sieht die Perpetual-Märkte als Ergänzung zu den bestehenden Terminmärkten des Konzerns.
Was Trade[XYZ] ist
Trade[XYZ] ist eine der größten Anwendungen auf Hyperliquid. Die Plattform bietet Nutzer:innen außerhalb der USA rund um die Uhr Perpetual Futures auf Aktien, Aktienindizes, Rohstoffe und Währungen an. Laut Trade[XYZ] wurden über die Märkte in etwas mehr als einem Jahr mehr als 650 Milliarden Dollar (rund 584 Milliarden Euro) gehandelt. Möglich macht das ein Hyperliquid-Upgrade namens HIP-3, mit dem externe Anbieter eigene Märkte auf der Blockchain aufsetzen können. Hyperliquid liefert die Infrastruktur, Trade[XYZ] gestaltet die Produkte.
Zu den Investor:innen von Trade[XYZ] gehört Hedgefonds-Legende Stanley Druckenmiller. Er schrieb auf X, er freue sich, investiert zu sein, und wolle die Produkte selbst nutzen. Elon Musk kommentierte den Deal knapp mit „Interesting“.
Das Wettrennen um Hyperliquid in den USA
ICE ist nicht der Einzige, der Hyperliquid in die USA holen will. Erst kürzlich wurde bekannt, dass auch Payward, die Mutter der Krypto-Börse Kraken, eigene regulierte Märkte auf Hyperliquid starten will. Abgewickelt werden sollen diese über Bitnomial, eine von der US-Derivateaufsicht CFTC zugelassene Börse.
Rückenwind kommt aus Washington. US-Präsident Donald Trump sagte im August, CFTC-Chef Michael Selig arbeite daran, Hyperliquid regelkonform in die USA zu bringen. Bisher sperrt die Börse US-Nutzer:innen aus. Den ersten Präzedenzfall gab es bereits im Mai, als die CFTC dem Prognosemarkt Kalshi einen Perpetual Future auf Bitcoin genehmigte. Perpetuals auf andere Anlageklassen will die Behörde aber Fall für Fall prüfen.
Hyperliquid selbst ist laut Daten von DefiLlama die größte dezentrale Börse für Perpetual Futures. Der Token HYPE kommt inzwischen auf einen Börsenwert von rund 22 Milliarden Dollar (rund 20 Milliarden Euro).
Vom Warner zum Partner
Pikant ist der Seitenwechsel von ICE. Laut CoinDesk drängten ICE und der Konkurrent CME Group im Mai, wie zuvor Bloomberg berichtet hatte, die CFTC und Abgeordnete im Kongress dazu, Hyperliquid genauer unter die Lupe zu nehmen. Die weitgehend anonyme Rund-um-die-Uhr-Börse könne Marktmanipulation und die Umgehung von Sanktionen ermöglichen und sogar die globalen Ölpreise verzerren, so die Sorge. Gleichzeitig machten die HIP-3-Märkte den beiden Börsenkonzernen bei Rohstoffen und Aktien zunehmend Konkurrenz.
Kritik kommt auch von Verbraucherschützer:innen. Die US-Organisation Better Markets hält Perpetual Futures für eines der gefährlichsten Krypto-Produkte für Privatanleger:innen. Sie seien wegen des fehlenden Ablaufdatums nicht zur Absicherung gedacht, verleiteten durch hohe Hebel zu Dauerspekulation und könnten bei Kursschwankungen rasch zu Zwangsliquidationen führen. Die CFTC habe die Risiken bei der Kalshi-Genehmigung völlig ignoriert, kritisierte Benjamin Schiffrin von Better Markets.

