DefenseTech

INLEAP Photonics startet Serienfertigung von Laser-Drohnenabwehr

© INLEAP Photonics
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Vom Labor in die Fabrikhalle: Das Hannoveraner DefenseTech INLEAP Photonics eröffnet am Freitag eine eigene Produktionshalle, in der seine laserbasierten Drohnenabwehrsysteme künftig in Serie gebaut werden. Die ersten schlüsselfertigen Systeme gehen gleich zum Start an den Partner Stark, der Hochlauf der Serienproduktion und weitere Auslieferungen folgen im November.

Gefertigt wird in Hannover das System INLEAP FASTLIGHT HELD (High Energy Laser Drone). Dabei sitzt ein Laser-Effektor auf einer geländegängigen, unbemannten Bodenplattform. Das System erkennt und verfolgt eine Drohne, identifiziert sie und richtet den Laserstrahl gezielt auf ihre Schwachstellen, um sie innerhalb weniger Sekunden außer Gefecht zu setzen. Dank der ultraschnellen Strahllenkung sollen sich auch bewegliche Ziele präzise verfolgen lassen. Einsatzgebiete sind laut Unternehmen der ferngesteuerte Schutz mobiler Einheiten, temporär gesicherter Bereiche und kritischer Infrastruktur.

„Nach der KI-basierten Detektion der Schwachstelle einer Drohne lenkt unsere Technologie den Laserstrahl in Sekundenbruchteilen auf das identifizierte Ziel und hält ihn auch bei Bewegung präzise ausgerichtet“, sagt Felix Wellmann, CTO und Mitgründer von INLEAP Photonics. Mit HELD werde diese Fähigkeit für mobile Einsatzszenarien nutzbar.

Sechs Stationen im One-Piece-Flow

Die neue Fertigung folgt dem One-Piece-Flow-Prinzip: Jedes System durchläuft sechs aufeinander abgestimmte Stationen einzeln und ohne Zwischenlager. Das soll die Durchlaufzeiten verkürzen und es ermöglichen, die Produktion bei steigender Nachfrage flexibel hochzufahren.

„Mit dem Start unserer Serienproduktion schaffen wir die Grundlage, um auch größere Aufträge zuverlässig abzubilden“, sagt CEO und Mitgründer Marius Lammers. Damit könne das Startup auf den Bedarf militärischer Kund:innen mit entsprechenden Kapazitäten reagieren. Europa müsse innovative Technologien vor allem auch in relevanten Stückzahlen selbst produzieren können, so Lammers.

Auch personell wächst INLEAP: Derzeit beschäftigt das Unternehmen 50 Mitarbeitende, bis Ende 2027 sollen es am Standort Hannover mehr als 100 sein. Zur Eröffnung kommt Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, der gerade bei sicherheitsrelevanten Technologien eigene Entwicklungs- und Produktionskapazitäten für strategisch wichtig hält.

Rasantes Jahr für das Laser-Spin-off

Für INLEAP Photonics, ein Spin-off des Laser Zentrum Hannover, geht es seit Jahresbeginn Schlag auf Schlag. Im Februar trat das Startup mit einer Pre-Seed-Finanzierung unter Führung des HTGF aus dem Stealth-Modus. Auf der Hannover Messe folgte eine strategische Partnerschaft mit dem mittlerweile milliardenschweren Drohnenhersteller Stark, der für HELD auch die C-UAS-Software liefert. Die Bodenplattform stammt von Hentschel System.

Im September sammelte INLEAP dann rund 20 Millionen Euro in einer Seed-Runde ein, angeführt von UVC Partners, mit dabei sind unter anderem HTGF, Balnord, Sentris und Scale Capital. Das Kapital war ausdrücklich für den Schritt zur Serienproduktion gedacht, den das Unternehmen nun vollzieht.

Parallel lief mit dem Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) das Innovationsvorhaben „Laserdome“. Zum Abschluss demonstrierten die Partner kürzlich auf dem zivil genutzten Flugplatz Strausberg bei Berlin öffentlich, wie ein Laser eine fliegende Drohne abwehrt. „Der Laser liefert die Wirkung, KI-gestützte Software die Präzision. Damit diese Fähigkeit in der Truppe ankommt, muss sie jetzt skalieren“, sagt Sven Weizenegger, Leiter des CIHBw, der ebenfalls zur Eröffnung nach Hannover kommt.

Wachsende Konkurrenz im Laser-Rennen

Ganz allein ist INLEAP auf dem Feld der Laser-Drohnenabwehr nicht mehr. Das erst im Jänner gegründete Düsseldorfer Startup Ground A hat 9,1 Millionen Euro unter Führung von Vsquared Ventures eingesammelt und will sein mobiles Lasersystem GA 1000 ebenfalls in Serie fertigen. Gründer Tobias Brune wies dabei auf eine regulatorische Hürde hin: Im deutschen Luftraum darf ein Laser derzeit nicht ohne Weiteres eingesetzt werden.

Auf der Seite der etablierten Rüstungskonzerne haben Rheinmetall und MBDA einen Laserwaffen-Demonstrator für die Deutsche Marine erprobt, Großbritannien setzt mit DragonFire auf ein eigenes Hochenergielaser-System. Dazu kommt eine wachsende Zahl an Startups, die auf andere Abwehrmethoden setzen, etwa die deutsche Tytan Technologies mit Abfangdrohnen, die zuletzt 30 Millionen Euro aufgenommen hat. Laser-Anbieter werben im Vergleich dazu mit niedrigen Kosten pro Schuss und dem Wegfall von Munition.

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